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Liebe Mama, lieber Papa. Sie sind der Chef!

Wir erleben es immer wieder: da werden 4-jährige von ihren Eltern gefragt, ob sie nun das Medikament nehmen wollen. Oder der unwissende Papa gibt die Frage des Kinderarztes an den 5-Jährigen weiter: „Hustest du nachts?“. Was hier gut gemeint ist, nämlich Kinder früh schon mit Respekt zu begegnen, überfordert sie hier aber. Sie können für Vieles noch keine Verantwortung übernehmen. Und selbst wenn sie es vermeintlich können, es tut ihnen häufig langfristig nicht gut. Bei gewieften Kindern passiert nämlich Folgendes: Sie nutzen diese Situation und werden Stück für Stück zum Chef der Familie. Und bestimmen mit ihren Meinungen, Wünschen und Unzufriedenheiten die Richtung und die Stimmung in der Familie. Manche Eltern sehen das mit Stolz und sind sogar so ehrlich und nennen ihr Kind „Chef“. Damit sind Kinder aber in einem wichtigen Lebensalter, das ihnen auch (und das vor allem im Vorbild der Eltern) sinnvolles und ethisches Handeln, gesunde Lebensweise und richtige Entscheidungen mitgeben sollte, auf sich selbst gestellt. Das kommt einem Entwicklungsstillstand in diesem Bereich gleich. Und irgendwann kippt die Situation und der vermeintliche …

Tipp

Tics

Josua ist 5 Jahre und treibt seine Eltern seit 5 Wochen in den Wahnsinn. Er räuspert sich ohne Unterlass viele, viele Male am Tag. Wenn Josua schläft, ist das Räuspern aber verschwunden. Was hat das Kind? In ihrer Not gehen die Eltern zu einem HNO-Arzt, der aber außer leicht gereizten Schleimhäuten nichts feststellt. Er sieht die Ursache nicht im HNO-Bereich und stimmt Josuas Kinderarzt zu, der einen Räuspertic diagnostiziert. Hier kann zunächst Beruhigung ausgesprochen werden. 4-12% aller Kinder haben – meist vorübergehende – Tics. Es sind 3x mehr Jungs als Mädchen betroffen, des Öfteren besteht eine familiäre Häufung. Auch vorübergehende Tics können aber bis zu 6 Monate andauern und auch einmal in anderer Form wiederkehren. Tics können sich vielgestaltig manifestieren: motorisch, vokal oder komplex zusammengesetzt. Räuspern, Lautieren, Blinzeln und vieles mehr kann auftreten. Wichtig ist zunächst, den Tic möglichst nicht zu verstärken und ihn einfach zu übergehen. Entspannung und Belohnungssysteme können auch hilfreich sein. Und es ist wichtig durchzuhalten, denn die Prognose ist gut.

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Sich schlau essen?!?

Ja geht das denn – sich schlau essen? So mancher selbsternannte Experte und so mancher Hersteller von Nahrungsergänzungsmitteln stellt das zumindest so dar. Natürlich gibt es Studien zum Einfluss der Ernährung auf die Hirnentwicklung und die Hirnleistungsfähigkeit. Aber die Mischung, die letztendlich im Magen der Kinder landet, ist so komplex, dass es sehr schwierig ist, Zusammenhänge klar zu beweisen. Tatsächlich zeigt sich jedoch, dass Fertigprodukte und industriell stark veränderte Zutaten ungünstig sind. Die Kinder, die frisch zubereitete Nahrung erhielten, schnitten in Tests bezüglich der Hirnleistung besser ab. Anders ausgedrückt: Viel Süß- und Knabberkram, Fertigprodukte, fast food & Co fördern nicht gerade die Denkleistung von Kindern. Allerdings kann man die Ursache dieser Effekte nicht aus den Daten der Studien herauslesen. Es kann ja auch sein, dass die Kinder, die viel fast food erhielten, andererseits weniger Förderung durch die Eltern erfuhren und mit ihnen weniger gespielt wurde, was zu einem schlechteren Abschneiden in den Tests führte. Übrigens ist auch die Nahrungsmenge wichtig. Zuviel – aber genauso zuwenig – Nahrung ist schlecht fürs Gehirn. Es gibt auch andere …

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Facebook beeinflusst das Körperbild

