Erziehung, Familie
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Ist eine elektronische Überwachung von Kindern gut?

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Es gibt es einerseits Ortungsgeräte mit Hilfe-Buttons, mit denen Kinder im Notfall auch die Eltern benachrichtigen können. Andererseits werden aber auch immer mehr Apps angeboten, die einfach auf das Smartphone geladen werden und die Eltern über den Aufenthaltsort informieren. „Oh, dass ist ja toll!“ mag wohl die erste Reaktion vieler Eltern sein, wenn sie erfahren, dass es mittlerweile zahlreiche technische Möglichkeiten gibt, immer über den Aufenthaltsort ihrer Kinder informiert zu sein.
Dabei variiert der Grad der Überwachung von der Möglichkeit, sich den Aufenthaltsort des Kindes bei vermeintlichem Bedarf anzeigen zu lassen, bis hin zu einer Art „elektronischen Fußfessel“. Dies bedeutet, dass die Eltern sofort informiert werden, wenn das Kind einen festgelegten Bereich oder z.B. den normalen Schulweg verlässt. Man kann sich auch per Signalton benachrichtigen lassen, wenn das Kind ein zuvor angegebenes Ziel erreicht hat.
Auch wenn dies zunächst alles hilfreich erscheinen mag, da Eltern sich sicherlich oftmals Gedanken darüber machen, wo sich ihre Kinder gerade aufhalten, birgt diese Art der Überwachung zahlreiche Risiken für die Entwicklung der Kinder, denn man vermittelt ihnen damit ja, dass man ihnen nicht vertraut und ihnen auch kein eigenverantwortliches Handeln zutraut. Dies kann das Verhältnis von Eltern und Kindern nachhaltig belasten. Außerdem gewinnen Kinder den Eindruck, dass überall außerhalb der eigenen vier Wände Gefahren lauern, vor denen sie permanent geschützt werden müssen. Somit werden sie überängstlich und können viele Situationen nicht mehr richtig einschätzen.
Es kostet gerade die ersten Male sicherlich viel Überwindung, Kinder alleine losziehen zu lassen, aber es ist ein wesentlicher Schritt zu Selbstständigkeit und Eigenverantwortung. Vielleicht sollten sich Eltern einfach öfter einmal überlegen, welche tollen Erlebnisse sie verpasst hätten, wenn sie sich ihrerseits immer von ihren Eltern überwacht gefühlt hätten…
B. Ehlenberger
Wir danken unserer Gastautorin B. Ehlenberger, Gymnasialpädagogin, für diesen Beitrag.
Kategorie: Erziehung, Familie

von

Dr. Stefan Schwarz

Dr. Stefan Schwarz ging in Augsburg zur Schule. Er machte nach dem Zivildienst eine Ausbildung zum Kinderkrankenpfleger. Das Studium schloss er in München ab. Nach der Ausbildung in verschiedenen, renommierten Kinderkliniken arbeitet er als niedergelassener Kinderarzt. Dr. Schwarz ist Vater von 4 aufgeweckten Kindern und kennt den Alltag, die Freuden und die Sorgen von Familien dadurch sehr gut.

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