Monate: Oktober 2014

Ebola – wie groß ist das Risiko für Deutschland wirklich?

Ebola ist eine weltweite Bedrohung! Ja. Und weil es bisher vor allem die armen Länder Westafrikas betrifft ist es dort eine Katastrophe. Der Virus löst an den kleinsten Gefäßen eine Durchlässigkeit für Blut aus was zu den bekannten Darmblutungen aber auch zu Organversagen (Leber, Nieren, Lunge) führen kann. Dies zu behandeln erfordert Hochleistungsmedizin. Und das unter maximalem Infektionsschutz. Man braucht nicht viel Fantasie um sich vorzustellen dass das in Westafrika nicht annähernd für alle Patienten bereit gestellt werden kann. In Deutschland gibt es für derzeit noch keinen inländischen Ansteckungsfall. Gottseidank! Das liegt sicher auch an der guten Ausrüstung in den Infektionsabteilungen und vor allem der Möglichkeit zu entsprechender Personalbereitstellung. Jeder Ebola-Kranke benötigt immerhin 16 Pflegekrägte und 4 Ärzte!!! Ansteckung erfolgte in den mitteleuropäischen Ländern bisher ausschließlich bei der Pflege der Kranken, die sich in Westafrika angesteckt hatten. Sich auf offener Straße anzustecken ist praktisch unmöglich. Die Kinderärzte meinen: Es gibt also derzeit kein Risiko für den Normalbürger. Und damit auch keinen Grund, sich Sorgen zu machen. Und vielleicht wäre das ja schon ein Grund für …

Neu: Grippe-Impfung ohne Pieks!!!

Die Grippe-Welle hat begonnen! Wer noch keinen Impfschutz gegen die erwarteten Influenza-Viren 2014/15 hat, sollte sich diesbezüglich bei einem Arzt oder Apotheker beraten lassen! Empfohlen wird die Grippe-Impfung vor allem für Personen ab 60 Jahre Schwangere, die während der Influenzasaison schwanger sind Personen mit erhöhter gesundheitlicher Gefährdung infolge eines Grundleidens (wie z.B. chronische Krankheiten der Atmungsorgane, Herz- oder Kreislaufkrankheiten, Leber- oder Nierenkrankheiten, Diabetes oder andere Stoffwechselkrankheiten, chronische neurologische Grundkrankheiten wie z. B. Multiple Sklerose mit durch Infektionen getriggerten Schüben, angeborene oder erworbene Immundefizienz oder HIV) Bewohner von Alters- oder Pflegeheimen Personen mit erhöhter Gefährdung Personen, die als mögliche Infektionsquelle für von ihnen betreute Risikopersonen fungieren Personen mit direktem Kontakt zu Geflügel und Wildvögeln (die Impfung schützt zwar nicht vor der Vogelgrippe, aber es werden damit problematische Doppelinfektionen vermieden) [Quelle: RKI: Robert Koch Institut] Kinder in Gemeinschaftseinrichtungen (KiTa, Schule, etc.) gelten auch als erhöht gefährdet. Seit der vergangenen Saison ist bereits ein „schmerzfreier“ Impfstoff verfügbar, der ohne Pieks nasal zu geben ist, vergleichbar einem Nasenspray. Er trägt den eingetragenen Handelsnamen Fluenz! Er wird von den gesetzlichen …

Klo

Wenns nicht klappt – was tun bei Verstopfung?

Die Kinderärzte meinen: Ein leidiges Thema ist die Verstopfung – die Kinder sind wirklich geplagt! Manchmal tritt die Verstopfung auch nur als kurze Episode auf, bei einer Dauer von über 3 Monaten spricht man dann aber von einem chronischen Problem. Die Kinder leiden unter Bauchschmerzen, Übelkeit, Appetitlosigkeit, Erbrechen, Blähungen und Schmerzen beim Toilettengang. Zum Teil sind auf dem Stuhl Blutauflagerungen als Folge von – schmerzhaften – Schleimhauteinrissen zu sehen. Der Stuhl ist oft großkalibrig und sehr hart, manchmal geht unwillkürlich Stuhl ab oder die Unterhose ist oft verschmiert. Paradoxerweise kann es auch zu scheinbarem Durchfall kommen, wenn der Darm sich sozusagen versucht, selbst zu helfen. Neben situativen Auslösern (beispielsweise Änderungen des Tagesrhythmus oder der Umgebung), Problemen bei der Sauberkeitserziehung oder ähnlichen äußeren Ursachen sind gerade auch ernährungsbedingte Verstopfungen häufig. Natürlich kann auch einmal eine Erkrankung (z.B. des Darmes oder der Nerven) dahinterstecken, dies ist jedoch viel seltener. Ein Besuch beim Kinderarzt ist bei Verstopfung immer angeraten. Ansonsten ist eine gewisse Umstellung der Lebensgewohnheiten manchmal doch nötig. Zunächst sollte man auf eine gesunde, ballaststoffreiche Ernährung achten. …