Viele Jugendliche nutzen Facebook intensiv und haben hunderte, wenn nicht tausende virtuelle Freunde. Da in den sozialen Netzwerken sehr viele Fotos getauscht und vor allem auch positiv oder negativ kommentiert werden, wirkt sich dies auch auf das eigene Körperbild erheblich aus. Wie eine australisch-britische Forschergruppe, die Jugendliche über einen Zeitraum von zwei Jahren beobachtete, kürzlich zeigte, steigt im Laufe der Zeit die Bedeutung und der Einfluss der Bekanntschaften. Aber nicht nur die Zeit war ein wichtiger Faktor. Je mehr virtuelle Freunde die 13 -15-jährigen Studienteilnehmerinnen hatten, desto mehr orientierten sie sich am Schlankheitsideal. Gefördert wird diese Entwicklung auch durch verschiedene „Challenges“, in denen es darum geht, möglichst dünn zu erscheinen. Die Folge ist, dass das normale Körperbild immer mehr verfremdet wird, was zu einer Körperwahrnehmungsstörung und letztendlich zur Ausbildung einer Essstörung führen kann. Die Facebook-Kontakte stellen also eine erhebliche Einflussgröße für Jugendliche dar. Das sollte man mit den Jugendlichen besprechen und die Zusammenhänge verdeutlichen. Außerdem sollte man sich im Klaren sein, dass der Einfluss sich nicht nur auf die eigene Körperwahrnehmung, sondern sicher auch auf …

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Kinder müssen Schwimmen können

Sommerzeit ist Badezeit! Herrliche Tage am See, Pool oder im Freibad. Doch gerade die kleinen Wasserratten sind gefährdet. Bei kleinen Kindern genügt bereits eine geringe Wassertiefe von wenigen Zentimetern zum Ertrinken, denn es kommt beim Eintauchen zu einem reflektorischen Atemstopp. 2016 ertranken einer offiziellen Statistik zufolge 46 Kinder und Jugendliche bis 15 Jahren in der BRD. 46 traurige Schicksale. Wir sind oft erstaunt zu hören, dass auch große Schulkinder das Schwimmen noch nicht gelernt haben. Schwimmen zu können ist aber die beste Prävention vor dem Ertrinkungsunfall. Außerdem macht Schwimmen Spaß und die Kinder sind auch stolz, wenn sie diese Fähigkeit erworben haben. Und es entspannt die Eltern, wenn sie wissen, dass der Nachwuchs sich über Wasser halten kann. Insofern ist das Schwimmenlernen ein gutes Ziel. Ab dem Vorschulalter sind die meisten Kinder fähig, einen Schwimmkurs erfolgreich zu absolvieren. Doch Vorsicht: Wenn Kinder gerade das Seepferdchen gemacht haben, sind sie noch keine sicheren Schwimmer! Der Anfang ist dann zwar gemacht, es braucht aber regelmäßige Übung, um die notwendige Sicherheit im Wasser zu erlangen. Darum streben Sie …

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Aufräumen

Aufräumen ist ja ein beliebtes Thema in Erziehungsratgebern und ein Streitthema in so mancher Familie. Schlaue Kids würden sagen, dass die Unordnung im eigenen Zimmer ein Naturgesetz ist. Sie hätten fast ein bisschen Recht. Vielleicht haben Sie es noch aus dem Chemie- oder Physikunterricht Ihrer Schulzeit im Ohr: den Begriff der Entropie. Ein System strebt – völlig verkürzt wiedergegeben – demnach nach der größtmöglichen Unordnung. Ich glaube fest, diese Erkenntnis wurde von einem Wissenschaftler gewonnen, der zu Hause kleine Kinder hatte! Man kann machen, was man will, die Unordnung bei den lieben Kleinen ist bald wieder maximal. Nun aber Scherz beiseite! Was tun gegen die Unordnung? Es gibt viele Möglichkeiten. Neben verschiedenen, erleichternden Ordnungssystemen wie Kisten oder Fächern oder einem definierten Raum, wo auch mal was liegenbleiben darf, kann eine kurze, fest angesetzte tägliche Aufräumzeit helfen, Ordnung einzuüben. Oder Aufräumen nach Wochentagen: Montags der Schreibtisch, dienstags die Bauecke, mittwochs die Autoschublade usw… Wichtig ist auch das Wegräumen aktuell nicht bespielter Dinge, um das Angebot überschaubar und damit attraktiv zu machen. Die Kinder wissen bei einem …

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Die 7 Dinge, die Sie im Zusammenhang mit dem Essen nie sagen sollten

