Alle Artikel in: Erziehung

Themen rund um die Erziehung von Kindern und Jugendlichen

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Zeugnisse – des einen Freud, des andern Leid

Die Sommerferien stehen vor der Tür und die meisten Schüler fiebern diesen freudig entgegen. Anders sieht es aber wohl bei denen aus, die schon jetzt wissen, dass sie das Klassenziel nicht erreicht haben. Auch wenn sie und die Erziehungsberechtigen darüber bereits vor dem letzten Schultag schriftlich informiert werden, ist dieser Tag, an dem sie ihr Zeugnis mit dem Vermerk „Klassenziel nicht erreicht“ in den Händen halten, eine Belastung. Hier stellt sich die Frage, wie Eltern und Schule die Situation für das Kind bzw. den Jugendlichen entlasten können. Vorwürfe in der Art „Das hast du nun von deiner Faulheit. Ich habe es dir ja schon das ganze Jahr gesagt.“ sind hier völlig fehl am Platz. Da man davon ausgehen kann, dass kein Kind gerne ein Schuljahr wiederholt (und übrigens auch davon, dass kein Lehrer einem Kind gerne die Versetzung versagt), ist es wichtig zu verstehen, dass eine Nichtversetzung für viele Kinder, die ja seit vielen Jahren einen Großteil ihrer Zeit der Schule widmen müssen, als existenzbedrohend empfunden wird. Sie müssen ihre Klassengemeinschaft, ihre Freunde verlassen, fühlen …

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Mobbing in der Schule

Der Begriff „Mobbing“ wird heutzutage sehr häufig gebraucht, aber nicht immer ist die Verwendung treffend, was sich in vielerlei Hinsicht negativ auswirken kann. Einerseits gibt es leider viele Kinder, die tatsächlich gemobbt werden und unter den Folgen stark leiden. Andererseits kommt es aber auch immer wieder vor – gerade weil der Begriff z.T. sehr inflationär eingesetzt wird – dass Kinder ungerechtfertigterweise des Mobbings bezichtigt werden und dann unter den Folgen der Sanktionen ebenfalls erheblich zu leiden haben. Aus diesem Grund ist zunächst eine kurze Begriffsklärung notwendig. Streitigkeiten, Konflikte oder auch aggressive Auseinandersetzungen kommen in den besten Freundschaften vor und sollten möglichst unter den Kindern selbst – falls notwendig unter Einbeziehung der an vielen Schulen dafür ausgebildeten Streitschlichter – gelöst werden. Im Unterschied dazu ist Mobbing ein Verhalten, das auf die soziale Ausgrenzung der gemobbten Person abzielt und über einen längeren Zeitraum und in regelmäßigen Abständen auftritt. Bei den Mobbing-Opfern entsteht dadurch ein sehr hoher Leidensdruck. Das Problem ist, dass häufig erst die veränderten Verhaltensweisen die einzige Möglichkeit für Außenstehende wie Eltern oder Lehrer darstellen, Mobbing …

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Fakten zum Schlafwandeln

Es ist morgens um 3 Uhr. Felix Mutter wacht von einem Tapsen auf. Der 5-Jährige läuft in der Wohnung herum – aber er schläft! Sie bringt ihn schließlich wieder ins Bett. Am nächsten Morgen glaubt Felix nicht, was seine Mutter ihm da erzählt. Er erinnert sich an nichts mehr – wie alle Schlafwandler. Was geschieht beim Schlafwandeln? In der ersten Tiefschlafphase kommt es zu einer Aufwachstörung. Auf einen unbedeutenden Reiz wie ein Geräusch oder den Druck der Blase hin werden die Gehirnareale aktiviert, die Bewegungsabläufe wie z.B. das Laufen steuern. Aber das Kind schläft weiter und kontrolliert den Vorgang nicht. Der Schlafwandler spürt oft nichts, erkennt die Eltern nicht und reagiert nach dem Aufwecken oft aggressiv. Was zum Schlafwandeln führt, ist noch nicht vollständig bekannt. Es gibt jedenfalls eine genetische Komponenete und hängt mit der Hirnreifung zusammen. Dennoch haben die Betroffenen keine psychische oder neurologische Krankheit. Bis zu 20% der Kinder und Jugendlichen schlafwandeln, wobei sich diese Schlafstörung oft nach der Pubertät verliert. Eine Abklärung ist aber nur bei Kindern anzuraten, die mehrmals pro Woche …

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Kennen Sie die auch? Diese Eltern, die immer alles richtig machen?

