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Joints vor der Legalisierung? Die wenigen bewiesenen Fakten!

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Was wissen wir eigentlich über die Gesundheitsgefahren – oder vielleicht sogar medizinischen Vorteile – von Cannabis wirklich? Jetzt, da so viel über Legalisierung auch in Deutschland diskutiert wird.

Cannabis (oder Marihuana) mit seinem Wirkstoff THC gilt als Einstiegsdroge. Der Besitz und der Handel sind deshalb in Deutschland verboten. Allerdings ist in mehreren europäischen Ländern der Zugang zu Cannabis erleichtert. Nicht nur in den Coffeeshops Hollands, sondern zum Beispiel auch im Urlaubsland Spanien. Auch die USA hat den Zugang gelockert.

Verglichen mit Alkohol oder Nikotin finden sich allerdings kaum geeignete Studien über die Auswirkungen von Marihuana. Als wahrscheinlich gilt, dass Schizophrenie (allerdings nur bei Langzeitkonsum) häufiger auftreten kann als ohne Marihuana. Ansonsten sind die wissenschaftlichen Erkenntnisse über Marihuana sehr begrenzt. Das gilt sowohl für die Risiken als auch für mögliche Vorteile, etwa bei der Behandlung von Multipler Sklerose oder von Schmerzen.

Die aktuelle Debatte über Legalisierung ist damit eher eine politische – und im Vergleich zu Alkohol und Nikotin überzogen. Bei Alkohol und Nikotin interessiert es weder die Medien noch die Politik besonders, dass es ganz klare Belege für gesundheitliche oder soziale Folgen gibt sowie einen Zusammenhang zu kriminellen Handlungen. Hier wäre die Politik gefordert, sich noch klarer für Selbst-, Jugend- und Fremdschutz einzusetzen.

Es gilt also: Ungünstige medizinische Folgen des Konsums von Marihuana sind natürlich möglich! Dies gilt allerdings noch viel mehr für Alkohol und Zigaretten, wo erhebliche Risiken klar bewiesen sind. Deshalb sollte die Diskussion über Marihuana besser um eine Diskussion über die populären Einstiegsdrogen Nikotin und Alkohol erweitert werden.

Kategorie: Medizin

von

Dr. med. Gerald Hofner

Dr. Gerald Hofner war wissenschaftlicher Mitarbeiter und Oberarzt der Universitätskinderklinik Erlangen-Nürnberg, bevor er seit 2003 in der von ihm gegründeten Praxis für Kinder und Jugendliche in Neudrossenfeld und Bayreuth tätig wurde. Sein Fokus liegt auf der Schwerpunktversorgung für Kinderkardiologie, Kinderpneumologie und Jugendsportmedizin, sowie auf der Prävention. Ihm ist dabei wichtig, die Erkenntnisse der Wissenschaft verständlich zu den Patienten und ihren Familien zu bringen. Als Vater von zwei Töchtern weiß er um die Probleme von Familie.

3 Kommentare

  1. Jutta Schärf sagt

    Und wieder einen Kommentar den man sich jeden Tag vor Augen halten sollte:

    “ Bei Kindern braucht man ein Gläschen Weisheit, ein Fass voll Klugheit und ein
    Meer von Geduld.“
    (Franz von Sales)

  2. Carnot sagt

    was hat das jetzt mit dem Dope zu tun, Frau Schärf? Geduld? Oh ja, immer.
    Hier, ganz gut für Laien jüngst aufgearbeitet:
    http://www.3sat.de/mediathek/?mode=play&obj=56670
    Persönlich: auf jeden Fall raus aus dem Strafrecht, raus aus der Kriminalisierung, staatlich kontrollierte Abgabe von qualitätsgeprüftem Zeuch (keine Abgabe an Kinder); Recht auf Rausch und Genuss, grundsätzlich ja!
    Problem: es scheint eben durchaus vulnerable Phasen bei Kinder/ Jugendlichen zu geben, wo der Konsum sich auch langfristig negativ auswirkt (Gehirnreifung/ -umbau etc.); und bei bestimmten Populationen scheint der Konsum, wie oben richtig beschrieben, die Rate von psychatrischen Erkrankungen zu erhöhen. Die Schwierigkeit ist, diese Population zu identifizieren. Weiterhin: Konsum scheint die Hodenkrebsrate zu erhöhen. (http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/26560314), insgesamt noch viel Forschung notwendig.

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