Ein gesundes Essverhalten sollte sehr früh im Leben eingeübt werden. Dass wichtigste daran ist (wieder mal neben dem Vorbild der Eltern) ein natürlicher Zugang dazu und ein Hören auf das Bedürfnis des eigenen Körpers. Unabhängig vom Alter gibt es deshalb bestimmte Dinge, die ein Kind im Zusammenhang mit dem Essen niemals hören sollte. Was Sie also nie sagen sollten (und auch sofort entschärfen, wenn eine andere Person das zu Ihrem Kind sagt): Iss deinen Teller auf! Der Körper kennt seinen Hunger, auch der des Kindes. Eine andere Person kann den nicht kennen.  Du bist zu dick! Jeder Körper ist anders programmiert. Das Selbstbewusstsein hängt auch sehr mit dem Körpergefühl zusammen. Wenn tatsächlich Übergewicht vorliegt, dann ändern Sie die Dinge so gut es geht, die zum Übergewicht führen. Aber es dem Kind negativ anzukreiden, führt zu langfristigen Problemen mit der eigenen Akzeptanz.  Du bist zu dünn! Hier gilt Ähnliches wie unter 3. Sollten Sie eine Essstörung vermuten, sprechen Sie mit Ihrem Arzt. Zum Essen gibt es nichts zu Trinken! Trinken ist nötig. Auch hier reguliert der …

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Schreien bei Babys

Es strengt junge Eltern extrem an und bringt manche Mama und manchen Papa an die eigene Grenze: Das Baby schreit und weint! Und man weiß weder warum noch was man effektiv tun kann. Wieviel Schreien ist bei Babys normal? Dieser Frage gingen Forscher nach und untersuchten Kinder in verschiedenen Ländern. In den ersten 6 Wochen sind es 2 Stunden, die die Kinder im Durchschnitt schrien und weinten, wobei die Dauer zwischen 30 Minuten und 5 Stunden lag. Abhängig vom Alter nimmt die Länge des Schreiens ab, mit 12 Wochen sind es noch 1 Stunde und 10 Minuten. Eine alte Definition, ab wann man die Schreidauer als auffällig ansieht, besagt, dass das Kind an 3 oder mehr Tagen pro Woche mindestens 3 Stunden täglich schreien muss, um als Schreibaby zu gelten. Aufgrund der aktuellen Daten schlagen die Forscher eine altersgestaffelte Definition vor: in der 3.-4. Woche müsste das Baby mehr als 3,5 Stunden schreien, in der 10.-12. Woche mehr als 2 Stunden, um als auffällig zu gelten. Zum Trost für die Eltern: Schreien ist im gewissen …

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Schöne Ferien!!

Es ist geschafft, die Ferien beginnen! An dieser Stelle wünschen wir allen Kindern und ihren Eltern eine schöne Zeit mit vielen wundervollen Erlebnissen, gute Erholung und viel Spaß! Es ist wichtig und gut, nun den Kopf freizubekommen, neue Kräfte zu sammeln, gemeinsame gute Zeit zu verbringen und die Eltern-Kindbeziehung zu pflegen. Freuen wir uns auf unbeschwerte Sommerwochen mit unseren Kindern!

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Zeugnisse – des einen Freud, des andern Leid

Die Sommerferien stehen vor der Tür und die meisten Schüler fiebern diesen freudig entgegen. Anders sieht es aber wohl bei denen aus, die schon jetzt wissen, dass sie das Klassenziel nicht erreicht haben. Auch wenn sie und die Erziehungsberechtigen darüber bereits vor dem letzten Schultag schriftlich informiert werden, ist dieser Tag, an dem sie ihr Zeugnis mit dem Vermerk „Klassenziel nicht erreicht“ in den Händen halten, eine Belastung. Hier stellt sich die Frage, wie Eltern und Schule die Situation für das Kind bzw. den Jugendlichen entlasten können. Vorwürfe in der Art „Das hast du nun von deiner Faulheit. Ich habe es dir ja schon das ganze Jahr gesagt.“ sind hier völlig fehl am Platz. Da man davon ausgehen kann, dass kein Kind gerne ein Schuljahr wiederholt (und übrigens auch davon, dass kein Lehrer einem Kind gerne die Versetzung versagt), ist es wichtig zu verstehen, dass eine Nichtversetzung für viele Kinder, die ja seit vielen Jahren einen Großteil ihrer Zeit der Schule widmen müssen, als existenzbedrohend empfunden wird. Sie müssen ihre Klassengemeinschaft, ihre Freunde verlassen, fühlen …