Monate: Juni 2015

frecher Kerl

Zum Umgang mit hochsensiblen Kindern

Hat man erkannt, dass man ein hochsensibles Kind hat, erleichtert dies den Umgang und stellt zunächst eine Entlastung für Eltern und Kind dar, da viele Situationen nun erklärbar erscheinen. Da das Kind mit zunehmendem Alter jedoch mit immer mehr verschiedenen Bezugspersonen und auch fremden Menschen in Kontakt kommt, die – da äußerlich nicht erkennbar – nichts von seiner Hochsensibilität wissen, ist es notwendig, dem Kind Strategien mit auf den Weg zu geben, die ihm das Leben in unserer Gesellschaft erleichtern. · Konfrontation mit schwierigen Situationen: Hilft man dem Kind, bekanntermaßen schwierige Situationen zu meistern, kann es erleben, dass es in der Lage ist, diese gefahrlos zu bewältigen. Dadurch wird das Selbstbewusstsein gestärkt und die Erfahrung kann im Laufe der Zeit auch auf andere Situationen übertragen werden. · Umweltreize filtern: Befindet man sich in einer Situation, in der viele äußere Reize (Geräusche, Gerüche, Farben…) auf das Kind einwirken, kann man es auf einzelne Sinneseindrücke hinweisen, auf die es sich konzentrieren soll. So kann das Kind lernen, die Reize zu filtern – wobei es immer deutlich mehr …

Stelzen

Hochsensible Kinder

Immer häufiger hört und liest man in den Medien (u.a. auch schon in diesem Blog) von hochsensiblen Kindern. Viele Eltern werden sich allerdings die Frage stellen, wie man erkennen kann, ob man ein hochsensibles Kind hat oder nicht. An dieser Stelle sollen einige Aspekte dargestellt werden, welche Hinweise auf eine Hochsensibilität sein können: Bei sehr kleinen Kindern im Säuglingsalter ist eine Hochsensibilität noch schwer zu erkennen. Lediglich eine extreme Wachsamkeit und sehr schnelle Überreizbarkeit können darauf hindeuten, dass das Kind hochsensibel auf seine Umwelt reagiert. Deutlicher werden die Anzeichen, wenn sich das Kind in einer größeren Gruppe bewegt – sei es in der Krippe oder im Kindergarten: · Strömen sehr viele Reize auf die Kinder ein, die nicht gefiltert werden können, kann es zum Auftreten plötzlicher Schreiattacken ohne erkennbaren äußeren Anlass kommen. · Besondere Herausforderungen stellen für hochsensible Kinder Übergänge im Tagesablauf (z.B. vom Freispiel zur Brotzeit) dar. · In für sie neuen Situationen (z.B. bei geplanten Ausflügen) wirken hochsensible Kinder häufig überängstlich. · Dies gilt auch für potentiell gefährliche Situationen (z.B. beim Betreten einer …

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Masern schwächen das Immunsystem gefährlich!

Die Kinderärzte berichteten an dieser Stelle vor Kurzem über die dringende Notwendigkeit der Masernimpfung für Kinder. Nun wurde kürzlich eine Studie im renommierten Wissenschaftsjournal „Science“ veröffentlich, die die Gefährlichkeit der Erkrankung unter einem vielen Menschen unbekannten Aspekt bestätigt. Eine Maserninfektion kann den Patienten durch eine tiefgreifende Schwächung des Immunsystems nämlich auf Jahre hinaus (!) anfälliger für andere Krankheitserreger machen. Die Maserninfektion zerstört die Gedächtniszellen des Immunsystems, sodass die früher schon erworbene Fähigkeit zur Abwehr vieler Keime dann wieder mühsam über lange Zeit aufgebaut werden muss. Durch die Impfung wird die Entstehung der beschriebenen Schwächung des Immunsystems verhindert, wodurch sich neben dem direkten Effekt der Vermeidung von Masernkomplikationen auch die massive Senkung der Kindersterblichkeit seit Einführung der Masernimpfung vor 50 Jahren erklären lässt. Kaum eine Erkrankung ist leichter zu verhindern. Die Kinderärzte raten zur Masernimpfung. DrS

Fingerknacks

Warum Finger knacksen? Ultramoderne Medizintechnik löst das Rätsel nun…

Jeder kennt es aus den Schultagen: Es gibt Menschen, die ihre Finger knacksen lassen können, und solche, die es nicht können. Die medizinische Wissenschaft hat nun nach fast einem Jahrhundert die Ursache klären können. Dazu wurde eine utramoderne Kernspintomographietechnik eingesetzt, nämlich die Analyse schneller bewegter Echtzeitbilder. Ursache des knacksenden Gelenks ist danach das Entstehen einer Blase im Bereich der Gelenkskapsel, also ein erzeugter innerer Hohlraum. Der entsteht nämlich, wenn das Ziehen an den Fingern die beiden Knochen des Gelenks voneinander entfernt. Und das macht das Geräusch. Abnutzen wird sich die Gelenkfläche dabei nicht. Also muss zumindest aus dieser Sicht Knacksenlassen nicht verboten werden. Vielleicht können die Schulkinder beim Knacksenlassen ja jetzt gleich noch etwas Anatomie lernen…. Den Originalartikel zu der wissenschaftlichen Untersuchung finden Interessierte übrigens hier. DrGH

