Entwicklung, Leben
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Schwimmen – keine Sportart wie jede andere

Die Kinderärzte und wohl alle Eltern kennen solche oder ähnliche Situationen: Beim Sonntagsspaziergang sitzt das Kind auf einmal mit den besten Kleidern mitten in der einzigen Pfütze weit und breit oder spritzt sich am Brunnen von oben bis unten nass, noch bevor ihn die Eltern überhaupt entdeckt haben. Da die enorme Anziehungskraft von Wasser auf fast alle Kinder hinlänglich bekannt ist, sind meist Wechselklamotten im Gepäck dabei, sodass das Problem dann schnell behoben ist.
Spätestens ab dem Grundschulalter, also ab dem Zeitpunkt, ab dem Kinder immer selbstständiger werden und damit auch unbeaufsichtigt unterwegs sind, muss man sich als Eltern aber Gedanken darüber machen, wie man Kinder vor der – im Vergleich zum nassen Hinterteil während des Sonntagsspaziergangs – nicht zu unterschätzenden Gefahr des Ertrinkens, die von Gewässern aller Art ausgeht, schützen kann. Verbote scheinen in diesem Zusammenhang wenig hilfreich, da Verbotenes bekanntermaßen erst recht reizvoll ist. Deshalb ist es unbedingt notwendig, dass Kinder das Schwimmen lernen, keine Angst vor dem Wasser haben und sich sicher im Wasser fortbewegen können. Umso erschreckender erscheint es, dass 1/3 aller Schüler am Ende der Grundschule noch Nichtschwimmer sind!
Kinder können etwa ab 5 Jahren schwimmen lernen (vorher fehlt häufig noch die Kraft, um eine längere Strecke zu bewältigen). Man sollte nicht zu lange damit warten, mit dem Schwimmunterricht zu beginnen, da es den Kindern mit zunehmendem Alter immer peinlicher wird, wenn den Freunden und Klassenkameraden auffällt, dass sie nicht schwimmen können. Dies führt häufig dazu, dass alle möglichen Ausreden gefunden werden, um z.B. den Schwimmunterricht in der Schule zu schwänzen. Damit schwindet aber die Chance, dass das Schwimmen noch erlernt wird.
Wie viele andere Sportarten auch, macht Schwimmen Spaß und ist gesund. Darüber hinaus kann es aber im Notfall auch Leben retten – das eigene oder auch das anderer!

B. Ehlenberger

Wir danken unserer Gastautorin Birgitt Ehlenberger, Gymnasialpädagogin, für diesen Beitrag.
DrS

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