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Ich hab´ keinen U2 Termin bekommen!

Wir tun in unserer Praxis für unsere Patienten, was in unserer Macht steht, dennoch können wir nicht alles ermöglichen. Das ist auch für uns nicht zufriedenstellend, dennoch müssen wir diese Grenzen leider akzeptieren. Wovon spreche ich hier? Ein Beispiel:

Frau M. läuft mir zufällig in der Stadt entgegen. Sie grüßt freundlich und fragt, ob sie mir kurz etwas sagen kann, wo sie mich schon einmal trifft. Dann schildert sie, dass sie nach der Geburt ihrer zweiten Tochter von unserer Praxis keinen U2 Termin bekommen habe, was sie bewogen hat, die Praxis zu wechseln.

Was ist der Hintergrund? Letztlich der bundesweite Kinderärztemangel! Fakt ist: Die Anzahl der Kinderärzte in einem Verwaltungsgebiet ist vorgegeben und beschränkt. Eine Praxiseröffnung ist nur zulässig, wenn in einem Gebiet ein sog. KV-Sitz frei ist und besetzt werden darf. Zugrunde liegt eine Bedarfsplanung. Diese Bedarfsplanung müsste der aktuell schon sehr hohen Nachfrage und dem zu erwartenden noch höheren Bedarf angesichts der derzeit weiter steigenden Geburtszahlen allerdings dringend angepasst werden. Zudem werden ein Viertel aller Kinderärztinnen und -ärzte in den kommenden 5 Jahren in den Ruhestand gehen. Damit wird sich die Situation erheblich verschlechtern, denn viele der jüngeren Ärzte wollen nicht in die Niederlassung. Die Kinderärzte landauf und landab versuchen ihr Möglichstes – aber sie können diese gravierende Problematik nicht mehr auffangen. Selbst nicht mit einem Arbeitstag der regelhaft 12 bis 14 und auch mehr Stunden umfasst, so wie bei mir.

So kam es, dass innerhalb der ersten 10 Lebenstage kein Termin mehr für eine Vorsorgeuntersuchung für das Kind von Frau M. frei war. Das bedauern wir zutiefst – aber wir müssen auch um Verständnis bitten. Denn die Vorgaben der Krankenkassen und die Planung der Politik haben wir nicht zu verantworten. Wobei ich Frau M., die diese ganzen Hintergründe nicht kannte, sehr gut verstehen kann.

Kategorie: Dossier

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Dr. Stefan Schwarz

Dr. Stefan Schwarz ging in Augsburg zur Schule. Er machte nach dem Zivildienst eine Ausbildung zum Kinderkrankenpfleger. Das Studium schloss er in München ab. Nach der Ausbildung in verschiedenen, renommierten Kinderkliniken arbeitet er als niedergelassener Kinderarzt. Dr. Schwarz ist Vater von 4 aufgeweckten Kindern und kennt den Alltag, die Freuden und die Sorgen von Familien dadurch sehr gut.

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