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Handy-Telefonieren und Hirntumore – also doch….?

Hirntumor.  15 Jahre alter Junge.  ©Rechte bei A. Christaras. Creative Commons-Lizenz: http://creativecommons.org/licenses/by/2.5/legalcode

Der Verdacht ist seit langem in der Diskussion: Das mobile Telefonieren (Handy oder schnurlos) soll das Risiko für Hirntumore erhöhen. Und zwar vor allem bei Kindern und Jugendlichen.

Jetzt zeigt eine weitere Studie, dass daran etwas daran sein könnte: Der schwedische Krebsforscher Lennart Hardell hat mit seinem Team Nutzungsdauer von mobilen Geräten am Ohr und das Auftreten von Hirntumoren in Schweden verglichen und fand dabei ein erhöhtes Risiko. Abhängig von der gesamten Zeitdauer eines mobilen Telefons am Ohr stieg das Risiko bis auf das 3-fache.

Als Ursache gilt die Wirkung der elektromagnetischen Wellen auf den Körper. Das Risiko für unerwünschte Wirkungen gilt als umso höher, je höher die Strahlungsleistung der Geräte ist, messbar als sogenannter SAR-Wert des Gerätes. Dieser wird vom Hersteller oder Vertreiber der Telefone angegeben.

Auch wenn es immer noch nicht als gesichert gilt – die Kinderärzte empfehlen die folgenden Vorsichtsmaßnahmen, und zwar besonders bei Kindern, aber nicht nur da:

  • Begrenzen Sie das Telefonat auf kurze Gesprächsdauer, nutzen Sie für lange Gespräche kabelgebundene Apparate
  • Bringen Sie Ihren Kindern schon das Telefonieren mit Begrenzung auf das Wesentliche bei
  • Nutzen Sie bei mobilen Telefonaten Headsets
  • Halten Sie das Telefon erst nach erfolgtem Aufbau der Verbindung an das Ohr (höhere Strahlungsleistung während des Aufbaus der Verbindung)
  • nutzen Sie SMS (für das SMS-Chatten ist kein Risiko bekannt)
  • Achten Sie beim Kauf eines Gerätes auf einen möglichst niedrigen SAR-Wert (die gesetzliche Grenze wird natürlich von allen Herstellern eingehalten)

Alle Interessierten warten nun gespannt auf die Ergebnisse einer großen Europäischen Studie zum Thema „Hirntumore durch mobiles Telefonieren?“, der sogenannten MOBI-Kids-Studie.

DrGH

Beitragsbild: Kernspin-Tomographie eines Hirntumors bei einem 15 Jahre alten Jungen. © Bildrechte bei A. Christaras. Creative Commons-Lizenz: http://creativecommons.org/licenses/by/2.5/legalcode

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Dr. med. Gerald Hofner

Dr. Gerald Hofner war wissenschaftlicher Mitarbeiter und Oberarzt der Universitätskinderklinik Erlangen-Nürnberg, bevor er seit 2003 in der von ihm gegründeten Praxis für Kinder und Jugendliche in Neudrossenfeld und Bayreuth tätig wurde. Sein Fokus liegt auf der Schwerpunktversorgung für Kinderkardiologie, Kinderpneumologie und Jugendsportmedizin, sowie auf der Prävention. Ihm ist dabei wichtig, die Erkenntnisse der Wissenschaft verständlich zu den Patienten und ihren Familien zu bringen. Als Vater von zwei Töchtern weiß er um die Probleme von Familie.

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