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Mittagsschlaf

Die Kinderärzte werden oft zu Themen rund um den Mittagsschlaf bei Säuglingen und Kleinkindern befragt. Darum auch an dieser Stelle einmal ein paar Bemerkungen dazu. Wie wichtig der Mittagsschlaf für die Gesundheit und die Entwicklung von Kindern ist, zeigen viele Daten. Dies ist für Kinder bis 2 Jahre gut belegt. Wie ist das aber danach? Eine kürzlich erschienene Studie australischer Forscher hat sich mit diesem Thema beschäftigt. Diesen Daten zufolge kann auch nach dem 2. Geburtstag ein Kind vom mittäglichen Nickerchen eindeutig profitieren, aber nicht immer. Es gibt auch Kinder, bei denen die positive Wirkung des Mittagsschlafs ins Gegenteil umschlägt und die Nachtruhe negativ beeinflusst. Darum ist bei nächtlichen Schlafschwierigkeiten die Mittagsschlafgewohnheit zu hinterfragen. Vielleicht kann man es kurz so zusammenfassen: Wenn ein Kind den Mittagsschlaf gerne macht und somit offensichtlich zeigt, dass es ihn braucht, soll es seine Mittagsruhe unbedingt wahrnehmen dürfen. Die Kinder, die den Mittagsschlaf ab etwa 2 Jahren aber abschaffen wollen, sollte man gewähren lassen. Es bringt weder Eltern noch den Kindern Vorteile, dann einen Mittagsschlaf zu erzwingen. Das wird sowieso …

Fröhlich

Keine Angst vor dem Zahnarzt!

Die Kinderärzte sprechen mit Kindern und Eltern oft über die Notwendigkeit zahnärztlicher Prophylaxe, Kontrolle und Behandlung. Oft wird auch gefragt, wie man die Kinder auf Zahnarztbesuche vorbereiten sollte. Dazu gibt es einige Tipps, die übrigens auch für andere Bereiche der Medizin, also auch für den Kinderarztbesuch, gelten: – Der wichtigste Punkt ist, dass die Eltern ein angstfreies Vorbild sind bzw. ihre eigene Angst nicht auf die Kinder übertragen. Kinder nehmen auch nonverbale Signale deutlich wahr! – Gehen Sie nicht erst, wenn eventuell schmerzhafte Behandlungen anstehen. Kontrollen sind medizinisch sinnvoll, machen die Normalität eines Zahnarztbesuches klar, führen zu Gewöhnung und bauen Ängste ab. – Planen Sie ausreichend Zeit für den Zahnarztbesuch ein, Hetzte führt zu Stress und lässt denn Besuch eventuell misslingen. – Machen Sie keine falschen Versprechungen, sondern bereiten Sie das Kind spielerisch, eventuell auch mit einem Buch, auf den Zahnarztbesuch vor. Oder spielen Sie die Situation mit dem Kuscheltier vor. Es sollte aber auch kein Thema sein, das zu breiten Raum einnimmt. – Drohen Sie nicht mit dem Zahnarzt, wenn das Kind zum Beispiel …

Regenbogen

Einzelkind auf Zeit

Der Alltag von Familien mit mehreren Kindern ist – gerade wenn sich die Kinder gut verstehen – häufig dadurch gekennzeichnet, dass relativ viel Zeit gemeinsam verbracht wird. Einerseits stellt es für die Eltern eine Erleichterung dar, wenn die Kinder sich miteinander beschäftigen, weil sie dadurch zeitlich entlastet werden. Andererseits macht man auch viele gemeinsame Unternehmungen, v.a. wenn die Kinder vom Alter und ihren Interessen her nicht allzu weit auseinander liegen. Dies ist natürlich wichtig, da gemeinsame Erlebnisse das Zusammengehörigkeitsgefühl von Familien stärken. Allerdings sollte man auch immer wieder Zeit einplanen, die – je nach den organisatorischen Möglichkeiten – ein oder beide Elternteile mit nur einem Kind verbringen. Geschwisterkinder, die noch nicht alt genug sind, um alleine zu Hause zu bleiben, werden in der Zeit z.B. von Großeltern, anderen Verwandten, bei Schulfreunden oder von einem Elternteil beaufsichtigt. Um Neid unter den Geschwistern zu vermeiden, sollten natürlich alle Kinder mal als „Einzelkind“ dran sein. Der kurzfristige Einzelkindstatus hat für Eltern und Kinder nur positive Auswirkungen. So können Eltern ihr Kind wesentlich individueller wahrnehmen als im Zusammenspiel mit …