Autor: Gastautoren

Schnüffeln a

Deo-Sprays: Der Rausch aus dem Supermarkt

Für viele Eltern kommt irgendwann unweigerlich der Moment, in dem sie die Badezimmertür öffnen und zurückprallen. Grund dafür ist eine scheinbare Wand aus deo-geschwängerter Luft, die die Auswüchse des neuen Interesses ihres Kindes in Bezug auf Körperhygiene am Beginn der Pubertät dokumentiert. Das Phänomen ist in der Regel von recht kurzer Dauer und der Deo-Gebrauch nimmt dann normale Formen an. Sollten Eltern jedoch bemerken, dass Kinder über einen längeren Zeitraum häufig Deos kaufen, auffällig viele leere Dosen im Müll zu finden sind oder verstärkter Geruch im Kinderzimmer festzustellen ist, ist erhöhte Aufmerksamkeit geboten. Immer wieder kommt es nämlich vor, dass Kinder und Jugendliche Deos zum Schnüffeln – also als Droge – missbrauchen. Deo-Sprays wirken, wenn die Substanz inhaliert wird, berauschend. Zunächst gibt es einen kurzen Erregungszustand mit Euphorie, danach kommt es jedoch zu Bewusstseinsstörungen, Halluzinationen oder sogar zur Bewusstlosigkeit. Auch Todesfälle sind dokumentiert, da die giftige Stoffe einen Ausfall des Atemzentrums auslösen können oder den Sauerstofftransport ins Blut einschränken. Ähnlich wie beim Alkoholrausch besteht die Gefahr, an Erbrochenem zu ersticken. Bisher bezogen sich die Ausführungen …

Eis

Kinder mögen’s bunt – Stimmt so nicht immer!

„Dein Kind – das widersprüchliche Wesen“ (frei nach einem Film aus den Siebzigern): Regelmäßig wird die Widersprüchlichkeit der Kinder am Esstisch sichtbar. Während Spielzeug gar nicht bunt und knallig genug sein kann, sollen insbesondere die warmen Mahlzeiten so bleich wie möglich daherkommen. Deshalb lautet die mitunter lautstarke Parole des Nachwuchses wahlweise: Nudeln (bloß nicht „tricolore“) ohne Soße, Reis ohne Soße, Spätzle ohne Soße oder auch Kloß ohne Soße! Jeden Erwachsenen gruselt es wohl schon bei dem Gedanken, diese Speisen trocken hinunterwürgen zu sollen. Eine weitere Möglichkeit, etwas Farbe auf den Teller zu bringen, würde theoretisch Gemüse darstellen. Hierzu findet man in wohlmeinenden Ratgebern immer wieder den Tipp: „Lassen Sie die Kinder bei der Zubereitung helfen, dann werden sie sich freudestrahlend auf das bunte Allerlei stürzen.“ Denkste! Die Möhrchen werden von den Nachwuchsköchen liebevoll geschält, geschnippelt, mit dem Spielzeugbagger auf den Laster, mit dem Laster über die aus Legosteinen konstruierte Brücke – die ganz nebenbei bemerkt eine architektonische Meisterleistung darstellt – in die Schüssel und dann (natürlich unter elterlicher Aufsicht) in den Kochtopf manövriert. Damit endet aber – entgegen der Expertenmeinung – die Freundschaft mit den Möhrchen. Keinesfalls darf etwas derartig Buntes das zarte Weiß der Nudeln verschandeln. Und noch weniger darf versucht werden, es mit dem Löffel seiner eigentlichen Bestimmung zuzuführen. Eine Meuterei wäre unvermeidbar. Gleiches gilt übrigens auch für optisch so Ansprechendes wie Paprika (immerhin in vier knalligen Farben erhältlich), Erbsen, Zucchini oder Tomaten (auf die wird später nochmals zurückzukommen sein). Vielleicht hätte man ja eine Chance mit Blumenkohl. Den könnte man immerhin farblich getarnt zwischen Reis und Nudeln …

frecher Kerl

Zum Umgang mit hochsensiblen Kindern

Hat man erkannt, dass man ein hochsensibles Kind hat, erleichtert dies den Umgang und stellt zunächst eine Entlastung für Eltern und Kind dar, da viele Situationen nun erklärbar erscheinen. Da das Kind mit zunehmendem Alter jedoch mit immer mehr verschiedenen Bezugspersonen und auch fremden Menschen in Kontakt kommt, die – da äußerlich nicht erkennbar – nichts von seiner Hochsensibilität wissen, ist es notwendig, dem Kind Strategien mit auf den Weg zu geben, die ihm das Leben in unserer Gesellschaft erleichtern. · Konfrontation mit schwierigen Situationen: Hilft man dem Kind, bekanntermaßen schwierige Situationen zu meistern, kann es erleben, dass es in der Lage ist, diese gefahrlos zu bewältigen. Dadurch wird das Selbstbewusstsein gestärkt und die Erfahrung kann im Laufe der Zeit auch auf andere Situationen übertragen werden. · Umweltreize filtern: Befindet man sich in einer Situation, in der viele äußere Reize (Geräusche, Gerüche, Farben…) auf das Kind einwirken, kann man es auf einzelne Sinneseindrücke hinweisen, auf die es sich konzentrieren soll. So kann das Kind lernen, die Reize zu filtern – wobei es immer deutlich mehr …

