Impfungen, Medizin
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Warum manche Impfungen Krankheiten ausrotten können, und andere nicht

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Manche Erreger (Viren, Bakterien) können sich unabhängig vom Menschen vermehren und verbreiten. Oder es hinterbleibt keine langfristige Immunität. Die Krankheit wird entweder durch das Aufschnappen des Erregers oder seiner Gifte ausgelöst. Diese Krankheiten sind auch durch gezielte Impfprogramme nicht auszurotten. Dazu gehört etwa Diphtherie oder Tetanus (Wundstarrkrampf). Hier steht bei der Impfung der individuelle Schutz im Vordergrund.

Dann gibt es Erreger, die sich ausschließlich im Menschen vermehren und auch nur von Mensch zu Mensch übertragen werden können. Impfungen gegen solche Erkrankungen sind potentiell geeignet, die Krankheit vollständig auszurotten, wenn mindestens 90-95% der Menschen immun sind – letzteres durch Impfung oder durch das Durchlaufen der Krankheit. Zu diesen Krankheiten gehören etwa die Masern. Oder auch die Pocken, die bereits vor Jahrzehnten durch erfolgreiche Impfprogramme unter anderem der WHO ausgerottet wurden. Wir profitieren da also jetzt von der Entscheidung früherer Generationen zugunsten der Impfung.

Natürlich ist für Sie als Eltern das Wichtigste bei der Entscheidung für eine Impfung der individuelle Schutz Ihres Kindes. Allerdings könnte deneben bei ausreichend hoher Schutzrate in der Bevölkerung auch die Krankheit verschwinden, etwa die potentiell tödlichen Masern. Damit hätten auch Menschen, die nicht geimpft werden dürfen, kein Risiko mehr. Das strebt die WHO für die Masern an.

Die öffentlich empfohlenen Impfungen finden Sie hier.

Kategorie: Impfungen, Medizin

von

Dr. med. Gerald Hofner

Dr. Gerald Hofner war wissenschaftlicher Mitarbeiter und Oberarzt der Universitätskinderklinik Erlangen-Nürnberg, bevor er seit 2003 in der von ihm gegründeten Praxis für Kinder und Jugendliche in Neudrossenfeld und Bayreuth tätig wurde. Sein Fokus liegt auf der Schwerpunktversorgung für Kinderkardiologie, Kinderpneumologie und Jugendsportmedizin, sowie auf der Prävention. Ihm ist dabei wichtig, die Erkenntnisse der Wissenschaft verständlich zu den Patienten und ihren Familien zu bringen. Als Vater von zwei Töchtern weiß er um die Probleme von Familie.

4 Kommentare

  1. Carnot sagt

    zu Bexsero/ Meningokokken B Impfung interessant:

    http://journals.plos.org/plosone/article?id=10.1371/journal.pone.0150721
    http://www.thelancet.com/pdfs/journals/lancet/PIIS0140-6736%2816%2900218-X.pdf

    Grundsätzliches zu Meningokokken Infektionen:
    https://www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Merkblaetter/Ratgeber_Meningokokken.html

    Kann man eine eindeutige Empfehlung für Bexsero aussprechen? Vorhergesagte (!) Strain Coverage von Bexsero in D scheint hoch zu sein > 80 %. Offensichtlich z.T. schwierig zu evaluieren, ob im Fall der Erkrankung einer geimpften Person Impfversagen vorliegt o. der Impfstoff den Stamm nicht abgedeckt hat.
    Wie sind Ihre Erfahrungen mit dem Impfstoff?

    • Dr. med. Gerald Hofner

      Unsere eigenen Erfahrungen mit dem Impfstoff bisher sind gut. Das heisst, wir sehen kaum Nebenwirkungen, und bislang keine unerwarteten. Was die langfristige Schutzrate angeht, müssen wir uns allerdings natürlich auch auf die veröffentlichten Zahlen verlassen. DrGH

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