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Selfies und das eigene Körperbild….

Torso weibl GHx

Bilder vom eigenen Körper sind bei Jugendlichen noch nie so wichtig gewesen wie in der heutigen Zeit, in der unzählige Selfies für Facebook & Co oder einfach als Freizeitbeschäftigung gemacht werden. Die Möglichkeiten sich durch kosmetische oder elektronische Mittel dem Idealbild anzunähern sind explodiert.

Diese große Öffentlichkeit, die die Selbstdarstellungen damit bekommen, erhöht den Druck zur Perfektion. Das gilt als eine Ursache für eine gestörte, da negativ gefärbte, Wahrnehmung des eigenen Körperbildes.  Dies nennt man Körperschemastörung. Dabei besteht eine enge Verbindung zu Essstörungen, allem voran der Magersucht (Anorexia nervosa).

Unter einer Körperbild- oder Körperschemastörung leiden wenigstens vorübergehend bis zu 50% der Mädchen und 10-20% der Jungens. Vor allem während des Umbruchs in der Pubertät. Verständlich eigentlich denn sie müssen erst ihren eighenen Weg finden und die Grundlagen für ihr Selbstbewusstsein. Dazu kommt der sich noch stark verändernde Körper (z.B. Stichwort Pubertätsspeck).

Wie kann man als Lebenserfahrene/r entgegenwirken?

Eine Gegenposition einzunehmen ist sinnvoll, wird aber weniger erreichen als Sie sich wünschen. Die verfolgten Ideale stehen fest und werden jeden Tag in den Medien noch fester gemauert – etwa durch die Fotos von Laufstegen und die Ratschläge der selbsternannten Style-Profis. Und auch die jugendlichen Cliquen und Gruppen funktionieren nach ihren eigenen Regeln.

Angezeigt sind aber auch hier die drei wichtigsten „Erziehungsmaßnahmen“ im Jugendalter:

  • Immer wieder die große Wertschätzung formulieren, vor allem auch den Körper des Jugendlichen betreffend
  • Stets ein offenes Ohr und eine offene Türe zu haben, wenn die Jugendlichen das suchen
  • Sachliche Information zu Fakten und Hintergründen geben und unzutreffende Meinungsmache in den Medien relativieren

Ist ein gestörtes Körperbild immer harmlos?

Nach der Pubertät normalisiert sich die einfache Störung der körperlichen Selbstwahrnehmung häufig von selbst. Allerdings kann sie auch der Beginn einer Essstörung sein, also einer chronischen und bedrohlichen Erkrankung, die das Leben verändert. Der Übergang zwischen der häufig gestörten Körperwahrnehmung bei Jugendlichen und einer eigentlichen Magersucht oder einer Ess-Brech-Sucht (Bulimie) ist dabei manchmal fließend.

Vorsicht ist vor allem geboten:

  • wenn die Stimmung des Jugendlichen dauerhaft gedrückt ist
  • wenn sie oder er sich isolieren, etwa durch Rückzug und den Abbau von Sozialkontakten
  • wenn Essen oder das Vermeiden von Essen einen unnatürlich großen Raum im Denken einnimmt
  • wenn Sport und Bewegung suchtartige Intensität bekommt
  • wenn der Körper-Masse-Index stark abnimmt oder sogar untergewichtig wird (Sie können das hier überprüfen)

DieKinderärzte raten: Spätestens in solchen Fällen ist professionelle Beratung erforderlich.

DrGH

3 Kommentare

  1. Carli sagt

    Ist doch eigentlich kein Problem mehr. Ist doch ständig in der Zeitung seit diese Models tot waren

    • Ich denke, Carli, Sie haben recht, dass die Gesellschaft sensibler geworden ist für das Problem Magersucht (meinen Sie das?). Dennoch bleibt die Unsicherheit der Jugendlichen, was ihr Körperbild betrifft. Ein normales Phänomen, solange es nicht eskaliert. Danke für den Kommentar, DrGH.

  2. Pingback: Der “Struwwelpeter”, ein kinderärztliches Lehrbuch – hätten Sie das gewusst? | die Kinderärzte

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