Regenbogen

Einzelkind auf Zeit

Der Alltag von Familien mit mehreren Kindern ist – gerade wenn sich die Kinder gut verstehen – häufig dadurch gekennzeichnet, dass relativ viel Zeit gemeinsam verbracht wird. Einerseits stellt es für die Eltern eine Erleichterung dar, wenn die Kinder sich miteinander beschäftigen, weil sie dadurch zeitlich entlastet werden. Andererseits macht man auch viele gemeinsame Unternehmungen, v.a. wenn die Kinder vom Alter und ihren Interessen her nicht allzu weit auseinander liegen. Dies ist natürlich wichtig, da gemeinsame Erlebnisse das Zusammengehörigkeitsgefühl von Familien stärken. Allerdings sollte man auch immer wieder Zeit einplanen, die – je nach den organisatorischen Möglichkeiten – ein oder beide Elternteile mit nur einem Kind verbringen. Geschwisterkinder, die noch nicht alt genug sind, um alleine zu Hause zu bleiben, werden in der Zeit z.B. von Großeltern, anderen Verwandten, bei Schulfreunden oder von einem Elternteil beaufsichtigt. Um Neid unter den Geschwistern zu vermeiden, sollten natürlich alle Kinder mal als „Einzelkind“ dran sein. Der kurzfristige Einzelkindstatus hat für Eltern und Kinder nur positive Auswirkungen. So können Eltern ihr Kind wesentlich individueller wahrnehmen als im Zusammenspiel mit …

Lesen 3

Lesen # 3: Auswahl von Büchern (Gastbeitrag)

Um geeignete Bücher für Kinder zu finden, muss man sicherlich unterscheiden, ob ein Kind gerne und viel liest oder ob es lieber einen großen Bogen um Bücher aller Art macht. Viel-Leser Bei den Viel-Lesern geht es oftmals darum, sie neugierig auf unterschiedliche Geschichten zu machen, da sie sich häufig auf eine Richtung (z.B. Krimis) festgelegt haben. Am besten geht dies beim Schmökern in einer Bücherei, weil hier – anders als in den meisten Buchhandlungen, wo häufig nur die bekanntesten Autoren oder Buchreihen stehen – auch ausgefallenere oder ältere Bücher zu finden sind. Lesemuffel Anders schaut die Sache bei den Lesemuffeln aus. Hier ist das Schmökern sicher keine zielführende Strategie, weil die Kinder von der Fülle von Büchern einfach überfordert sind. Einen guten Einstieg ins Lesen bieten Kinderzeitschriften, da die Texte relativ kurz gehalten sind und durch zahlreiche Bilder veranschaulicht werden. Je nach Interesse und Alter des Kindes kann man hier geeignete Zeitschriften auswählen. Hilfreich kann es auch sein, sich zu informieren, welche Buchreihen von den Klassenkameraden aktuell gelesen werden, da der Austausch über die Inhalte …

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Lesen # 2: Bedeutung des Lesens (Gastbeitrag)

Hat man einen kleinen Lesemuffel zu Hause, stellt man sich unweigerlich regelmäßig die Frage, warum man sich immer wieder bemühen soll, den Leseverweigerer doch dazu zu bringen, ein Buch in die Hand zu nehmen und darin wenigstens ein paar Seiten zu lesen. Auch wenn es nicht jedermanns Sache ist, sich bei einem guten Buch auf dem Sofa zu entspannen – manch einer zieht hier vielleicht Musik oder auch den Fernseher vor – ist das Lesen eine elementare Fähigkeit für weite Teile unseres Lebens. Jedes Kind muss sich in der Schule mit Texten auseinandersetzen – und zwar in allen Fächern. Ob es die Textaufgabe in Mathematik oder die Informationen über die Abholzung des tropischen Regenwaldes im Fach Geographie sind, es geht immer um das Verständnis von Texten. Und dieses sogenannte sinnentnehmende Lesen kann nur durch ständiges Üben erworben werden, wobei hierfür Sachtexte und Geschichten gleichermaßen geeignet sind. Auch im Erwachsenenleben spielt das Lesen häufig eine wichtige Rolle. Die Auseinandersetzung mit Texten ist bei der Zeitungslektüre am Frühstückstisch, beim Surfen im Internet und auch bei der heutzutage …

