Alle Artikel in: Impfungen

KrankesKind

Eine Mumps-Endemie und was mir auffiel

In der Stadt, in der wir unserer Arbeit, der Kinderheilkunde nachgehen, ist es vor kurzem zu einer Endemie an Mumps gekommen. Was ist Mumps? Eine Viruserkrankung, die vor allem die Ohrspeicheldrüsen (Stichwort „dicke Backen“), aber auch andere Speicheldrüsen, in  Einzelfällen aber auch die Hoden (Stichwort Unfruchtbarkeit) oder das Gehirn befällt. Die Erkrankung ist durch Impfung weitgehend zu verhindern, und zwar durch zwei Impfungen. Diese werden in der Regel als Kombination mit der Impfung gegen Masern, Röteln und Windpocken im Alter bis zum 2. Geburtstag durchgeführt. Sie können aber prinzipiell in jedem Alter erfolgen. Was ist eine Endemie? Eine regional begrenzte Häufung einer ansteckenden Erkrankung. Ausgangspunkt dieser Endemie war ein Waldorfkindergarten, der traditionell eine höhere Quote an ungeimpften oder nur teilweise geimpften Kindern aufweist. Betroffen waren aber auch andere Einrichtungen und Schulen der Stadt und selbst ein Soldat in einer Gemeinschaftsunterkunft. Das Gesundheitsamt der Stadt hat daraufhin, um dem Gesetz Folge zu leisten und eine weitere Ausbreitung zu vermeiden, Ungeimpfte gänzlich und teilweise Geimpfte bis zum Nachweis der Nachholung der Mumpsimpfung, von Schulen und Kindergartengruppen ausgeschlossen. …

Zecke

Tipp der Woche – Zeit für FSME-Impfung

Die Zecken sind da. In der Praxis haben wir schon welche entfernt. Und damit wie immer im Frühjahr die Angst, dass eine Krankheit übertragen sein könnte. Neben der Borreliose, die bakteriell verursacht ist und deshalb auch mit Antibiotikum behandelt werden kann, gibt es die FSME – die Frühsommer-Meningoencephalitis. Die FSME ist eine Virusinfektion, die nicht gut behandelt werden kann, wenn sie erst einmal zum Ausbruch kommt. Dafür kann allerdings ein Impfschutz aufgebaut werden. Die vorhandenen Impfstoffe sind ab dem 1. Geburtstag zugelassen. Spätestens mit 3 Jahren steigt das Risiko für eine FSME. Deshalb sollte ab dann auch Impfschutz bestehen, jedenfalls in Risikogebiete FSME. Unsere Praxis liegt in einem solchen. Geimpft werden 3 Dosen nach einem bestimmten Schema über 9 bis 12 Monate verteilt. Danach gibt es eine Auffrischung nach 3 Jahren und im Anschluss weitere Auffrischungen in Abständen von 5 Jahren. Prüfen Sie doch mal Ihr Impfbuch und das Ihrer Kinder. Und wie Sie sonst gegen Zecken vorgehen, lesen Sie hier.

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Warum manche Impfungen Krankheiten ausrotten können, und andere nicht

Manche Erreger (Viren, Bakterien) können sich unabhängig vom Menschen vermehren und verbreiten. Oder es hinterbleibt keine langfristige Immunität. Die Krankheit wird entweder durch das Aufschnappen des Erregers oder seiner Gifte ausgelöst. Diese Krankheiten sind auch durch gezielte Impfprogramme nicht auszurotten. Dazu gehört etwa Diphtherie oder Tetanus (Wundstarrkrampf). Hier steht bei der Impfung der individuelle Schutz im Vordergrund. Dann gibt es Erreger, die sich ausschließlich im Menschen vermehren und auch nur von Mensch zu Mensch übertragen werden können. Impfungen gegen solche Erkrankungen sind potentiell geeignet, die Krankheit vollständig auszurotten, wenn mindestens 90-95% der Menschen immun sind – letzteres durch Impfung oder durch das Durchlaufen der Krankheit. Zu diesen Krankheiten gehören etwa die Masern. Oder auch die Pocken, die bereits vor Jahrzehnten durch erfolgreiche Impfprogramme unter anderem der WHO ausgerottet wurden. Wir profitieren da also jetzt von der Entscheidung früherer Generationen zugunsten der Impfung. Natürlich ist für Sie als Eltern das Wichtigste bei der Entscheidung für eine Impfung der individuelle Schutz Ihres Kindes. Allerdings könnte deneben bei ausreichend hoher Schutzrate in der Bevölkerung auch die Krankheit verschwinden, …