Kennen Sie diese Eltern auch, die immer alles richtig machen? Die etwa jeden Testbericht für Autokindersitze kennen. Die für jedes Erziehungsproblem sofort eine exakte Handlungsanweisung haben. Die jeden Ratgeber gelesen haben. Deren Alltag völlig auf das Kind optimiert ist. Kennen Sie diese „perfekten“ Eltern? Und fühlen Sie sich deshalb schlecht, weil Sie das so nicht hinkriegen? Oder vielleicht nicht einmal wollen? Dann lassen Sie sich bitte sagen: Gute Eltern sein heißt nicht „Perfektionieren“ der Kinderaufzucht, so wie man es vielleicht mit einem beruflichen Projekt machen würde. Es braucht viel weniger Wissen als vielmehr eine natürliche Grundhaltung voller emotionaler Zuwendung  und die Übernahme der Elternrolle als Vorbild. Als Vorbild für gutes Handeln. Nicht für perfektes. Und falls Sie sich selbst jetzt als perfektionierende Richtigmacher-Eltern erkennen: Trauen Sie sich zu, auf den einen oder anderen Ratgeber zu verzichten. Dann erst können Sie lernen, Ihrem Instinkt zu vertrauen. Und der ist in den allermeisten Situationen wertvoller als Ratgeber-Wissen. Gleichzeitig schützen Sie sich so auch selbst vor Überforderung. Denn alles immer richtig machen zu wollen, ist der schnellste Weg …

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Den Kindern zuhören

Viel ist auf diesem Blog die Rede von Eltern und den Themen und Fragen, die eben Eltern bewegen. Aber es lohnt sich sehr, auch die elterlichen Belange immer wieder einmal beiseite zu legen und den Kinder genau zuzuhören. Es ist uns Eltern ja bewusst, wie wichtig es ist, sie ernst zu nehmen und ihnen auf Augenhöhe zu begegnen. Dennoch ist es oft erstaunlich, was Kinder wahrnehmen und äußern. Durchaus geht es dann nicht nur um mehr Süsses und mehr Fernsehzeit! Provokant könnte man formulieren: Manchmal haben die Kinder ja zu allem Überfluss sogar recht mit dem, was sie sagen. Wir hören in unserer Praxis nicht selten Äußerungen von Kindern zu verschiedensten Themen. Es geht dabei recht oft um das Ausmaß an Selbstbestimmung, den Wunsch danach, ernst genommen zu werden, aber auch um den expliziten Wunsch nach Anleitung und Sicherheit. Und immer wieder hören wir, wie genau die Kinder das elterliche Verhalten analysieren. „Das machst Du doch auch!“ ist dann ein immer wieder gehörter Satz. Wir nehmen für uns immer wieder mit, dass man von den …

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Vertrauen Sie Ihrer gesunden Einschätzung!

Die Grippewelle rollt, Kinder wie Eltern sind von all den Infekten der zurückliegenden Wochen und Monate geschwächt und genervt und warten sehnsüchtig auf den Frühsommer, wenn die Infektsaison abebbt. Ein 4-jähriges, vergnügtes Mädchen wird uns vorgestellt, zur Kontrolle wegen eines Infektes der oberen Luftwege mit Schnupfen und Husten ohne Fieber bei gutem Allgemeinzustand. Die Großeltern und auch eine Tante hatten die Eltern dazu gedrängt, da ja eventuell eine Lungenentzündung vorliegen könnte. Die Mutter war zuvor eigentlich nicht beunruhigt gewesen. Die Untersuchung ergab völlig freie Lungen und keinen Hinweis auf ein schwerwiegendes Problem, was auch der gute Allgemeinzustand widerspiegelte. Unserer Erläuterung diesbezüglich entgegnete die Mutter: „Das hab ich mir gleich gedacht, dass das nix Schlimmes ist!“ Was erwidern? Die Mutter wurde ja von der Umgebung in ihrer Einschätzung verunsichert. Und sie und ihr Kind stecken noch in der anstrengenden Infektsaison. Wir haben die Patientenmutter dennoch dahingehend beraten, auf ihren Mutterinstinkt ruhig zu hören und zu vertrauen. Ihre Einschätzung war richtig und die Vorstellung war nicht zwingend notwendig. So kräftezehrend und auch nervtötend die Infekte im Kleinkindalter …

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Was wirklich glücklich macht….

Was wirklich glücklich macht? Hmmmmm…. dazu gibt es wohl keine allgemeingültige Antwort. Aber es lohnt sich sicher, darüber einmal nachzudenken. Auch und gerade, wenn man seinen Kindern gute Voraussetzungen für Lebensglück mitgeben möchte. Den Deutschen sagt man ja etwa eine Tendenz zu materieller Sicherheit nach. Und vielleicht ist da auch etwas Wahres daran. Allerdings ist auch nicht jeder Deutsche gleich. In jedem Fall lohnt es sich, sich im Bezug auf die Werte, die man seinen Kindern vorlebt, zu hinterfragen. Und das meine ich jetzt gar nicht ethisch-moralisch oder gar religiös. Sondern alleine aus dem Blickwinkel des Lebensglücks. Menschen, die von früh auf gelernt haben (etwa durch das Vorbild der Eltern), materielle Sicherheiten oder materielle Ziele als hohe Priorität zu sehen, verpassen oft, sich in anderen Bereichen des Lebens weiter zu entwickeln, da sie sehr einseitig ausgerichtet sind. Nicht messbare Fähigkeiten wie Musikalität, Kontaktfähigkeit, Kreativität oder andere Talente rücken dann zu sehr in den Hintergrund – Fähigkeiten, die aber entscheidend sind für das Erleben von Lebensglück. Rein materielle Ausrichtung macht außerdem starr und unflexibel und damit …

