Monate: September 2015

Mama rennt 2

Fitnesstraining für frischgebackene Mütter

Sport für frischgebackene Mütter – geht das auch für Mamas, die niemanden für die Kinderbetreuung haben oder die das Kind nicht abgeben wollen? Die Kinderärzte haben immer wieder das wichtige Thema aufgegriffen, dass auch Eltern einen Ausgleich brauchen. Wenn es Eltern gut geht, wirkt sich das positiv auf die Kinder aus. Viele junge Mütter suchen nach Möglichkeiten für sportliche Betätigung mit Baby – und es gibt sie! Wichtig ist, dass es Spaß macht. Denn mit all den Anforderungen des Alltags mit einem Baby können nur das passende Angebot in der Nähe und Gleichgesinnte einem helfen, sich aufzuraffen. „Fit dank Baby“ wird in vielen Städten in angeboten. Das Besondere: Die Kinder werden nicht extra betreut, sondern bleiben bei ihren Müttern, robben auf einer Matte oder dienen auch einmal als Trainingsgewicht. Dann gibt es „Laufmamalauf“, ein Fitnessprogramm für Mamas im Freien mit Kind und Kinderwagen. Verschiedene Übungen wechseln ab mit machbaren Laufeinheiten. Darüberhinaus gibt es auch Fitnessstudios mit Kinderbetreuung oder die, allerdings doch teurere, Möglichkeit, mit einer Personal Fitnesstrainerin zu Hause zu trainieren. Was auch immer man macht, es …

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Und wieder eine Impfdiskussion

Die Kinderärzte kennen es – die kontroverse Impfdiskussion nimmt im Praxisalltag breiten Raum ein. Soll, kann, will ich, oder nicht, warum, auf keinen Fall…. Kilian, 5 Jahre, bisher nicht geimpft, kommt wegen einer Verletzung des Fußes zu uns. Er hat sich einen Holzfremdkörper beim Barfußlaufen eingetreten, die Wunde ist groß, tief und verschmutzt. Nach der Wundversorgung erläutern wir die Notwendigkeit einer simultanen Tetanusimpfung. Dies bedeutet, dass man neben der eigentlichen Impfung noch Antikörper spritzt, die eine eventuelle akute Infektion, die aufgrund der vorliegenden Verletzung entstehen könnte, verhindern. Dies wird auch von der DGPI, der Deutschen Gesellschaft für pädiatrische Infektiologie, klar so empfohlen. Kilians Mutter lehnt die Impfung aber auch nach ausführlicher Aufklärung über die Erkrankung ab und riskiert damit wissentlich eine potentiell tödliche Erkrankung. Die von Kilians Mutter vorgebrachten Argumente, wie etwa die Auslösung eines Autismus durch die Impfung oder dass der Tetanus ja erst durch die Impfung entsteht, sind sachlich falsch, was wir ausführlich erläutern. Dennoch bleibt sie bei ihrer Entscheidung. Dieser fiktive Fall, den wir in vergleichbarer Form aber in unserer ärztlichen Laufbahn …

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Bauernhofkinder haben weniger Allergien

Schon seit etlichen Jahren ist bekannt, daß Kinder, die auf einem Bauernhof aufwachsen, weniger Allergien haben. Es wird viel geforscht, warum das so ist. Nun gibt es eine aktuelle Veröffentlichung im renommierten Fachjournal Science, die wieder einen Baustein für das Verständnis des Phänomens darstellt. So sind Bakterien bzw. Bakterienbestandteile (sog. Endotoxine), die Rinder besiedeln und in deren Dung enthalten sind, fähig, das Immunsystem, auch in den Atemwegen, so zu beeinflussen, so dass eine Reaktion auf Allergene seltener auftritt. Neben den Bakterienbestandteilen spielt auch ein Enzym namens A20 eine Rolle, das Entzündungsreaktionen im Körper dämpft. Ist A 20 reichlich vorhanden, bleibt die allergische Reaktion aus bzw. ist geringer. A20 sorgt auch dafür, daß Bakterien sich bei Neugeborenen im Darm ansiedeln können ohne vom Immunsystem attackiert zu werden. Zusammenfassend sind Endotoxine und A20 nicht die einzig entscheidenden, aber wohl wichtige Faktoren im komplizierten Geschehen der Allergie.