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Grippe-Impfung – erstes Impfnasenspray

Seit 2 Jahren ist es nun auf dem deutschen Markt: das erste Impfnasenspray. Und zwar gegen die saisonale Grippe. Der Wirkmechanismus ist etwas anders als bei der gespritzten Impfung. Bei der in die Muskulatur gespritzten Impfung wird das Immunsystem des gesamten Körpers aktiviert und so auf den möglichen Viruskontakt vorbereitet. Bei der nasalen Impfung erfolgt der Aufbau des Schutzes über die Abwehrmechanismen, die auf den Schleimhautflächen des Körpers vorhanden sind. Die Wirksamkeit ist vergleichbar, aber der Patient spart sich einen „Pieks“. Für gesetzlich Versicherte wird es allerdings nur im Kindesalter bezahlt – im Gegensatz zur Spritze. Ansonsten betehen identische Empfehlungen zur Impfung, wie auch bei der Spritze. DrGH Foto: AstraZeneca 2015

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Grippe-Impfung – pro und contra

Der jährliche Grippeimpfstoff ist nun ausgeliefert. Damit stellt sich für viele wieder die Frage, ob man sich und/oder sein Kind gegen die „echte“ Virusgrippe, also gegen Influenza, impfen lassen sollte. Pro: Nach unserer Erfahrungen ist der Impfstoff gut verträglich. Es benötigt lediglich eine Spritze in der Saison (Oktober). Nur bei Kindern, die noch nie gegen Grippe geimpft wurden sind zwei Impfungen nötig. Contra: Die enthaltenen Influenza-Typen sind diejenigen, die von den Forschern in der jeweils kommenden Saison erwartet werden. Durch unerwartete Ausbreitung oder durch genetische Veränderung des Virus kann sich in der Saison ein Virus ausbreiten, gegen den dann kein Schutz besteht. Impfreaktionen sind wie bei jeder Impfung möglich. Höheres Impfrisiko besteht bei Menschen mit Hühnerei-Allergie. Gegen Influenza B und Influenza-ähnliche Viren sowie gegen Erkältungsviren wirkt die Impfung nicht. Weil die Influenza aber sehr schwer verlaufen kann, folgt die Empfehlung der Kinderarztblog-Ärzte derjenigen der Ständigen Impfkommission beim Robert-Koch-Institut: Impfung aller Menschen mit besonderen Risiken durch Influenza. Dazu zählen Menschen mit Herz- und Lungenerkrankungen, Stoffwechselerkrankungen oder Immunschwäche. Außerdem ältere Menschen und Bewohner von Heimen. Wer im …

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Und wieder eine Impfdiskussion

Die Kinderärzte kennen es – die kontroverse Impfdiskussion nimmt im Praxisalltag breiten Raum ein. Soll, kann, will ich, oder nicht, warum, auf keinen Fall…. Kilian, 5 Jahre, bisher nicht geimpft, kommt wegen einer Verletzung des Fußes zu uns. Er hat sich einen Holzfremdkörper beim Barfußlaufen eingetreten, die Wunde ist groß, tief und verschmutzt. Nach der Wundversorgung erläutern wir die Notwendigkeit einer simultanen Tetanusimpfung. Dies bedeutet, dass man neben der eigentlichen Impfung noch Antikörper spritzt, die eine eventuelle akute Infektion, die aufgrund der vorliegenden Verletzung entstehen könnte, verhindern. Dies wird auch von der DGPI, der Deutschen Gesellschaft für pädiatrische Infektiologie, klar so empfohlen. Kilians Mutter lehnt die Impfung aber auch nach ausführlicher Aufklärung über die Erkrankung ab und riskiert damit wissentlich eine potentiell tödliche Erkrankung. Die von Kilians Mutter vorgebrachten Argumente, wie etwa die Auslösung eines Autismus durch die Impfung oder dass der Tetanus ja erst durch die Impfung entsteht, sind sachlich falsch, was wir ausführlich erläutern. Dennoch bleibt sie bei ihrer Entscheidung. Dieser fiktive Fall, den wir in vergleichbarer Form aber in unserer ärztlichen Laufbahn …

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Masern schwächen das Immunsystem gefährlich!

