Alle Artikel in: Ernährung

Wissenswertes über Mahlzeiten, Nährstoffe und Bedarf

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Sich schlau essen?!?

Ja geht das denn – sich schlau essen? So mancher selbsternannte Experte und so mancher Hersteller von Nahrungsergänzungsmitteln stellt das zumindest so dar. Natürlich gibt es Studien zum Einfluss der Ernährung auf die Hirnentwicklung und die Hirnleistungsfähigkeit. Aber die Mischung, die letztendlich im Magen der Kinder landet, ist so komplex, dass es sehr schwierig ist, Zusammenhänge klar zu beweisen. Tatsächlich zeigt sich jedoch, dass Fertigprodukte und industriell stark veränderte Zutaten ungünstig sind. Die Kinder, die frisch zubereitete Nahrung erhielten, schnitten in Tests bezüglich der Hirnleistung besser ab. Anders ausgedrückt: Viel Süß- und Knabberkram, Fertigprodukte, fast food & Co fördern nicht gerade die Denkleistung von Kindern. Allerdings kann man die Ursache dieser Effekte nicht aus den Daten der Studien herauslesen. Es kann ja auch sein, dass die Kinder, die viel fast food erhielten, andererseits weniger Förderung durch die Eltern erfuhren und mit ihnen weniger gespielt wurde, was zu einem schlechteren Abschneiden in den Tests führte. Übrigens ist auch die Nahrungsmenge wichtig. Zuviel – aber genauso zuwenig – Nahrung ist schlecht fürs Gehirn. Es gibt auch andere …

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Die 7 Dinge, die Sie im Zusammenhang mit dem Essen nie sagen sollten

Ein gesundes Essverhalten sollte sehr früh im Leben eingeübt werden. Dass wichtigste daran ist (wieder mal neben dem Vorbild der Eltern) ein natürlicher Zugang dazu und ein Hören auf das Bedürfnis des eigenen Körpers. Unabhängig vom Alter gibt es deshalb bestimmte Dinge, die ein Kind im Zusammenhang mit dem Essen niemals hören sollte. Was Sie also nie sagen sollten (und auch sofort entschärfen, wenn eine andere Person das zu Ihrem Kind sagt): Iss deinen Teller auf! Der Körper kennt seinen Hunger, auch der des Kindes. Eine andere Person kann den nicht kennen.  Du bist zu dick! Jeder Körper ist anders programmiert. Das Selbstbewusstsein hängt auch sehr mit dem Körpergefühl zusammen. Wenn tatsächlich Übergewicht vorliegt, dann ändern Sie die Dinge so gut es geht, die zum Übergewicht führen. Aber es dem Kind negativ anzukreiden, führt zu langfristigen Problemen mit der eigenen Akzeptanz.  Du bist zu dünn! Hier gilt Ähnliches wie unter 3. Sollten Sie eine Essstörung vermuten, sprechen Sie mit Ihrem Arzt. Zum Essen gibt es nichts zu Trinken! Trinken ist nötig. Auch hier reguliert der …

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Tipp der Woche – Essen und TV sehen?

Um Kindern, die vermeintlich „schlechte Esser“ sind, das Essen interessanter zu machen, stellen ihnen manche Eltern Videos oder den TV zum Essen an. Durch den Einsatz von Tablet-PCs ist dies  auch am Esstisch leicht möglich. Aber….. Tun Sie das nicht! Wenn Kinder im Gehirn einmal Essen mit Videos oder TV verbunden haben, dann wird dies auch in Zukunft so bleiben. Das bedeutet dann etwa, dass später kaum mehr TV gesehen werden kann, ohne sich etwas zu Essen zu holen. Ein ganz klares Übergewichtsrisiko! Außerdem kommen Sie von der Unsitte nicht mehr so leicht weg. Gemeinsame Mahlzeiten sind ein wichtiger Bestandteil des geregelten Alltags und eine optimale Möglichkeit der Kommunikation – aber eben nur, wenn nicht der TV läuft. Wahrscheinlich sind die Kinder keine krankhaft schlechten Esser, sondern regulieren ihren Appetit nur anders, als die Eltern das (warum auch immer) gerne sehen würden. Vielleicht liegen ja auch die Eltern falsch.

