Monate: Oktober 2015

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Forschung: Asthma, Antibiotika und Darmbakterien

Wir praktizieren es seit jeher in unserer Praxis: Antibiotika werden sehr zurückhaltend eingesetzt! Dafür gibt es viele gute Gründe, wie etwa die ganz allgemein steigende Zahl resistenter Keime, ein Problem, das durch zu häufige und nicht wirklich notwendige antibiotische Therapien gefördert wird. Neben dieser Problemtik wird jedoch auch diskutiert, inwieweit durch den Einsatz von Antibiotika im Säuglingsalter die Entstehung von Allergien bzw. Asthma gefördert wird. Diesbezüglich kann die Wissenschaft noch kein abschließendes Urteil abgeben. Das ist verständlich angesichts eines Geschehens, in das sehr viele Faktoren wie Gene oder Umwelteinflüsse, Umweltverschmutzung und Lebensweise (Stichwort „Überhygiene“) mit hineinspielen. Kanadischen Daten zufolge ist auch eine aus dem Gleichgewicht geratene Darmflora beim Säugling ein Risikofaktor für die spätere Entstehung von Asthma. Und die Darmflora wird durch die Gabe von Antibiotika negativ beeinflusst. Keine Frage: Wer an einer schweren bakteriellen Krankheit leidet, muss auch als Säugling antibiotisch behandelt werden. Aber nur nach sorgfältiger Abwägung der Notwendigkeit. Ein Schnupfen beispielsweise, bei dem die Kinder gelbes Sekret produzieren, ist kein Grund für einen antibiotischen Saft! Wir werden damit an unserem zurückhaltenden Einsatz von …

Die Kunst des Lobens

Wie oft hört man von anderen oder sagt selbst: „Das hast du aber toll gemacht!“ Damit möchte man ein Kind für eine erbrachte Leistung loben. Doch so einfach ist es gar nicht mit dem richtigen Loben, denn der gerade zitierte Satz wird häufig nur recht oberflächlich dahingesagt und kann dabei das Gegenteil dessen bewirken, was man eigentlich erreichen will. Denn insbesondere dann, wenn Kinder für die Erledigung leichter Aufgaben überschwänglich gelobt werden, empfinden sie das Lob nicht als Ansporn, sondern werden dadurch in ihrem Verhalten gehemmt, da sie den Eindruck gewinnen, man hielte sie für dumm. Richtiges Loben ist also gar nicht so einfach. Grundlegend wichtig ist beim richtigen Loben, dass man authentisch erscheint, also das Lob ehrlich meint. Außerdem soll man beschreiben und begründen, was genau gelobt wird, denn so vermittelt man dem Kind, dass man seiner erbrachten Leistung Aufmerksamkeit schenkt und sich damit beschäftigt. In dieser Zuwendung steckt sehr viel Anerkennung, die das Kind spürt. Wichtig ist auch, dass das Lob individuell ausgesprochen wird, d.h. man muss die Leistung bzw. die Leistungssteigerung jedes …

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Grippe-Impfung – erstes Impfnasenspray

Seit 2 Jahren ist es nun auf dem deutschen Markt: das erste Impfnasenspray. Und zwar gegen die saisonale Grippe. Der Wirkmechanismus ist etwas anders als bei der gespritzten Impfung. Bei der in die Muskulatur gespritzten Impfung wird das Immunsystem des gesamten Körpers aktiviert und so auf den möglichen Viruskontakt vorbereitet. Bei der nasalen Impfung erfolgt der Aufbau des Schutzes über die Abwehrmechanismen, die auf den Schleimhautflächen des Körpers vorhanden sind. Die Wirksamkeit ist vergleichbar, aber der Patient spart sich einen „Pieks“. Für gesetzlich Versicherte wird es allerdings nur im Kindesalter bezahlt – im Gegensatz zur Spritze. Ansonsten betehen identische Empfehlungen zur Impfung, wie auch bei der Spritze. DrGH Foto: AstraZeneca 2015

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Was tun bei Luftwegsinfekten?