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Schwimmen – keine Sportart wie jede andere

Die Kinderärzte und wohl alle Eltern kennen solche oder ähnliche Situationen: Beim Sonntagsspaziergang sitzt das Kind auf einmal mit den besten Kleidern mitten in der einzigen Pfütze weit und breit oder spritzt sich am Brunnen von oben bis unten nass, noch bevor ihn die Eltern überhaupt entdeckt haben. Da die enorme Anziehungskraft von Wasser auf fast alle Kinder hinlänglich bekannt ist, sind meist Wechselklamotten im Gepäck dabei, sodass das Problem dann schnell behoben ist. Spätestens ab dem Grundschulalter, also ab dem Zeitpunkt, ab dem Kinder immer selbstständiger werden und damit auch unbeaufsichtigt unterwegs sind, muss man sich als Eltern aber Gedanken darüber machen, wie man Kinder vor der – im Vergleich zum nassen Hinterteil während des Sonntagsspaziergangs – nicht zu unterschätzenden Gefahr des Ertrinkens, die von Gewässern aller Art ausgeht, schützen kann. Verbote scheinen in diesem Zusammenhang wenig hilfreich, da Verbotenes bekanntermaßen erst recht reizvoll ist. Deshalb ist es unbedingt notwendig, dass Kinder das Schwimmen lernen, keine Angst vor dem Wasser haben und sich sicher im Wasser fortbewegen können. Umso erschreckender erscheint es, dass 1/3 …

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Smartphones – Kommunikationsmittel mit Suchtpotential

„Pling“ – kaum ein anderer eigentlich eher harmloser und unauffälliger Ton löst so schnelle, mitunter sogar hektische, Reaktionen aus wie der Benachrichtigungston eines Smartphones. Der Griff zur Tasche folgt prompt. Dies hängt auch damit zusammen, dass es durch diesen Ton im Gehirn zu einem Dopamin-Ausstoß kommt, der ein Glücksgefühl und damit verbunden auch den Wunsch nach Wiederholung zur Folge hat. Doch nicht nur hier zeigt sich das Suchtpotential des Smartphones. Es ist sogar möglich, dass Nutzer – ähnlich wie Nikotinabhängige – Entzugserscheinungen zeigen, wenn sie länger nicht kommunizieren können. Eine gravierende Folge ist, dass die Konzentrationsfähigkeit deutlich nachlässt, da man häufig kontrollieren muss, ob man vielleicht den Benachrichtigungston verpasst hat und doch neue Nachrichten eingegangen sind. Außerdem werden oftmals Tätigkeiten unterbrochen, um Nachrichten zu lesen oder zu beantworten. Gerade junge Menschen kommunizieren sehr viel mit dem Smartphone. So steigt der Anteil der Nutzer ab einem Alter von 12 Jahren sprunghaft auf deutlich über 80% an und junge Menschen unter 25 Jahren beschäftigen sich durchschnittlich vier Stunden täglich mit ihrem Smartphone. Diese Zahlen zeigen, wie stark …

Perfekte Kinder?

Bereits im 5. Jhd. v. Chr. stellte der griechische Arzt Hippokrates fest, dass sich Menschen hinsichtlich ihrer Charaktereigenschaften deutlich voneinander unterscheiden lassen. Bestätigen können dies auch die meisten Eltern mit mehr als einem Kind. Häufig hört man den Satz: „Die zwei sind ja so unterschiedlich!“ – und das, obwohl sie als Geschwister ja die gleichen genetischen Voraussetzungen haben und im selben sozialen Umfeld aufwachsen. Es ist also eigentlich allgemein bekannt, dass Kinder in ihrem Verhalten und in ihrer Entwicklung einzigartig sind. Umso erstaunlicher erscheint es, dass sie heute immer häufiger mit z.T. fragwürdigen Normvorstellungen konfrontiert werden. Fallen sie durch das Raster, weil sie sich außerhalb der gesellschaftlichen, sehr eng gesteckten Norm bewegen, wird oftmals die Forderung nach einer Therapie laut. Während unruhige Kinder, die sich schlecht konzentrieren können und durch ihr Verhalten als Störenfriede empfunden werden, schon seit Längerem sehr schnell in die Gruppe „therapiebedürftiges ADHS“ einsortiert werden, ist in jüngerer Zeit ein deutlicher Anstieg der Autismus-Diagnosen zu verzeichnen – somit sind nun auch sehr ruhige, introvertierte Kinder in den Fokus der Therapeuten geraten. Eine …