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„Nein, meine Suppe ess ich nicht…“

Während Suppen – anders als beim Suppenkasper – bei Kindern häufig durchaus beliebt sind, haben viele Eltern das Problem, dass die lieben Kleinen bei Brokkoli, Spinat und Co. den Aufstand proben. Sicherlich kennen auch Sie einen der unzähligen Ratgeber, die empfehlen, die Kinder das ungeliebte Gemüse schnippeln zu lassen und es dann optisch ansprechend (z.B. in Form eines fröhlich lachenden Gesichtes) anzurichten. Dann – so die Verfasser – könnten die Kinder das gesunde Grünzeug doch gar nicht mehr ablehnen. Aber mal ehrlich: Würden Sie etwas, was Ihnen partout nicht schmeckt, lustvoll genießen, nur weil es hübsch angerichtet ist? Eben… Da Kinder aus evolutionären Gründen von Beginn an auf die süße Geschmacksrichtung „eingestellt“ sind (giftige Pflanzen haben häufig einen bitteren Geschmack), ist es verständlich, dass sie Gemüsesorten, die sie als bitter empfinden, zunächst ablehnen. Hier hilft es nichts, die Kinder zu zwingen, ungeliebte Nahrungsmittel zu essen. Im Gegenteil: Durch Zwang kann es zur Ausbildung von Geschmacksaversionen kommen, d.h. die Kinder ekeln sich regelrecht vor den Speisen. Diese wieder aufzulösen ist extrem schwierig. Besser ist es, ungeliebte …

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Beikost – wann, wie, was jetzt…..?

Bei der Frage der Beikost hat uns die Forschung jahrzehntelang gefoppt und immer wieder im Kreis geführt. Während sich in den 1980er Jahren noch gar niemand um die Beikost gekümmert hat, kam langsam der Verdacht auf, die sich häufenden Allergien könnten mit der frühen Beikost zu tun haben. Ergo seit dem Ende des letzten Jahrtausends wurde befohlen: Stillen und auf keinen Fall Beikost im ersten halben Jahr! (Die Idee war, dass die Allergie-Proteine in der Nahrung Allergien begünstigen, wenn sie zu früh angeboten werden). Keine 15 Jahre später änderte sich nun diese Einschätzung deutlich. Denn neuere Studien haben gezeigt, dass die Beikost durchaus sogar geeignet ist, Allergien zu verhindern. Und zwar gerade die besonders stark allergischen Allergien. Ergo – die neue Empfehlung: Stillen und Beikost ab dem Alter von 4 Monaten. Und zwar auch diejenige Beikost, die besonders mit späteren Allergien im Zusammenhang steht. (Die Idee ist nun, dass die Allergie-Proteine in der Nahrung vom Körper auch langfristig akzeptiert werden können, wenn sie ihm nur früh genug angeboten werden…). Mein Fazit: Stillen (das ist glücklicherweise …

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Vorsicht – unnötige Diät

Nicht selten werden wir in der Sprechstunde damit konfrontiert, dass Kinder verschiedenste Diäten einhalten sollen. Die Eltern geben oft vermutete Unverträglichkeiten oder Allergien als Grund an. Der Verband der auf Magen-Darm-Krankheiten spezialisierten Kinderärzte hat nun vor einem „Diäten-Hype“ ausdrücklich gewarnt. Eine Diät sollte nur dann als notwendig erachtet und durchgeführt werden, wenn wirklich eine fundiert gestellte Diagnose, wie etwa eine Zöliakie (eine Unverträglichkeit des Gliadins) dazu zwingt. Ganz im Gegenteil können unnötige Diäten sogar zu erheblichen Störungen führen. Eine nicht notwendige milchfreie Ernährung kann beispielsweise Kalziummangel verursachen. Immer wieder leiden Kinder unter wiederkehrenden Bauchschmerzen oder Blähungen. Es ist dann durchaus notwendig, organische Erkrankungen seriös abzuklären. Oft haben diese Beschwerden aber gar keine organische Ursache. Die psychosomatischen Beschwerden sind natürlich genauso ernst zu nehmen wie die organischen – jedoch anders zu behandeln. Wenn die Bauchschmerzen letztendlich etwa auf die Trennung der Eltern zurückzuführen ist, muss das Kind vielleicht psychologisch unterstützt werden, mit dieser Belastungssituation umzugehen. Eine Diät wird hier wenig ausrichten. Wobei die vermehrte Zuwendung durchaus einen Placeboeffekt haben kann. Hier sollte man dann aber dennoch …

