Monate: Juli 2014

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Sollte ich nicht mal einen IQ-Test bei meinem Kind machen lassen?

Die Kinderärzte antworten: Unseren aufrichtigen Glückwunsch! Sie haben ein wunderbares Kind, auf das Sie stolz sein können! Es hat ganz individuelle Stärken, Fähigkeiten und eine eigene Persönlichkeit. Unsere Gegenfrage deshalb: Was würde Ihnen ein IQ-Test bei Ihrem Kind nützen? Die menschliche Intelligenz und, ganz klar, eine Person mit all ihren einzigartigen Merkmalen ist viel zu komplex, um sie mit einem einzigen Test wirklich zu erfassen. Die Zahl, die nach einem Test auf dem Papier steht, wird also dem getesteten Menschen nicht umfassend gerecht. Hier ist Ihr Bild von Ihrem Kind, das Sie ja in allen Facetten erfassen, sicher mehr wert. Und fragen Sie sich ehrlich: was würde denn anders oder besser sein, wenn Sie ein – wie auch immer ausfallendes – Testergebnis in Händen hätten? Kinder sollen ja nicht auf ein Testergebnis reduziert werden. Bei Fragestellungen, wo es um eine Erkrankung, Störung oder eine wie auch immer geartete Problematik geht, kann ein IQ-Test ein Baustein für die Diagnosestellung sein und uns helfen, manches zu klären. Dies ist aber eine ganz andere Voraussetzung und Fragestellung, um einen IQ-Test durchzuführen …

Eichenprozessions… – was?

Seit Juni suchen uns wieder häufig Kinder und deren Eltern mit scheinbar unerklärlich auftretenden, stark juckenden Hautausschlägen auf. Des Rätsels Lösung: Eine Reaktion auf Eichenprozessionsspinner bzw. auf deren behaarte Raupen. Die Kinderärzte erklären: Die Raupen des Eichenprozessionsspinners, eines Nachtfalters, treten oft zu Tausenden auf. Die Tiere stammen eigentlich aus der Mittelmeerregion und bewohnen Eichen, wie der Name schon denken lässt. Man sollte darum die Bäume dringend meiden. In Gespinstnestern, die an Zuckerwatte denken lassen, bevölkern die Raupen oft größere Flächen. Die Raupen bilden 0,1-0,3mm große Härchen mit Widerhaken aus, die auch ohne Berührung über die Luft weitergetragen werden. Das in den Härchen sich befindende Nesselgift Thaumetopoein löst die Symptome aus. Es bilden sich an unbedeckten Hautpartien stark juckende Rötungen, Pusteln und Quaddeln. Auch die Augen können betroffen sein: Rötungen der Bindehäute, Schwellungen und Lichtscheu sind die entsprechenden Zeichen. Wichtig ist, ja nicht zu reiben, sondern den Augenarzt die Härchen entfernen zu lassen, um Hornhautentzündungen zu vermeiden. Kommen die Härchen in die Atemwege droht hier eine Entzündung mit Husten und bronchitis- oder kehlkopfentzündungsähnlichen Erscheinungen. Bei Asthmatikern können Asthmaanfälle auftreten. Aufgrund …

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Zeckenalarm!

Häufig werden Kinder wegen eines Zeckenbisses vorgestellt. Was kann man hier selber tun? Die Kinderärzte raten: Zunächst einmal keine Panik! Die Zecken können mit Pinzetten, Zeckenzange, Zeckenkarte oder einem Zeckenlasso entfernt werden. Die Zecke von den flachen Seiten her möglichst hautnah fassen und langsam senkrecht nach oben entfernen. Nie vorher mit Öl, Alkohol oder anderen Flüssigkeiten beträufeln, auch nicht drehen oder andere Manöver ausführen. Wenn das Mundwerkzeug stecken bleibt, keine Angst, es fällt von alleine ab. Danach die Stelle desinfizieren. Gegebenfalls ist der Tetanusschutz aufzufrischen. Die Ansteckungsgefahr steigt bzgl. der Borrelien erst nach 6-8 Stunden so richtig an, bei der FSME kann eine Ansteckung bereits schneller erfolgen. Achten Sie auf Symptome wie eine sich ausbreitende Hautrötung, die u.U. auch stichfern gelegen sein kann, später auch Gelenkschwellungen (insbesondere Knie), einen hängenden Mundwinkel oder ein sich nicht ganz schließendes Lid, Fieber oder grippale Symptome und besprechen sie diese Krankheitszeichen mit Ihrem Kinderarzt. Generell: Schützen und vorbeugen ist das Beste. Im Wald sollten die Kurzen lange Hosen anziehen. Suchen Sie die Kinder immer nach einem Ausflug oder einer …

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Mein Kind hat Asthma – was heißt das?

Die Kinderärzte erklären: Asthma ist eine häufige Erkrankung. Bis zu 10% der Kinder leiden unter Asthma, nicht alle werden diagnostiziert. Auf dem Boden einer Entzündung der Schleimhaut der Atemwege kommt es zu einer überempfindlichen, überstarken Reaktion der kleinen Bronchien (man spricht von der sogenannten Hyperreagibilität der Atemwege). Die Folgen sind eine Schleimhautschwellung, ein zäher Schleim und eine Verkrampfung der Bronchialmuskulatur. Alle drei Faktoren führen zu einer Bronchienverengung. Langfristig können u.U. bleibende Veränderungen der Atemwege (ähnlich wie bei einer Narbenbildung) entstehen. Wichtig zu betonen ist der zentrale Aspekt der Entzündung der Atemwege, da hier wichtige Medikament der Asthmatherapie angreifen. Andere Medikamente entspannen die verkrampfte Brochialmuskulatur. Die erwähnten Entzündungsfolgen (Schleimhautschwellung, vermehrte Schleimproduktion und Bronchienverengung) verhindern den normalen Luftfluß vor allem während der Ausatmung, aber auch bei der Einatmung. Der Widerstand für den Luftfluß in den Atemwegen ist deutlich erhöht. Man könnte sagen, der Patient „kriegt seine Luft nicht mehr los“! Es folgen Husten, pfeifendes Atemgeräusch, das Gefühl, schlechter Luft zu bekommen und andere Symptome. Die Erkrankung ist heutzutage gut behandelbar. Man kann erreichen, daß die Kinder eine quasi …