Monate: September 2016

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Zeit für Immuntherapie der Pollenallergien

Was tun bei Heuschnupfen oder Asthma, wenn es mit Pollenallergie verbunden ist? Es gibt natürlich auch antiallergische Medikamente. Aber diese heilen die Allergie und das Asthma nicht. Der einzige Weg, eine Allergie zu heilen, ist die sogenannte spezifische Immuntherapie. Früher bekannt unter „Hyposensibilisierung“. Dies kann man mit gutem Erfolg durchführen bei Pollen-Allergie, vor allem bei Baumpollenallergie (Birke, Hasel, Erle) oder bei Gräserpollenallergie. Auch gegen Hausstaubmilben kann eine solche Immuntherapie durchgeführt werden. Idealer Zeitpunkt für den Beginn der spezifischen Immuntherapie gegen Pollenallergie ist der Herbst nach weitest gehendem Abklingen des Pollenfluges. Was wird gemacht? Dem Körper werden die Pollenbestandteile, die für die Allergie relevant sind, in ansteigender Dosierung gespritzt. Somit hat der Körper die Chance, sich an die Allergene zu gewöhnen. Es gibt auch die Möglichkeit, mit einer Tropflösung unter die Zunge zu tropfen. Die Erfolge sind aber schlechter als die Erfolge bei der Spritzen-Variante – bei Kindern nicht einmal halb so gut. Verhältnismäßig guten Erfolg hat dagegen aber die Allergietablette gegen Gräserpollen. Bei der Entscheidung für oder gegen eine solche Therapie muss allerdings berücksichtigt werden, …

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ADHS-Statistik – zappeln die Kinder wirklich häufiger?

Für Betroffene ist es eine echte Erkrankung mit zum Teil hohem Leidensdruck: Das Zappelphilipp-Syndrom, kurz ADHS. Eine neue Untersuchung der Barmer Krankenkasse kommt zu dem Schluss, dass die Zahl der betroffenen Kinder und Jugendlichen zwischen 2011 und 2014 um 11,4% gestiegen ist. Laut den Daten sollen damit schätzungsweise 808000 Menschen in Deutschland an ADHS leiden, die Zahl der betroffenen Kinder wird mit ca. 635000 angegeben. Den Anstieg der Erkrankungsfälle erklärt die Barmer mit der zunehmenden Diagnosestellung bei älteren Jugendlichen. Etwa 330000 Patienten bekamen eine medikamentöse Therapie, mit sinkender Zahl bei den unter 15-Jährigen, allerdings steigender Anzahl bei den älteren Patienten. Auffallend ist auch das regional unterschiedliche Ausmaß der Diagnosestellung. Alles zunächst einmal Statistik. Andererseits muss vor dem Hintergrund dieser Zahlen von Seiten der Fachleute, der Gesellschaft und der Politik auch einiges überlegt werden: Warum entwickeln sich diese Zahlen so, was sind die Kriterien der Diagnosestellung oder was begünstigt die Entwicklung eines ADHS und wie ist darauf zu reagieren? Das Ritalinraumspray an Schulen einzuführen – überspitzt formuliert – kann wohl kaum die Lösung sein.

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Bogenschiessen als Sport für Kinder

Bogenschiessen als Sport für Kinder – ist das überlegenswert? Aber ja doch! Nicht nur Jungs, sehr wohl auch viele Mädchen sind bald hellauf begeistert, wenn sie das Bogenschiessen erst einmal ausprobieren dürfen. Wie andere Sportarten auch, ist der Bogensport etwas, was Kinder in vielen Bereichen erheblich in ihrer Entwicklung fördern kann. Körperwahrnehmung, Konzentration oder die Koordination von Abläufen werden ebenso trainiert wie Rücksichtnahme und verantwortliches Handeln und der Gemeinschaftssinn. Kinder mit Konzentrationsproblemen oder ADS können eindeutig – auch schulisch – vom Bogenschiessen profitieren. Die Muskeln des Rückens, der Schultern und der Arme werden trainiert, eine gute Körperhaltung und Körperbeherrschung ist für einen guten Schuss wichtig. Bogenschiessen wird ja auch therapeutisch eingesetzt, zum Beispiel in Reha-Kliniken. Für Kinder mit Haltungsschwäche der Rückenmuskulatur ist Bogenschiessen also eine sinnvolle Sportart. Und auch das steigende Selbstvertrauen durch das Erleben von Erfolgserlebnissen tut Kindern immer gut. Wie strahlen die Kids bei einem Treffer ins Goldene! Es gibt nicht wenige Schützenvereine, die in ihrer Bogenabteilung zu moderaten Preisen regelmässige Kindertrainings anbieten. Besonders gut, wenn – wie auch bei anderen Sportarten – …

Tipp

Von „Tot“ bis „ganz platt“

Welche Vorstellungen haben Kinder zum Thema Tod? Schon wiederholt haben wir in diesem Blog das wichtige Thema „Kinder und Tod“ aufgegriffen. Dabei ging es unter anderem darum, dass wir Erwachsene die Konfrontation der Kinder mit dem Todesthema nicht vermeiden und das Thema nicht tabuisieren sollten. Ein offener, ehrlicher Umgang, der die Kinder zu einer sinnvollen Auseinandersetzung mit dem Thema auf dem Niveau ihrer Möglichkeiten befähigt, ist anzustreben. Dabei ist es auch wichtig zu wissen, welche Vorstellungen Kinder vom Tod haben. Die Professorin M. Plieth hat dazu geforscht und mit Kindern, die auch unterschiedliche religiöse Hintergründe hatten, gearbeitet. Es zeigt sich, dass in den Augen von Kindern Tote sozusagen verblasste Personen sind, die noch ein bisschen leben. Die Traurigkeit ist dadurch etwas gemildert. Dabei gibt es auch Abstufungen. Kinder formulieren etwa „tot, töter und ganz platt“. Wenn man sich lange genug ausgeruht hat, darf man raus aus dem Grab und es beginnt etwas Neues und Schönes. Sie denken auch, dass es gut ist, vorbereitet zu sein. Man könnte beispielsweise ein Handy im Grab brauchen. Kaum verstehen …

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… Eltern sein dagegen sehr

Eltern werden ist nicht schwer, Eltern sein dagegen sehr. Diese uralte Weisheit gilt heute in besonderem Maße. Wir Eltern erleben keinen Tag, an dem wir nicht auf Informationen und Ratschläge zum Elternsein treffen – zu den verschiedensten Themen wie Ernährung und Übergewicht, zum Umgang generell, zu Schadstoffen, falschen und richtigen Erziehungsstrategien usw. Ob im Internet, in Zeitschriften, Büchern oder in entsprechenden Elterngruppen, wir hören die ganze Zeit: gaaaaanz wichtig ist…, tu das auf keinen Fall…, beachte unbedingt…, versäume ja nicht… Oft kommen diese Handlungsanweisungen an uns Eltern dann auch noch mit den neuesten Studienergebnissen untermauert daher, was viele Eltern nicht unerheblich unter Druck setzt. Unserer Überzeugung nach sind all diese Daten behutsam, reflektiert und ohne ständig erhobenen Zeigefinger in den Alltag zu übersetzen. Sicher ist es immer wieder gut, sich und sein Vorgehen auch einmal zu hinterfragen, gute Tipps und Hinweise in sein Vorgehen einzubauen oder sich einmal Rat zu holen in schwierigeren Situationen. Elternsein ist ja schließlich ein Lernprozess. Aber er sollte nicht von der ständigen Angst, etwas falsch zu machen, gelenkt werden. Wir …