Autor: Dr. Stefan Schwarz

Tipp

Tics

Josua ist 5 Jahre und treibt seine Eltern seit 5 Wochen in den Wahnsinn. Er räuspert sich ohne Unterlass viele, viele Male am Tag. Wenn Josua schläft, ist das Räuspern aber verschwunden. Was hat das Kind? In ihrer Not gehen die Eltern zu einem HNO-Arzt, der aber außer leicht gereizten Schleimhäuten nichts feststellt. Er sieht die Ursache nicht im HNO-Bereich und stimmt Josuas Kinderarzt zu, der einen Räuspertic diagnostiziert. Hier kann zunächst Beruhigung ausgesprochen werden. 4-12% aller Kinder haben – meist vorübergehende – Tics. Es sind 3x mehr Jungs als Mädchen betroffen, des Öfteren besteht eine familiäre Häufung. Auch vorübergehende Tics können aber bis zu 6 Monate andauern und auch einmal in anderer Form wiederkehren. Tics können sich vielgestaltig manifestieren: motorisch, vokal oder komplex zusammengesetzt. Räuspern, Lautieren, Blinzeln und vieles mehr kann auftreten. Wichtig ist zunächst, den Tic möglichst nicht zu verstärken und ihn einfach zu übergehen. Entspannung und Belohnungssysteme können auch hilfreich sein. Und es ist wichtig durchzuhalten, denn die Prognose ist gut.

Essen1

Sich schlau essen?!?

Ja geht das denn – sich schlau essen? So mancher selbsternannte Experte und so mancher Hersteller von Nahrungsergänzungsmitteln stellt das zumindest so dar. Natürlich gibt es Studien zum Einfluss der Ernährung auf die Hirnentwicklung und die Hirnleistungsfähigkeit. Aber die Mischung, die letztendlich im Magen der Kinder landet, ist so komplex, dass es sehr schwierig ist, Zusammenhänge klar zu beweisen. Tatsächlich zeigt sich jedoch, dass Fertigprodukte und industriell stark veränderte Zutaten ungünstig sind. Die Kinder, die frisch zubereitete Nahrung erhielten, schnitten in Tests bezüglich der Hirnleistung besser ab. Anders ausgedrückt: Viel Süß- und Knabberkram, Fertigprodukte, fast food & Co fördern nicht gerade die Denkleistung von Kindern. Allerdings kann man die Ursache dieser Effekte nicht aus den Daten der Studien herauslesen. Es kann ja auch sein, dass die Kinder, die viel fast food erhielten, andererseits weniger Förderung durch die Eltern erfuhren und mit ihnen weniger gespielt wurde, was zu einem schlechteren Abschneiden in den Tests führte. Übrigens ist auch die Nahrungsmenge wichtig. Zuviel – aber genauso zuwenig – Nahrung ist schlecht fürs Gehirn. Es gibt auch andere …

image

Facebook beeinflusst das Körperbild

Viele Jugendliche nutzen Facebook intensiv und haben hunderte, wenn nicht tausende virtuelle Freunde. Da in den sozialen Netzwerken sehr viele Fotos getauscht und vor allem auch positiv oder negativ kommentiert werden, wirkt sich dies auch auf das eigene Körperbild erheblich aus. Wie eine australisch-britische Forschergruppe, die Jugendliche über einen Zeitraum von zwei Jahren beobachtete, kürzlich zeigte, steigt im Laufe der Zeit die Bedeutung und der Einfluss der Bekanntschaften. Aber nicht nur die Zeit war ein wichtiger Faktor. Je mehr virtuelle Freunde die 13 -15-jährigen Studienteilnehmerinnen hatten, desto mehr orientierten sie sich am Schlankheitsideal. Gefördert wird diese Entwicklung auch durch verschiedene „Challenges“, in denen es darum geht, möglichst dünn zu erscheinen. Die Folge ist, dass das normale Körperbild immer mehr verfremdet wird, was zu einer Körperwahrnehmungsstörung und letztendlich zur Ausbildung einer Essstörung führen kann. Die Facebook-Kontakte stellen also eine erhebliche Einflussgröße für Jugendliche dar. Das sollte man mit den Jugendlichen besprechen und die Zusammenhänge verdeutlichen. Außerdem sollte man sich im Klaren sein, dass der Einfluss sich nicht nur auf die eigene Körperwahrnehmung, sondern sicher auch auf …

