Jahr: 2015

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Ein Plädoyer für Gesellschaftsspiele

Es scheint paradox: Die weltgrößte Messe für Gesellschaftsspiele „Spiel“ hat im letzten Jahr einen neuen Besucherrekord verzeichnet und bei den Familienspielen gab es in Deutschland ein Umsatzplus von 12,6%. Und trotzdem finden Spieleabende und gemeinsames Spielen in den Familien immer weniger statt. Dieser Widerspruch lässt sich eigentlich nur so erklären, dass sich viele Leute von den unzähligen, optisch toll aufgemachten Neuheiten im Bereich der Gesellschaftsspiele zum Kauf animieren lassen – und dass sich dann die Kartons weitgehend unbenutzt in Regal und Keller stapeln. Es gibt jedoch viele Gründe dafür, dies zu ändern! Der wichtigste Grund ist, dass es riesigen Spaß machen kann, mit der ganzen Familie um Sieg und Niederlage zu wetteifern – sei es gemeinsam in Kooperationsspielen oder auch gegeneinander. Voraussetzung ist jedoch, dass Kinder das Spielen lernen, sonst geht der Spaß schnell verloren und Frustration macht sich breit. Am besten beginnt man mit dem Spielen bereits im frühen Kindergartenalter. Die Kinder lernen einerseits erste, einfache Regeln kennen und anderseits auch, diese einzuhalten. Denn nur wenn sich alle an die Regeln halten, kann Spielen …

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Zitat der Woche – jetzt sind Sie mal daran!!!

Wir haben uns jetzt lange genug zusammen mit unseren Freunden Erich Kästner, Sokrates, Khalil Gibran oder Manuel Neuer Zitate aus den Fingern gesaugt…:) Jetzt sind Sie mal daran! Senden Sie uns Ihre lustigsten, wahrsten oder tiefgründigten – oder einfach nur Ihre Lieblingszitate. Über Kinder. Von Kindern. Oder von Ihnen. Die coolsten 12 werden wir im Jahresverlauf 2016 hier veröffentlichen, und zwar jeweils mit einem der begehrten Doc Schwarz-Cartoons. Einsendungen bitte an blog@kinderarztmitherz.de! Oder einfach als Kommentar hier! Daaaaaanke! Ihre Docs vom Kinderarztblog!

2 Schafe

Warum „Mama“ oder „Papa“ in fast allen Kulturen gleich klingt…

Die Worte Mama und Papa stammen von den ersten Lauten ab, die ein Kind stammeln kann. Und das ist unabhängig von der Kultur. Es ist ein Menschheitsphänomen. Und weil dies zeitlich mit dem wichtigsten Bezug dieses Alters zusammenfällt, nämlich dem Aufbau der Beziehung zu den Eltern, erhalten diese dieses erste Stammeln gleich zugeordnet. Mama heisst weltweit: Mama, Maman, Mami, Mum, Nana. Papa auch: Dada, Tata, Baba. Im Georgischen heißt übrigens der Papa Mama und die Mama Deda. Und Eskimo-Kinder sagen anana (Mama) ataata (Papa). Süß, oder?

Relax

Die 1000 Tage, die die Weichen für das ganze Leben stellen!

Die ersten 1000 Tage entscheiden über fast alles. Von der Befruchtung der Eizelle bis etwa zum Alter von 2,5 Jahren. Nicht nur angeborene Fehlbildungen oder Geburtsstörungen fallen in diese Zeit, sondern auch die wichtige Zeit der frühkindlichen Entwicklung. Da werden viele psychologische Faktoren geprägt, die mit entscheidend sind für den späteren Charakter und wichtige psychologische Eigenschaften wie die Fähigkeit zu genießen. Aber eben im Sinne des „Biological Programming“ auch organische Faktoren geprägt. Zum Beispiel zeigt sich, dass die Abwesenheit von körperlichem und psychischem Stress für das Kind zu stabileren Persönlichkeiten führt als wenn Krankheiten oder große Unruhe und vor allem fehlende Nähe dem Kind Stress machen. Die Stressforschung hat gezeigt, dass Kinder, die in den ersten 1000 Tagen in ihrem Wohlbefinden beeinträchtigt sind, nicht die gleiche Stressresistenz aufbauen wie unbeeinträchtigte Babys. Und das wiederum ist langfristig sogar mit körperlichen Risiken verbunden. Zum Beispiel tritt dann im Laufe des Lebens häufiger Übergewicht oder Bluthochdruck auf und auch die Rate an Schlaganfällen oder Herzinfarkten ist erhöht.

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Schwimmen kriegt die 1 vom Jugendsportmediziner

Wasser macht Spaß!!! Allerdings haben im Winter viele Eltern Angst, ihr Kind ins Schwimmbad zu lassen, weil nasse Haare und Auskühlung als Risiko für Erkältungskrankheiten gesehen werden. Ich möchte Sie ermutigen, mehr die Vorteile des Schwimmens zu sehen, und den Winter keine wasserfreie Jahreszeit sein zu lassen. Denn Schwimmen ist ein wunderbarer Sport, nicht nur im Kindesalter. Aber gerade im Kindesalter wünschen wir uns Körperschulung zur gleichmäßigen Kräftigung möglichst vieler großer Muskelgruppen. Damit wird eine gesunde orthopädische Entwicklung unterstützt. Außerdem wird Grundlagenausdauer geschult. Die Luftfeuchtigkeit in der Schwimmhalle verhindert eine zu starke Austrocknung der Schleimhäute. Außerdem macht Wasser Spaß!!!! Erkältungsrisiken durch nasse Haare werden sicher überschätzt. Warme Kleidung und Fönen schadet aber natürlich dennoch nicht. Gerade in Zeiten, in denen die Hochsaison der Schul- und Hausaufgaben zu viel Zeit am Schreibtisch zwingt, wäre ein Ausgleich wichtig. Schwimmen eignet sich hierfür gut.

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Weihnachtszauber – oder die schönste Lüge der Welt

„Lüg‘ mich nicht an!“, ermahnen Eltern regelmäßig ihren Nachwuchs – und handeln selbst doch in der Vorweihnachtszeit immer wieder vorsätzlich und ganz ohne schlechtes Gewissen genau gegenteilig. Und das ist auch gut so! Wer es selbst als Kind erleben durfte, weiß, welches einzigartige Gefühl es ist, die Adventszeit hindurch und vor allem an Heiligabend dem Besuch des Christkindes entgegenzufiebern, vor der verschlossenen Türe zu stehen und auf das erlösende Klingeln des Glöckchens zu warten und dann – wenn die Türe sich endlich öffnet – den weihnachtlich geschmückten Baum mit den Geschenken zu bestaunen. Und wenn es gelingt, diesen Weihnachtszauber weiterzugeben, so wird er uns auch Jahrzehnte später beim Blick in die staunenden Augen unserer Kinder erneut in seinen Bann ziehen. Fröhliche Weihnachten! Wir danken unserer Gastautorin B. Ehlenberger für diese Beitrag!