Die Kinderärzte meinen: Ein echt wichtiges Thema im Alltag einer Kinderarztpraxis. Ganz allgemein muss man sagen, dass die große Mehrzahl der Infekte der oberen Luftweg durch Viren verursacht sind. Darum ist eine antibiotische Therapie natürlich nur in wenigen Ausnahmefällen angesagt, bei denen es zu weiteren Problememn kommt! Viel wichtiger sind die allgemeinen Maßnahmen, die Mama und Papa zunächst liebevoll treffen können: für eine ruhige Umgebung sorgen, dem Patienten reichlich Flüssigkeit zu trinken geben und ihn warmhalten. Und nicht vergessen: eine spannende Geschichte oder ein Brettspiel können über die Beschwerden auch ein wenig hinwegtrösten. Einige weitere Aspekte sind unter medizinischen Gesichtspunkten noch zu erwähnen: Bei Halsschmerzen helfen Salbeiblättertee oder Rhabarberwurzelpräparate. Tees aus Hollunder-, Linden- oder Kamillenblüten wirken desinfizierend bzw. schleimhautschützend. Außerdem lindern warme Halswickel die Beschwerden. Für den Husten gibt es eine Vielzahl von „Hustensäften“. Sie können allenfalls erleichternde oder wohltuende Wirkung haben. Meist ist für die Kinder die elterliche Zuwendung wichtiger für ihr Wohlbefinden als der Saft. Kritisch sei an dieser Stelle jedoch angemerkt, dass keines der Präparate den Krankheitsverlauf verkürzen oder das – mögliche …

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Eltern haben keine Lobby!!!

Dieses Urteil des Bundessozialgerichtes hätte anders ausfallen sollen. Eine Familie mit drei Kindern hatte geklagt, dass ihre Sozialversicherungsbeiträge niedriger hätten sein müssen, als diejenigen von Kinderlosen. Und haben verloren. Das Gericht erkannte zwar an, dass das Aufziehen von Kindern prinzipiell berücksichtigt werden muss, es sah aber die aktuelle gesetzliche Regelung als ausreichend an. Das heißt, der Gesetzgeber müsste aktiv werden, wenn er Familien hier mehr entlasten wolle und eine höhere Generationengerechtigkeit schaffen wollte. DerKinderarztblog ruft Eltern auch aus diesem Grund auf, sich mehr politisch zu engagieren und in der Politik auch auf ihre Bedürfnisse hinzuweisen. Zwar geht es Familien in Deutschland häufig gut, aber Alleinerziehende und auch Familien mit Geringverdienern leben zu häufig an der Armutsgrenze. Sie brauchen Unterstützung und Lobby. Wie wäre es mal mit einer eigenen Familienpartei? Wer sonst sollte denn die Zukunftsprobleme engagierter anpacken als Menschen mit Kindern. DrGH

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Grippe-Impfung – pro und contra

Der jährliche Grippeimpfstoff ist nun ausgeliefert. Damit stellt sich für viele wieder die Frage, ob man sich und/oder sein Kind gegen die „echte“ Virusgrippe, also gegen Influenza, impfen lassen sollte. Pro: Nach unserer Erfahrungen ist der Impfstoff gut verträglich. Es benötigt lediglich eine Spritze in der Saison (Oktober). Nur bei Kindern, die noch nie gegen Grippe geimpft wurden sind zwei Impfungen nötig. Contra: Die enthaltenen Influenza-Typen sind diejenigen, die von den Forschern in der jeweils kommenden Saison erwartet werden. Durch unerwartete Ausbreitung oder durch genetische Veränderung des Virus kann sich in der Saison ein Virus ausbreiten, gegen den dann kein Schutz besteht. Impfreaktionen sind wie bei jeder Impfung möglich. Höheres Impfrisiko besteht bei Menschen mit Hühnerei-Allergie. Gegen Influenza B und Influenza-ähnliche Viren sowie gegen Erkältungsviren wirkt die Impfung nicht. Weil die Influenza aber sehr schwer verlaufen kann, folgt die Empfehlung der Kinderarztblog-Ärzte derjenigen der Ständigen Impfkommission beim Robert-Koch-Institut: Impfung aller Menschen mit besonderen Risiken durch Influenza. Dazu zählen Menschen mit Herz- und Lungenerkrankungen, Stoffwechselerkrankungen oder Immunschwäche. Außerdem ältere Menschen und Bewohner von Heimen. Wer im …

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Tipp der Woche – Schulbänke

Tische und Stühle in der Schule – die sogenannten „Schulbänke“ – sollten in der Höhe unbedingt zueinander passen, und auch zur Größe des Kindes. Ansonsten drohen Rücken-, Nacken- und Kopfschmerzen durch Fehlhaltung des Körpers. Wie erkennt man die richtige Höhe? Hüfte und Kniegelenke sollten beim Sitzen jeweils einen rechten Winkel ergeben. Der Rücken sollte beim Schreiben gerade bleiben können und nicht gebeugt werden müssen. Ellenbogen sollten auf dem Tisch locker aufliegen können.