Die Kinderärzte berichteten an dieser Stelle vor Kurzem über die dringende Notwendigkeit der Masernimpfung für Kinder. Nun wurde kürzlich eine Studie im renommierten Wissenschaftsjournal „Science“ veröffentlich, die die Gefährlichkeit der Erkrankung unter einem vielen Menschen unbekannten Aspekt bestätigt. Eine Maserninfektion kann den Patienten durch eine tiefgreifende Schwächung des Immunsystems nämlich auf Jahre hinaus (!) anfälliger für andere Krankheitserreger machen. Die Maserninfektion zerstört die Gedächtniszellen des Immunsystems, sodass die früher schon erworbene Fähigkeit zur Abwehr vieler Keime dann wieder mühsam über lange Zeit aufgebaut werden muss. Durch die Impfung wird die Entstehung der beschriebenen Schwächung des Immunsystems verhindert, wodurch sich neben dem direkten Effekt der Vermeidung von Masernkomplikationen auch die massive Senkung der Kindersterblichkeit seit Einführung der Masernimpfung vor 50 Jahren erklären lässt. Kaum eine Erkrankung ist leichter zu verhindern. Die Kinderärzte raten zur Masernimpfung. DrS

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Infos zu HPV und Gebärmutterhalskrebs

Die Kinderärzte berichten: Humane Papilomaviren (HPV) sind weltweit verbreitete Viren, die Haut und Schleimhautzellen befallen und gut-, aber auch bösartige Tumoren in der Folge verursachen können. Über 75% aller Fälle von Gebärmutterhalskrebs werden von den HPV-Hochrisikotypen 16 und 18 verursacht. 2008 wurde dem deutschen Mediziner Harald zur Hausen für die grundlegenden Arbeiten zu diesem Thema der Nobelpreis verliehen. Die Viren werden insbesondere durch direkten oder indirekten Haut- oder Schleimhautkontakt übertragen. 75% aller Frauen stecken sich im Laufe ihres Lebens mit Humanen Papillomaviren an. Die Infektionen können ohne äußere Zeichen verlaufen, 2% aller angesteckten Frauen entwickeln jedoch Gebärmutterhalskrebs. Ein weiteres durch HPV hervorgerufenes Krankheitsbild sind sogenannte Genitalwarzen. Diese Erkrankung betrifft Männer und Frauen. Seit 2007 empfiehlt die ständige Impfkommission des RKI (STIKO) für alle Mädchen eine Impfung gegen HPV als Standardimpfung. Die Impfung sollte vor dem ersten Intimkontakt stattfinden, die STIKO empfiehlt eine Impfung für alle Mädchen ab 9 bis 14 Jahren. Es werden 2 intramuskuläre Injektionen im Abstand von 6 Monaten empfohlen, werden die Mädchen nach 14 Jahren geimpft, sind 3 Impfungen notwendig. Über die …

Neu: Grippe-Impfung ohne Pieks!!!

Die Grippe-Welle hat begonnen! Wer noch keinen Impfschutz gegen die erwarteten Influenza-Viren 2014/15 hat, sollte sich diesbezüglich bei einem Arzt oder Apotheker beraten lassen! Empfohlen wird die Grippe-Impfung vor allem für Personen ab 60 Jahre Schwangere, die während der Influenzasaison schwanger sind Personen mit erhöhter gesundheitlicher Gefährdung infolge eines Grundleidens (wie z.B. chronische Krankheiten der Atmungsorgane, Herz- oder Kreislaufkrankheiten, Leber- oder Nierenkrankheiten, Diabetes oder andere Stoffwechselkrankheiten, chronische neurologische Grundkrankheiten wie z. B. Multiple Sklerose mit durch Infektionen getriggerten Schüben, angeborene oder erworbene Immundefizienz oder HIV) Bewohner von Alters- oder Pflegeheimen Personen mit erhöhter Gefährdung Personen, die als mögliche Infektionsquelle für von ihnen betreute Risikopersonen fungieren Personen mit direktem Kontakt zu Geflügel und Wildvögeln (die Impfung schützt zwar nicht vor der Vogelgrippe, aber es werden damit problematische Doppelinfektionen vermieden) [Quelle: RKI: Robert Koch Institut] Kinder in Gemeinschaftseinrichtungen (KiTa, Schule, etc.) gelten auch als erhöht gefährdet. Seit der vergangenen Saison ist bereits ein „schmerzfreier“ Impfstoff verfügbar, der ohne Pieks nasal zu geben ist, vergleichbar einem Nasenspray. Er trägt den eingetragenen Handelsnamen Fluenz! Er wird von den gesetzlichen …