Monate: Juni 2015

Regretting motherhood – ein Tabuthema

Regretting motherhood, wörtlich übersetzt die Mutterschaft zu bereuen, ist ein Thema, das kaum in der Öffentlichkeit angesprochen oder gar diskutiert wird. Es gibt dazu auch wenig wissenschaftliche Forschung. Dennoch scheint das Thema weit verbreitet und von großer Bedeutung. Orna Donath, eine israelische Soziologin befasst sich mit „regretting motherhood“. Sie beschreibt die ganz allgemeine Ambivalenz, das Hin- und Hergerissen sein, von Frauen, die Mütter sind. In ihrer jüngsten Studie zeigt Frau Donath, dass Frauen verschiedenen Alters, obwohl sie ihre Kinder lieben und schätzen, doch nicht selten ihre Entscheidung für das Dasein als Mutter, die Übernahme der Verantwortung für das Kind, die Belastungen, die körperlichen Veränderungen und den Verlust ihrer Freiheit und Selbstbestimmung bereuen. Dieses hier beschriebene Phänomen hat laut Orna Donath ganz ausdrücklich zunächst nichts mit der Problematik der Mehrfachbelastung der Frau in der heutigen Gesellschaft, mit der Belastung durch Beruf, Kariere, Kinder, Haushalt und Partnerschaft oder mit besonders belastenden Umständen wie der Krankheit eines Kindes zu tun, sondern ist ein tiefergreifendes und älteres Problem. Die Gesellschaft trägt an Frauen die Erwartung heran, dass sie Mütter …

Warum der Zusammenhang zwischen Schulangst und Blackouts viele Tausend Jahre alt ist

Um das Gefühl „Schulstress“ zu verstehen, muss man Tausende von Jahren zurückgehen. Der Körper höherer Lebewesen arbeitet in zwei unterschiedlichen Funktionsweisen – entweder im sogenannten „Entspannungs- und Verdauungsmodus“ oder im „Flucht- und Kampfmodus“. Zwischen den beiden können sie blitzschnell umschalten. Als die Menschen noch Jäger  und Sammler waren war die Unterscheidung dieser beiden Modi noch offensichtlicher, denn da gab es noch viel mehr das Risiko eines Kampfes oder einer nötigen Flucht. Im Flucht- und Kampfmodus („fight and flight“) passt sich der Körper blitzschnell an die erforderlichen körperlichen Höchstleistungen an. So steigen etwa die Herzschlagkraft und die Atmungseffektivität. Die Pupillen weiten sich, um mehr zu sehen. Gleichzeitig bekommt die visuelle Wahrnehmung aber den berühmten Tunnelblick. Die Muskulatur geht in Bereitschaft für schnelle Impulse. Lösungsorientiertes Denken ist eingeschränkt. Abbildung: Der Flucht- und Kampfmodus (Quelle: „The Fight or Flight Response“ by Jvnkfood – Own work. Licensed under CC BY-SA 3.0 via Wikimedia Commons – http://commons.wikimedia.org/wiki/File:The_Fight_or_Flight_Response.jpg#/media/File:The_Fight_or_Flight_Response.jpg) Was hat das nun mit dem Teufelskreis der Schulangst zu tun? Kinder mit Angst arbeiten im Kampfmodus. Damit ist ihre Fähigkeit, Wissen zu …