Vorschule

Schulvorbereitung im Alltag

Die Einschulung naht und viele Eltern überlegen, wie sie ihre Kinder diesbezüglich fördern können. Dabei geht es auf der einen Seite um gute Ideen, wie und mit welchen Maßnahmen die tägliche Förderung abwechslungsreich erfolgen kann. Auf der anderen Seite ist es auch wichtig, sich die Bereiche und Fähigkeiten zu verdeutlichen, die die Kinder im Schulalltag bewältigen bzw. aufweisen müssen. Und dann ist das ja nicht die einzige Aufgabe, der sich Mama und Papa gegenüber sehen. Kinder in den Kindergarten, Arbeit, Einkauf, Hausputz, Essen kochen, Hausaufgaben mit dem Großen, Steuererklärung noch machen und den verstopften Abfluss reparieren sind ja auch noch Alltagsaufgaben, die so anfallen in der Familie. Uff! Wie also alles unter einen Hut bringen? Es liegt der Gedanke nahe, die Förderung eines Kindes im Kindergarten- und Grundschulalter auch in den Familienalltag mit all seinen Aufgaben einzubauen. Es gibt dazu ein etabliertes Konzept, das von dem Kinderarzt Dr. R. Dernick erarbeitet und unter dem Namen „Familienergo“ bekannt wurde. Es kostet wenig Zeit und kein Geld. Gerne beraten wir Sie dazu in unserer Praxis, vereinbaren Sie …

Verlierer

Wenn Kinder nicht verlieren können…

Um es vorweg zu nehmen: Es geht um Perfektionismus. Dass große Motivation auch einmal zu Enttäuschungen führen kann, ist allen Eltern klar. Zum Beispiel wenn ein Jugendfußballspiel verloren geht. Darüber darf man sich dann schon auch mal ärgern, vor allem, wenn viel trainiert wurde dafür und große Hoffnungen in den kleinen Köpfen saßen. Was ist aber mit Kindern, die nie verlieren können? Egal, ob es um ein Brettspiel geht, um eine Wette oder um den Fensterplatz im Bus? Häufig ist das Ausdruck von Perfektionismus. Es steht der unbewusste Gedanke dahinter: „Nur, wenn alles so perfekt ist, wie ich mir das vorstelle, läuft es gut.“ Oder sogar: „Nur, wenn alles so perfekt ist, wie ich mir das gesetzt habe, ist mein Leben etwas wert.“ Deshalb „müssen“ Sie um jeden Preis gewinnen, immer, weil es den Wert ihres Lebens bestimmt. Kennen Sie das bei Ihrem Kind? Dann müssen Sie dringend etwas gegen den Perfektionismus tun. Was da psychologisch passiert: Perfektion gibt es in der Welt nicht. Nachdem das „perfekte“ Ergebnis also nie zu erzielen ist, laufen „perfekte“ …

Schule

Hausaufgabenstress muss nicht sein! Teil 1

Fast zwei Drittel der in einer Studie befragten Eltern gaben an, dass es wegen der Hausaufgaben regelmäßig zu Konflikten mit ihren Kindern kommt. Hausaufgaben belasten also offensichtlich häufig das Verhältnis von Eltern und Kindern. Beachtet man einige grundlegende Dinge, so kann der Stress deutlich vermindert werden. • Terminwahl: Man sollte zwar zunächst die Kinder bei der Frage nach einem geeigneten Zeitpunkt einbeziehen, stellt man jedoch fest, dass es nur zu einer Verschiebetaktik von Seiten der Kinder kommt, ist es besser, wenn die Eltern den Zeitpunkt nach einer ausreichenden Erholungsphase nach der Schule festlegen. • Arbeitsplatz: Hausaufgaben sollten immer am gleichen Ort – idealerweise an einem Schreibtisch, auf dem alle notwendigen Arbeitsutensilien immer vorhanden sind – gemacht werden. Wichtig ist es, darauf zu achten, dass keine weiteren äußeren Reize (z.B. Spielsachen, Handy) von der Arbeit ablenken und dass genügend Licht vorhanden ist. Wir danken unserer Gastautorin B. Ehlenberger für diesen Beitrag!