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Das (hoch-) sensible Kind – ein Buchtipp

Aron Buchtipp

Die Kinderärzte meinen, dass das Thema „Hochsensibilität“ in der Medizin wie in der Pädagogik noch zu wenig beachtet wird, auch wenn es als HSP (highly sensitive personality) inzwischen auch unter Laien diskutiert wird.

Was ist Hochsensibilität? Sind hochsensible Menschen „Weicheier“? Gibt sich das wieder?

„Hochsensibilität“ bedeutet zunächst nur, dass das Nervensystem Reize aus der Umwelt oder aus dem eigenen Körper verstärkt registriert. Das ist eine Persönlichkeitseigenschaft. Diese bleibt so bestehen, auch wenn sie durch Lernprozesse und Anpassungen in bestimmten Grenzen verändert werden kann.

Darin liegt nun ein Risiko aber auch eine Chance:

  • als Risiko gilt, dass die verstärkte Wahrnehmung zu einer Überforderung führen kann. Zu viele Reize können nicht mehr ausreichend verarbeitet werden. Ein Beispiel hierfür wäre das Kind, das sich bei zu viel Stimmengewirr oder bei sich schnell verändernden Bildern (z.B. schnelle Computerspiele) unwohl fühlt oder zurück zieht
  • Von medizinischer Bedeutung ist außerdem, dass normale Körperfunktionen, wie etwa die Darmaktivität oder der Herzschlag, als bedrohlich wahrgenommen werden, obwohl kein eigentliches Risiko vorliegt.
  • Allerdings bestehen auch Chancen. Viel wahrzunehmen ist ja auch eine Fähigkeit. Die umfangreiche Wahrnehmung führt nicht selten z.B. zu einer ausgepräten Kreativität, die auch beruflich oder in  Hobbies nutzbar ist.

Warum halten wir das Thema Hochsensibiltät für wichtig?

Um dem Kind gerecht zu werden, sollten hochsensible Kinder früh erkannt werden. Damit kann das Risiko einer Fehlentwicklung vermindert werden und die Chancen, die darin liegen, genutzt werden.

Die Kinderärzte empfehlen für Interessierte die Bücher der US-amerikanischen Forscherin Dr. Elaine Aron. Das wichtigste ist auch auf Deutsch erschienen:

Elaine Aron: Das hochsensible Kind (Buchtipp)

DrGH

Kategorie: Buchtipp

von

Dr. med. Gerald Hofner

Dr. Gerald Hofner war wissenschaftlicher Mitarbeiter und Oberarzt der Universitätskinderklinik Erlangen-Nürnberg, bevor er seit 2003 in der von ihm gegründeten Praxis für Kinder und Jugendliche in Neudrossenfeld und Bayreuth tätig wurde. Sein Fokus liegt auf der Schwerpunktversorgung für Kinderkardiologie, Kinderpneumologie und Jugendsportmedizin, sowie auf der Prävention. Ihm ist dabei wichtig, die Erkenntnisse der Wissenschaft verständlich zu den Patienten und ihren Familien zu bringen. Als Vater von zwei Töchtern weiß er um die Probleme von Familie.

2 Kommentare

    • Danke, liebe Julia, für Ihre Ergänzung. Wir unterstützen gerne alles, was geeignet ist, Eltern das Verständnis für ihr hochsensibles Kind zu erleichtern.
      Danke.
      DrGH

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