Monate: März 2017

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Tipp der Woche – dieses Mal auf dem Trampolin!

Trampolin ist für Kinder eigentlich der perfekte Sport. Macht Spaß, fördert Koordination und Körperbeherrschung und kräftigt. Wenn da nicht das Risiko für Überlastungsbeschwerden wäre. Immer, wenn das Trampolin nach längerer Pause wieder in Betrieb genommen wird, gibt es groooooßen Nachholbedarf. Also auch nach dem Winter. Es wird gesprungen, was der Stundenplan hergibt. Und das macht selbst den Zuschauern Spaß. Leider führt das nicht selten  zu Rücken- und Gelenksschmerzen. Sogenannten Überlastungsbeschwerden. In der Regel heilen diese aber mit ein wenig Pause wieder ab. Merke also: Auch Trampolinspringen nach längerer Pause braucht eine Gewöhnung. Am Anfang also besser nicht mehr als 15 Minuten am Tag. Das kann man dann aber meist bald steigern. Und bitte die Unfallverhütungsempfehlungen der Hersteller beachten!

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Das Geschäft mit der Angst

Viele Eltern haben Angst um ihre Kinder – gerade in den ersten Jahren. Atmet das Kleine nachts, hat es vielleicht Atempausen oder droht gar der plötzliche Kindstod? Hier geht es um eine Urangst, die in allen Menschen steckt, der Angst um das eigene Kind. Und diese Angst nutzen nun geschäftstüchtige Firmen aus. Was gibt es da alles für Überwachungsgeräte, die Sicherheit versprechen. Matratzen, die die Atmung überwachen, Socken mit entsprechender Elektronik zur Überwachung von Vitalparametern, usw. Nur stellt sich die Frage, ob die Geräte – außer für den Umsatz der Hersteller – tatsächlich einen Nutzen haben? Nein! Bis heute gibt es nämlich keinen Nachweis, dass solche Geräte einen plötzlichen Kindstod tatsächlich verhindern können. Zudem stressen die vielen Fehlalarme die Eltern in nicht geringem Ausmaß und bieten insgesamt eine nur scheinbare Sicherheit in der modernen zahlengläubigen Welt. Wir Eltern können es drehen und wenden wir wir wollen: es gibt keine vollständige Sicherheit im Leben – auch nicht für Kinder. Natürlich können und sollten wir vermeiden, was schadet, sei es bzgl. des plötzlichen Kindstodes oder bezüglich von …

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Der Einfluss der Erziehung wird vollkommen überschätzt

Eltern können nicht so viel falsch machen. Das ist kurz und knapp die – entlastende -Zusammenfassung, wenn man umfangreiche Studien zu Erziehung und zur Genetik, die sich mit dem Einfluss der Eltern auf die Kinder auseinandersetzen, im Gesamtüberblick ansieht und zusammenfasst. Eine unendliche Vielzahl an Erziehungsratgebern überschwemmt den Markt. Oft auch profitierend von der unnötigen Angst der Eltern, „etwas falsch“ zu machen, eine Sichtweise, die viele Eltern enorm stresst! Viele, oft sehr widersprüchliche Aussagen sind da zu lesen.Soll man nun beispielsweise streng oder doch sehr locker erziehen? Nicht wenige Erziehungsratgeber wurden ja auch längst widerlegt, zum Beispiel ist Autismus eben keine Folge falscher Erziehung. Vorausgesetzt, ein Kind bekommt Geborgenheit und es erlebt keine körperliche oder seelische Misshandlung, ist nun aber der Einfluss der Erziehung oder eines Erziehungsstils tatsächlich geringer als gemeinhin angenommen. Wichtiger scheint zu sein, welches Verhalten die Eltern den Kindern in verschiedenen Situationen (z.B. bei Konflikten) vorleben. Es gibt Daten, die nahelegen, dass Kinder vom Umfeld außerhalb der Familie sogar stärker geprägt werden. Die Gene spielen eine erhebliche Rolle. Knapp die Hälfte aller …

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Warnung – keine Schlafmittel zur elterlichen Entlastung

Es ist ein zunehmender und höchstbedenklicher Trend, vor dem sogar jüngst das bayerische Gesundheitsministerium warnte: (Klein-)Kinder, die nicht durchschlafen, bekommen Schlafmittel verabreicht, weil die Eltern mürbe und erschöpft sind („Ich muss mal wieder schlafen, ich bin am Ende!“). Und endlich gibt es eine ruhige Nacht. Endlich Ruhe im Kinderzimmer. Die Eltern sind am nächsten Tag bester Dinge – und weil es so gut funktioniert hat, könnte man das Ganze vielleicht gleich nochmal probieren?!? Au weia! Wir Kinderärzte raten dringendst ab! Wir kennen das Problem gut, von unseren Patienten wie auch aus eigener Erfahrung. Säuglinge und Kleinkinder sind anstrengend – gerade auch nachts. Aber das Risiko schwerer gesundheitlicher Probleme durch Schlafmittel ist sehr hoch, nein: viel zu hoch! Atemstillstände, Abhängigkeit, Leber- und Nierenschäden sind beispielsweise zu nennen. Auch früher – z.B. in der Antike oder im Mittelalter – gab es schon Bemühungen, den Nachtschlaf von Kindern zu verbessern. Es wurde zum Beispiel Alkohol oder Mohn als Schlafmittel eingesetzt. Natürlich sind dies ebenfalls höchst gefährliche Maßnahmen, die nicht angewendet werden dürfen. Im Zentrum dieser Diskussion steht die …

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Der Ball

Haben Sie als Kind auch so viel Ball gespielt? Ich erinnere mich gut, wie wir als Kinder mit den verschiedensten Ballspielen den Nachmittag verbracht haben. „Zehnerle“ heißt eines dieser Spiele, bei dem man in aufsteigendem Schwierigkeitsgrad verschiedene Ballkunststücke ohne Fehler absolvieren musste, um schließlich Sieger werden zu können. Dabei haben wir Kinder ganz automatisch Reaktionsschnellikeit, Koordination, Körpergefühl und vieles mehr trainiert. Lars kommt zur Vorsorge U8. Er ist vier und ein pfiffiges Kerlchen. Schließlich kommt der Teil der Untersuchung, wo die Kinder einen Ball fangen und werfen sollen. Das ist für Lars sehr schwierig. Es gelingt ihm trotz vorsichtigen Heranführens und größter Mühen des Kinderarztes nicht, den Ball aus etwa 1m Entfernung zu fangen. Dennoch findet Lars das Ballspielen offensichtlich lustig. Die Mutter erzählt, dass Lars Ballspiele noch nie gemacht hat! Etwa drei Monate später: Der Osterhase hat Lars 3 Bälle gebracht und der Junge hat mit seiner Mama immer wieder Ballspiele gemacht. Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Er ist schon ein richtiger kleiner Profi und fängt den Ball ganz sicher. Und zwar ganz …