sportmedizin-1024x407

Kinder müssen Schwimmen können

Sommerzeit ist Badezeit! Herrliche Tage am See, Pool oder im Freibad. Doch gerade die kleinen Wasserratten sind gefährdet. Bei kleinen Kindern genügt bereits eine geringe Wassertiefe von wenigen Zentimetern zum Ertrinken, denn es kommt beim Eintauchen zu einem reflektorischen Atemstopp. 2016 ertranken einer offiziellen Statistik zufolge 46 Kinder und Jugendliche bis 15 Jahren in der BRD. 46 traurige Schicksale. Wir sind oft erstaunt zu hören, dass auch große Schulkinder das Schwimmen noch nicht gelernt haben. Schwimmen zu können ist aber die beste Prävention vor dem Ertrinkungsunfall. Außerdem macht Schwimmen Spaß und die Kinder sind auch stolz, wenn sie diese Fähigkeit erworben haben. Und es entspannt die Eltern, wenn sie wissen, dass der Nachwuchs sich über Wasser halten kann. Insofern ist das Schwimmenlernen ein gutes Ziel. Ab dem Vorschulalter sind die meisten Kinder fähig, einen Schwimmkurs erfolgreich zu absolvieren. Doch Vorsicht: Wenn Kinder gerade das Seepferdchen gemacht haben, sind sie noch keine sicheren Schwimmer! Der Anfang ist dann zwar gemacht, es braucht aber regelmäßige Übung, um die notwendige Sicherheit im Wasser zu erlangen. Darum streben Sie …

3 Freunde 1

Aufräumen

Aufräumen ist ja ein beliebtes Thema in Erziehungsratgebern und ein Streitthema in so mancher Familie. Schlaue Kids würden sagen, dass die Unordnung im eigenen Zimmer ein Naturgesetz ist. Sie hätten fast ein bisschen Recht. Vielleicht haben Sie es noch aus dem Chemie- oder Physikunterricht Ihrer Schulzeit im Ohr: den Begriff der Entropie. Ein System strebt – völlig verkürzt wiedergegeben – demnach nach der größtmöglichen Unordnung. Ich glaube fest, diese Erkenntnis wurde von einem Wissenschaftler gewonnen, der zu Hause kleine Kinder hatte! Man kann machen, was man will, die Unordnung bei den lieben Kleinen ist bald wieder maximal. Nun aber Scherz beiseite! Was tun gegen die Unordnung? Es gibt viele Möglichkeiten. Neben verschiedenen, erleichternden Ordnungssystemen wie Kisten oder Fächern oder einem definierten Raum, wo auch mal was liegenbleiben darf, kann eine kurze, fest angesetzte tägliche Aufräumzeit helfen, Ordnung einzuüben. Oder Aufräumen nach Wochentagen: Montags der Schreibtisch, dienstags die Bauecke, mittwochs die Autoschublade usw… Wichtig ist auch das Wegräumen aktuell nicht bespielter Dinge, um das Angebot überschaubar und damit attraktiv zu machen. Die Kinder wissen bei einem …

Zecke

Mücken- und Zeckenschutz

Es gibt viele Mittel auf dem Markt, um Insekten und Zecken fernzuhalten. Eine verwirrende Vielfalt. Aber taugen die Präparate auch etwas? Es gibt hierzu Testungen der Stiftung Warentest, die Sie einsehen können. Nicht jedes Präparat ist gleich gut wirksam, nicht jedes Mittel gleich gut verträglich. Wobei es auch preiswerte, gute Mittel gibt. Zecken und auch Mücken schreckt demnach am besten das Kombiprodukt „Forte“ von Anti Brumm ab. Sehr gut oder gut wirksam waren außerdem * „Hautspray DEET 50 Prozent“ von Nobite * „Protection Plus“ von Autan * „Classic“ von Doctan * „Zeckito“ von Rossmann * „Protect“ von Soventol * „Protect“ von Mosquito Wichtig ist: die Kinder können auch auf gute Mittel mit allergischen Symptomen und – häufiger – mit Reizungen an Augen und Schleimhäuten reagieren. Darum sollten Händen und Gesicht beim Auftragen ausgespart bleiben. Und daran denken: Auch das beste Mittel hält nicht alle Tierchen ab, darum ist die Haut auch durch geschlossene Kleidung vor dem Zugriff der Insekten und Zecken zu schützen. Außerdem ist es sinnvoll, die Haut der Kinder nach dem Aufenthalt im …

shutterstock_315650375

Schreien bei Babys

Es strengt junge Eltern extrem an und bringt manche Mama und manchen Papa an die eigene Grenze: Das Baby schreit und weint! Und man weiß weder warum noch was man effektiv tun kann. Wieviel Schreien ist bei Babys normal? Dieser Frage gingen Forscher nach und untersuchten Kinder in verschiedenen Ländern. In den ersten 6 Wochen sind es 2 Stunden, die die Kinder im Durchschnitt schrien und weinten, wobei die Dauer zwischen 30 Minuten und 5 Stunden lag. Abhängig vom Alter nimmt die Länge des Schreiens ab, mit 12 Wochen sind es noch 1 Stunde und 10 Minuten. Eine alte Definition, ab wann man die Schreidauer als auffällig ansieht, besagt, dass das Kind an 3 oder mehr Tagen pro Woche mindestens 3 Stunden täglich schreien muss, um als Schreibaby zu gelten. Aufgrund der aktuellen Daten schlagen die Forscher eine altersgestaffelte Definition vor: in der 3.-4. Woche müsste das Baby mehr als 3,5 Stunden schreien, in der 10.-12. Woche mehr als 2 Stunden, um als auffällig zu gelten. Zum Trost für die Eltern: Schreien ist im gewissen …