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Fettreduktion im Essen

Schon mehrere Jahrzehnte empfehlen Fachleute, möglichst wenig Fett zu sich zu nehmen. Muss ja gesund sein – oder? Was heute doch eher überrascht: Die aus den 1970er und 1980er stammenden Empfehlungen zur Fettreduktion wurden methodisch fragwürdig aus Studien abgeleitet, die diese Schlüsse aber tatsächlich gar nicht so klar hergaben! Wissenschaftler kritisieren das heute deutlich und hinterfragen die Ergebnisse und Schlussfolgerungen von damals. Tatsächlich fehlt bis heute der eindeutige Beweis, dass fettreduziertes Essen automatisch gesünder ist. Im komplexen Zusammenspiel vieler Faktoren ist es zu wenig, nur Fett alleine als den Gesundheitskiller anzusehen. Auch die Kohlenhydrate oder andere Bestandteile müssen betrachtet und in die Bewertung einbezogen werden. Allerdings sollte dabei eine Übertreibung nicht die andere ablösen. Wie in vielen anderen Bereichen sind wohl auch bei der Ernährung Einseitigkeit oder extreme Varianten wenig zielführend. Auch wenn das heutige Wissen nur der neueste Stand des Irrtums ist: Zusammengenommen ist eine gesunde, bewusste Ernährung mit einer breiten, ausgewogenen Palette an Mischkost wohl das, womit man nicht so viel falsch machen kann.

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Dick gemacht!

Ein inzwischen gar nicht so seltenes Phänomen in der Sprechstunde ist, dass Eltern ihre normalgewichtigen Kinder als zu dick empfinden. Diese falsche Wahrnehmung kann aber deutlich negative Auswirkungen haben, wie Forscher nun belegten. Wenn Eltern ihre Kinder als übergewichtig ansehen, nehmen diese erstaunlicherweise tatsächlich zu, und zwar unabhängig davon, ob das Übergewicht tatsächlich besteht oder nicht! Warum? Eltern, die ihre Kinder als zu dick ansehen, reagieren mit Essverboten. Diese Verbote bewirken aber keine Verbesserung im Essverhalten, sondern genau das Gegenteil! Das Kind nutzt jede Gelegenheit zu essen, weil es ja jederzeit mit entsprechenden Einschränkungen rechnen muss! Außerdem verletzt es ein Kind, wenn es als dick bezeichnet wird. Darüber trösten dann beispielsweise Gummibärchen hinweg – ein Teufelskreis. Also lieber nichts sagen? Es gilt, das richtige Maß und die richtigen Worte zu finden. Eltern sollten auf Ernährung und Bewegung bei ihren Kindern achten. Ganz besonders wichtig ist es aber, gesunde Ernährung und ein positives Körpergefühl vorzuleben – und im Umgang mit den Kindern gelassen zu sein und zu bleiben!

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Aktuelles von der DGE

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) veröffentlichte kürzlich ein Positionspapier zu veganer Ernährung. Demnach ist die ausreichende Versorgung mit bestimmten Nährstoffen und Vitaminen in veganer Kost nicht oder nur schwer möglich. Die Experten raten darum für Schwangere, Stillende, Säuglinge, Kinder und Jugendliche von einer vegane Ernährungsweise gänzlich ab. Zudem rät die DGE Menschen, die sich vegan ernähren möchten, eine Beratung durch eine Ernährungsfachkraft in Anspruch zu nehmen, um die Ausgewogenheit der Ernährung sicher zu stellen, und die ausreichende Versorgung ärztlich überprüfen zu lassen.

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Frühstück macht schlank!

Einer US-amerikanischen Studie zufolge wirkt sich ein Frühstück positiv auf die Gewichtsentwicklung aus. Wenn Kinder zu Hause frühstücken und in der Schule auch etwas essen, bleiben sie über Jahre hinaus schlanker als Schüler, die gar nichts frühstücken. Wie das? Noch können die Wissenschaftler die Gründe des eindeutig auszumachenden Effekts nicht benennen. Möglicherweise waren die Kinder, die gefrühstückt haben, einfach aktiver als ihre hungrigen Klassenkameraden. Es könnte auch sein, dass die Kinder nach einem Frühstück dann im Laufe des Tages weniger aßen und insgesamt weniger Kalorien pro Tag aufnahmen. Die Kinder ohne Frühstück stopften dagegen im Laufe des Tages mehr und unkontrollierter Snacks in sich hinein. Zudem könnte die familiäre Umgebung eine wichtige Rolle spielen. Die Kinder ohne Frühstück erhielten möglicherweise insgesamt weniger Aufmerksamkeit und Kontrolle bzgl. des Essens durch ihre Eltern als die Kinder, die ein Frühstück bekamen. Auch die Ernährungsstile unterschieden sich – beispielsweise die Menge an Süßigkeiten bzw. an gesunden Lebensmitteln, die die Kinder bekamen. Wir wissen, dass Kinder generell mehr Energie als Erwachsene brauchen. Sie profitieren von regelmäßigen Mahlzeiten. Wie dargelegt, ist …