Monate: August 2015

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Erstgeborener sein ist nicht leicht!

Es ist ja in vielerlei Hinsicht nicht leicht, das erste Kind seiner Eltern zu sein, denn die müssen ja noch erzogen werden und kennen sich halt mit vielen Dingen noch nicht so gut aus. Nun bestätigen Forscher auch noch, dass Erstgeborene im Mittel dicker werden und eher zu Erkrankungen neigen als nachfolgende Geschwister. Ärzte aus Neuseeland zeigten, dass es einen Zusammenhang zwischen der Geschwisterreihenfolge und späteren Erkrankungsrisiken sowie dem Körpergewicht gibt. Zwar wiegen Erstgeborene zunächst eher weniger als ihre jüngeren Geschwister, aber sie haben eine zu 30% höhere Neigung, später im Leben Übergewicht zu entwickeln. Und es gibt Hinweise für die Neigung zu Diabetes, Herzkreislauferkrankungen, Stoffwechselstörungen und Bluthochdruck. Bei Männern ist die Körpergröße der Erwachsenen beim erstgeborenen Bruder am höchsten, jüngere Brüder werden eher kleiner. Es ist noch nicht klar, woher diese Phänomene rühren. Vielleicht kommen die im Vergleich hohe Aufmerksamkeit und vermehrte Fürsorge für das erste Kind und die bei nachfolgenden Kindern kleineren Ressourcen der Eltern zum Tragen. Vielleicht spielt auch eine beim ersten Kind noch nicht eingespielte Plazentaversorgung eine Rolle, was das niedrigere …

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Ist eine elektronische Überwachung von Kindern gut?

Es gibt es einerseits Ortungsgeräte mit Hilfe-Buttons, mit denen Kinder im Notfall auch die Eltern benachrichtigen können. Andererseits werden aber auch immer mehr Apps angeboten, die einfach auf das Smartphone geladen werden und die Eltern über den Aufenthaltsort informieren. „Oh, dass ist ja toll!“ mag wohl die erste Reaktion vieler Eltern sein, wenn sie erfahren, dass es mittlerweile zahlreiche technische Möglichkeiten gibt, immer über den Aufenthaltsort ihrer Kinder informiert zu sein. Dabei variiert der Grad der Überwachung von der Möglichkeit, sich den Aufenthaltsort des Kindes bei vermeintlichem Bedarf anzeigen zu lassen, bis hin zu einer Art „elektronischen Fußfessel“. Dies bedeutet, dass die Eltern sofort informiert werden, wenn das Kind einen festgelegten Bereich oder z.B. den normalen Schulweg verlässt. Man kann sich auch per Signalton benachrichtigen lassen, wenn das Kind ein zuvor angegebenes Ziel erreicht hat. Auch wenn dies zunächst alles hilfreich erscheinen mag, da Eltern sich sicherlich oftmals Gedanken darüber machen, wo sich ihre Kinder gerade aufhalten, birgt diese Art der Überwachung zahlreiche Risiken für die Entwicklung der Kinder, denn man vermittelt ihnen damit ja, …

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Was ist eine Hyposensibilisierung?

Eine Allergie ist eine krankmachende, fehlgerichtete Immunreaktion. Das Immunsystem richtet sich gegen einen Feind, der eigentlich keiner ist, z.B. gegen Pollenallergen. Aber Allergien sind unter bestimmten Voraussetzungen durch eine Hyposensibilisierung behandelbar. Für Asthmatiker gilt: Die Hyposensibilisierung ersetzt die sonstige Asthmatherapie nicht, ist aber ein wichtiger Baustein, wenn Allergien vorliegen! Was ist nun eine Hyposensibilisierung? Man kann durch das Zuführen von aufsteigenden Dosen des Allergens (z.B. Pollenextrakt) dem Immunsystem die überschießende und krankmachende Reaktion auf das Allergen abgewöhnen bzw. abtrainieren. Empfohlen wird eine Spritzenbehandlung oder auch (v.a. bei Gräserpollenallergie) eine Therapie mit Tabletten oder Tropfen. Wir bevorzugen eher die Injektion. Wenn man so will, kann man von einer „Allergieimpfung“ sprechen. Man impft die jeweilige Dosis in den Oberarm. Lokalreaktionen mit Rötung, leichter Schwellung und Jucken sind normal. Die Kinder werden für eine halbe Stunde nach der Verabreichung der Spritze noch in der Praxis beobachtet und dürfen dann nach Hause gehen. Mit der Hyposensibilisierung wird die Symptomatik verbessert. das Risiko der Entwicklung neuer Allergien wird gemindert. für Allergiker, die noch kein Asthma haben, das Risiko des Etagenwechsels gemindert. Die …

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Tipp der Woche – Kochen mit Kindern

Ein wenig Reis, Schinkensahnesoße, Gurken, Tomaten und Schnittlauch – mehr brauchen Sie nicht. Den Reis mit einem Schöpflöffel und einem Kaffee-Abmesslöffelchen formen, die Soße-Wolken hinkleckern, die Gurken und die Tomaten legen: fertig ist der bunte Kinderteller. Diesen hat übrigens ein 9jähriges Kind gestaltet, es ist also auch für ein Kind selber zu schaffen. Und das Gemüse zu schneiden und zu legen fördert auch schon wieder die Motorik und mathematisches Denken. Wie auch immer, jetzt erstmal guten Appetit!