Immer das Gleiche an der Kasse…

Die Kinderärzte antworten: Das kennen Sie bestimmt auch! Man steht an der Kasse und die Kinder fangen an, wegen der dort aufgebauten Süßigkeiten zu quengeln. Eine Falle, die die Verkaufspsychologen prima hingekriegt haben. Es ist generell ein erheblicher Umsatz in dieser Wartezone zu machen, in der die Kunden noch schnell etwas in den Wagen legen, was eigentlich nicht auf dem Einkaufszettel stand. Und die Kinder sehen genau das, was Mama und Papa sonst vielleicht sowieso nicht so schnell kaufen würden, was sie aber genau jetzt soooo gerne haben wollen. Es gibt psychologische Untersuchungen, ab wann die Kinder akzeptieren, dass die Eltern an der Kasse keine Süßigkeiten kaufen. Das Ergebnis: erst ab 15 Mal konsequentem „Nein“-Sagen! Wenn man es aber vorher doch mal erlaubt, sind es schon etwa 40 Mal konsequentes „Nein“-Sagen, die dann schließlich noch zu dem Lernerfolg beim Kind führen, daß die Eltern an der Kasse wirklich nichts Süßes kaufen. Denn es hat ja vorher gelernt, dass Eltern bei längerer Bearbeitung sich doch noch umstimmen lassen. Und unregelmäßige Belehnung (hier: Papa kauft doch mal …

Biofeedback – sanft gegen ADHS oder ADS?

Biofeedback bei ADS (Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom) Die Kinderärzte antworten: Ja, auch das kann in kundigen Händen eine Therapieoption sein! Bei ADS ist das Gehirn insbesondere im Bereich des Stirnlappens zu wenig erregt. Dadurch kommt es zu den bekannten Problemen mit mangelnder Konzentration und mangelnder Impulskontrolle. Es fehlt die Selbstregulierung. Generell gilt: Biofeedback ist – wie auch alle anderen Maßnahmen und Therapieoptionen – kein Allheilmittel, kann aber eine gute Behandlungsalternative oder eine ergänzende Möglichkeit zur sonstigen multimodalen Therapie bei ADS sein. Wie funktioniert Biofeedback? Biofeedback ist eine wissenschaftlich fundierte Methode der Verhaltensmedizin, mit deren Hilfe normalerweise unbewusst ablaufende Prozesse durch Rückmeldung (feedback) wahrnehmbar und beeinflussbar gemacht werden. Es geht also darum, die Selbstkontrolle von Hirnaktivitäten zu erlernen und zu trainieren. Die Kinder lernen spielerisch und kindgerecht über die Rückmeldung an einem Monitor, bestimmte Wege im Gehirn zu aktivieren. Die Patienten bekommen auf die Kopfhaut Elektroden aufgebracht, die die Gehirnströme in Echtzeit zurückmelden. Über ein Computerprogramm kann das Kind sehen, wie es die Gehirnströme beeinflusst – für das Kind wird dies zum Beispiel durch ein Flugzeug visualisiert, das es …

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Lernen fördern durch Sport

Die Kinderärzte erläutern: Auch der Alltag von Kindern wird immer schnelllebiger und anspruchsvoller. Der Leistungsdruck und die an die Kinder herangetragenen Erwartungen steigen. Psychosomatische Beschwerden wie Kopf- oder Bauchschmerzen sind keine seltene Folge. Hier kann Sport ein guter Ausgleich sein, aber Sport wirkt sich auch positiv auf das Lernen aus. Deshalb ist es gut, den Kindern außerhalb des Schulunterrichts im sinnvollen Umfang Angebote zu machen, um die sportliche Betätigung zu fördern. Wie positiv sich täglicher Sport auswirkt, zeigt wieder die aktuelle Online-Ausgabe der Fachzeitschrift Pediatrics. Der nun publizierten Studie zufolge führen bereits 70 Minuten Sport täglich dazu, dass sich Kinder besser konzentrieren und weniger ablenken lassen. Auch die Flexibilität der Kinder, zwischen verschiedenen Aufgaben zu wechseln, steigerte sich. Natürlich verbesserte sich auch die körperliche Fitness. Außerdem wird das soziale Miteinander durch Sport in der Gruppe gestärkt. Florian Heinen, Chef der Neuropädiatrie des Haunerschen Kinderspitals der Uni München fasst das Thema Sport und Schule so zusammen: „Es gibt kein Lernen ohne Bewegung.“ Dies muss aus kinderärztlicher Sicht nebenbei auch im modernen Schulunterricht berücksichtigt werden. Darum nicht …