Internet 2

Vom Nutzen des Internets

In der BRD sind laut Familienministerium 1,2 Mio. 3-8 Jährige regelmäßig im Internet unterwegs. Allerdings hängt es stark von den Eltern ab, ob und wie sehr die Kinder von den digitalen Angeboten profitieren. Das Deutsche Institut für Vertrauen und Sicherheit im Internet hat im Rahmen einer großen Umfrage festgestellt, wie selbstverständlich Kinder mit digitalen Medien umgehen – und wie unsicher Eltern dagegen oft sind und doch häufig Unterstützung bräuchten, um den Kindern den sinnvollen Umgang zum Beispiel mit dem Internet beizubringen. 18% der Eltern stellten zum Beispiel keine Surf-Regeln auf. Nur etwa 25% der Eltern schätzen sich laut Umfrageergebnis als „digital souverän“ ein und können die Kinder gut im Internet begleiten. Anders ausgedrückt: Wir Eltern sollten uns im Bereich der Medienkompetenz informieren und eventuell auch beraten oder schulen lassen. Die wichtigste Fähigkeit, die Kinder erwerben müssen, besteht darin, die wertvollen Angebote von nicht sinnvollen Inhalten unterscheiden zu können. Außerdem sollte der Grundsatz gelten, dass sich die Kinder nur von den Eltern begleitet im Internet bewegen. Die Zeit, die vor dem Bildschirm verbracht wird, ist auf …

Labor 2

Bringen prophylaktische Blutentnahmen etwas?

Die Kinderärzte werden immer wieder von Eltern gefragt, ob es nicht sinnvoll sei, „mal zur Sicherheit“ oder „mal zur Kontrolle“ Blutwerte bei Ihrem Kind zu bestimmen. Wir verstehen, dass alle Eltern das Beste für ihr Kind wollen und darum möglichst große Sicherheit gerade auch bezüglich der Gesundheit ihrer Lieblinge schaffen möchten. Das Problem hierbei ist eines, das sogenannte Screeninguntersuchungen generell haben: Hinsichtlich welcher Erkrankungen ist es sinnvoll, gesunde und symptomlose Menschen zu untersuchen, um bei einigen wenigen frühzeitig die Entstehung einer Krankheit zu erkennen. Wie sehr darf man dafür Menschen belasten? Ein gutes, sinnvolles Beispiel für Screeninguntersuchungen sind die Kindervorsorgeuntersuchungen, bei denen mittels körperlicher Untersuchung, Entwicklungsdiagnostik, Ultraschall und weniger Laboruntersuchungen, wie etwa einem Urintest, Erkrankungen und Entwicklungsstörungen frühzeitig festgestellt werden können. Fällt bei diesen Untersuchungen oder anhand dessen, was Eltern an Symptomen berichten, etwas auf, kann nachfolgend auch beispielsweise eine Blutuntersuchung angezeigt sein. Ist nun aber ein Kind beschwerdefrei, bei gutem Allgemeinbefinden und normal belastbar, stellt sich die Frage nach dem Vorteil, der sich für das Kind durch eine Blutentnahme ergibt. Welche Untersuchung sollte der …

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Informationen zu Poliomyelitis aus aktuellem Anlass

Poliomyelitis, auch bekannt als Kinderlähmung, galt fast als ausgerottet. Nun gab es in der Ukraine ca. 700 Kilometer weit weg von Dresden wieder 2 erkrankte Kinder.  Hat das Bedeutung für Deutschland? Zunächst einmal ist folgendes beruhigend: Die WHO (Weltgesundheitsorganisation) sieht gute Chancen, diesen Ausbruch einzudämmen, auch wenn sich die Erkrankung noch ausbreiten könnte. Es muß nun eine schnelle umfassende Impfaktion erfolgen. Das RKI (Robert-Koch-Institut) sieht ein niedriges Risiko für eine mögliche Einschleppung nach Deutschland, es besteht aufgrund einer ausreichend hohen Impfquote auch eine nur geringe Gefahr für eine nachfolgende Ausbreitung. 1988 wurde das Programm gestartet, das die Ausrottung der Poliomyelitis zum Ziel hat. Dies hat zu einer drastischen Reduzierung der Poliofälle weltweit geführt. 1988 waren es ca. 350.000 Fälle pro Jahr, 2015 sind es bisher 38 Fälle. Nach Hochrechnung der WHO können heute 10 Millionen Menschen gehen, die ohne Impfung gelähmt wären. Mehr als 1,5 Millionen Todesfälle wurden verhindert. Dies stellt aber noch keinen endgültigen Sieg über Polio dar. Solange die verbleibenden Infektionsherde noch nicht ausgelöscht sind, können jedes Jahr geschätzt bis zu 200.000 Fälle entstehen. Betroffen …