Monate: Juni 2017

Kollegen

Völlig überfordert!

Linus war völlig überfordert durch das, was er da erlebte: Er war damals 5 Jahre und lag seit 3 Tagen krank im Bett. Linus Mama war zu Hause geblieben und hatte das Kind gepflegt. Linus ging es schon besser und er spielte mit Mama Obstgarten. Am Nachmittag kam Linus´ Vater mit 4 (!!) dicken Plastiktüten. Er stellte sie auf den Tisch und präsentierte stolz den Inhalt. Es waren 4 Tüten voll mit den verschiedensten Süssigkeiten, denn Linus sollte sich schließlich heraussuchen können, was er wollte und da durfte nichts fehlen, was er hätte wollen können! Linus suchte sich nichts heraus; im Gegenteil begann er zu schreien und zu quengeln, es würde die Lieblingssüssigkeit fehlen! Dies ist kein völlig überzeichneter Textbeginn, sondern eine wahre Begebenheit! Meinen Hinweis in der damaligen Situation, dass ein Kind durch so ein Vorgehen völlig überfordert sei, etwas auszuwählen, dass es Geschenke bald gar nicht mehr wertschätzen oder sich noch darüber freuen könne, konnte der Vater nicht wirklich nachvollziehen. Die Anmerkung, dass Materielles auch wesentlich weniger wichtig ist, als dem Kind Zeit …

Regeln im Kleinkindesalter

Erste Regeln für Kleinkinder – die drei, ohne die es nicht geht

Es ist ja nicht neu (und wurde im Kinderarztblog ja auch schon mehrfach thematisiert): Kinder sollten Regeln lernen, aber nicht zu viele. Und auch nur, wenn diese gut zum viel wichtigeren Lernen am Vorbild der Eltern passen. Manche Regeln sind dennoch sinnvoll. Die drei wichtigsten für das Alter ab 1 bis 3 Jahre sind für mich die folgenden. Sie erleichtern das Leben der Eltern, nehmen etwas von Stress und Chaos aus der Familie und sind langfristig sinnvoll, außerdem nicht zu aufwändig durchzusetzen: Es wird nichts herunter geworfen! warum? weil Dinge kaputt gehen, weil zerbrechliche Dinge ansonsten immer wieder verräumt werden müssen, weil dann mehr Ruhe herrscht, etwa auch am Esstisch. Erziehungstipp: klare Reaktion der Eltern, etwa das Umsetzen des Kindes vom Lieblingssitzplatz auf den Boden, kein Lachen der Anwesenden. Mit Essen wird nicht gespielt! warum? Neben der ethischen Betrachtung,dass Essen etwas Wertvolles ist, führt Spielen mit dem Essen zu Verschmutzung von Kleidung und Innenräumen. Außerdem sollten zur Vermeidung von Essstörungen Nahrungsmittel generell von Spielzeug abgegrenzt werden. Erziehungstipp: Überzähliges Essen entfernen, sobald vom Essverhalten auf Spielverhalten …

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Nie mit vollem Bauch ins Wasser?

Wer hätte das nicht bereits als ganz kleines Kind beigebracht bekommen: Geh nie mit vollem Bauch ins Wasser! Aber was ist da dran? Tatsächlich spricht nichts für ein erhöhtes Ertrinkungsrisiko nach dem Essen. So schreibt es auch das amerikanische rote Kreuz. Da Kinder Wasser schlucken und sich dann vielleicht übergeben könnten, hält die DLRG noch an der Empfehlung fest. Wasser drückt beim Schwimmen auf den Bauch, so dass man sich voller fühlt. Also sollte man vielleicht eine Speise wählen, die nicht zu schwer im Magen liegt. Wichtiger ist jedoch, nie mit ganz leerem Magen ins Wasser zu gehen, um eine Unterzuckerung zu vermeiden. Man muss also Kinder nach dem Eis oder einem Snack nicht bremsen, das Plantschen darf unbesorgt weiter gehen!

Relax

Kinder sind nicht fertig, sondern auf dem Weg

Lisa ist 8 Jahre alt. Wie fast jeden Morgen gibt es heute wieder Ermahnungen von ihrer Mutter. Lisa hat wieder ihr Sportzeug vergessen einzupacken und Lisa hat wieder vergessen, ihre Zähne zu putzen. Dabei üben die Eltern die zuverlässige, selbständige Erledigung dieser kleinen Aufgaben mit Lisa nun doch schon seit so langer Zeit. Lisas Bruder Felix ist drei Jahre. Er übt, sich selbst anzuziehen und will das gut machen. Mama muss am Montagmorgen rasch zur Arbeit und als es nicht schnell genug geht, zieht sie ihn noch vollends an. Felix schreit protestierend. Auf dem Weg zum Kindergarten muss er ganz genau einen Schmetterling betrachten, der auf einer Blume sitzt. Mama mahnt zur Eile. Mittags macht Lisa mit Mama die Hausaufgaben. Warum geht das nur nicht schneller? Die Matheaufgaben sind nun doch schon so oft erklärt worden. Und warum ist das Zimmer wieder nicht aufgeräumt, wo das doch schon so oft besprochen wurde. Kennen Sie das auch? Wie nehmen Kinder Zeit im Alltag wahr? Wie denken wir bei der Kindererziehung, welche Zeiträume erwarten wir im Hinblick …