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Tschüß, Fernseher, wir sind dann mal weg…!

Die Kinderärzte berichten kurz über die miniKIM2014-Studie, in der der Medienkonsum von Kleinkindern erfasst wurde. Diesen Daten zufolge sitzen Kinder zwischen 2 und 3 Jahren durchschnittlich 34 Minuten täglich vor dem Fernseher, die 4- bis 5-Jährigen schauen etwa 52 Minuten pro Tag fern. Dazu kommt noch die – allerdings deutlich kürzere – Zeit, die mit Computerspielen, Konsolen, Handys oder Tablets verbracht wird. Die Kinderärzte meinen: Dies ist im Kleinkindalter eindeutig zuviel für einen durchschnittlichen täglichen Gebrauch. Eine bessere Botschaft: Die 2- bis 3-Jährigen beschäftigen sich immerhin zu 43% jeden Tag mit einem Buch, meist mit Bauernhof- und Tiergeschichten. Wir meinen allerdings, dass das durchaus noch ausbaufähig ist! Die Förderung durch geeignete Spielmaterialien wie Bücher, Puzzles und vieles andere sowie die direkte aktive Beschäftigung mit dem Erwachsenen oder einem anderen Kind ist bei so kleinen Kindern sicher deutlich wertvoller als der sehr passive Mediengebrauch. Zudem kann der Mediengebrauch schließlich auch negative Auswirkungen haben für die kindliche Entwicklung. Darum der Rat: Glotze aus, Handy daheim lassen und auf zum Spielplatz, in den Garten, zum Vorlesen oder an …

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Den kindlichen Gerechtigkeitssinn erzieherisch nutzen

Bereits 3-jährige Kinder haben einen ausgeprägten Gerechtigkeitssinn! Wussten Sie das? In einer Studie hatten Forscher mit Puppen Konfliktsituationen dargestellt. Eine Puppe nahm der anderen beispielsweise etwas weg oder es wurden Gegenständen unfair verteilt. Die Kinder reagierten, indem sie dem richtigen „Besitzer“ den Gegenstand wieder zurückgaben oder protestierten, wenn ein Gegenstand dem falschen „Besitzer“ gegeben wurde. Sie setzten sich für das „Opfer“ ein, als seien sie selbst betroffen. Ein Gerechtigkeitssinn scheint sich also sehr früh zu entwickeln. Bei Vorschulkindern ist es so, dass die Kinder lieber dem Opfer helfen als den „Übeltäter“ zu bestrafen. Das kann man für die Erziehung nutzen. Die Kinder lernen mehr, wenn sie helfen müssen, den Schaden, der aus einer Handlung entsteht, zu beheben. Weniger nehmen sie mit,  wenn sie für ein Fehlverhalten in welcher Form auch immer bestraft werden. Und die Schadensbehebung ist ja auch eine logischere Konsequenz, die Kinder können es einfach besser verstehen.

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Deo-Sprays: Der Rausch aus dem Supermarkt

Für viele Eltern kommt irgendwann unweigerlich der Moment, in dem sie die Badezimmertür öffnen und zurückprallen. Grund dafür ist eine scheinbare Wand aus deo-geschwängerter Luft, die die Auswüchse des neuen Interesses ihres Kindes in Bezug auf Körperhygiene am Beginn der Pubertät dokumentiert. Das Phänomen ist in der Regel von recht kurzer Dauer und der Deo-Gebrauch nimmt dann normale Formen an. Sollten Eltern jedoch bemerken, dass Kinder über einen längeren Zeitraum häufig Deos kaufen, auffällig viele leere Dosen im Müll zu finden sind oder verstärkter Geruch im Kinderzimmer festzustellen ist, ist erhöhte Aufmerksamkeit geboten. Immer wieder kommt es nämlich vor, dass Kinder und Jugendliche Deos zum Schnüffeln – also als Droge – missbrauchen. Deo-Sprays wirken, wenn die Substanz inhaliert wird, berauschend. Zunächst gibt es einen kurzen Erregungszustand mit Euphorie, danach kommt es jedoch zu Bewusstseinsstörungen, Halluzinationen oder sogar zur Bewusstlosigkeit. Auch Todesfälle sind dokumentiert, da die giftige Stoffe einen Ausfall des Atemzentrums auslösen können oder den Sauerstofftransport ins Blut einschränken. Ähnlich wie beim Alkoholrausch besteht die Gefahr, an Erbrochenem zu ersticken. Bisher bezogen sich die Ausführungen …