Alle Artikel mit dem Schlagwort: Lesen

Warum Lesen wichtig ist

In einer Studie aus dem Jahr 2014 wiesen die Wissenschaftler Richtie, Bates und Plomin nach, dass die Lesefähigkeit in der Kindheit über die Intelligenz im späteren Leben (mit)entscheidet. Untersucht wurden 1890 eineiige Zwillingspaare mit 7, 9, 10, 12 und 16 Jahren. Sowohl die verbale als auch die nonverbale Intelligenz der 16-Jährigen wurde durch die Lesefähigkeit im Alter von sieben Jahren bestimmt. Während der Zusammenhang deutlich nachgewiesen werden konnte, ist die Erklärung des Phänomens nicht ganz klar. Es wird vermutet, dass das Lesen die Fähigkeit des abstrakten Denkens fördert oder auch die Fähigkeit schult, sich längere Zeit mit einer Materie zu beschäftigen. Darüber hinaus darf man im Hinblick auf die Zukunft der Kinder nicht vergessen, dass durch den Wandel von der Industrie- zur Informations- und Wissensgesellschaft die Lese- und Rechtschreibkompetenzen immer wichtiger werden. Die Zahl der Arbeitsplätze, die den Umgang mit Computern und damit Textverarbeitungskenntnisse voraussetzen, wird stetig steigen. Außerdem ist auch das Internet ein Schriftmedium, das einen kritischen Umgang mit Texten erforderlich macht. Hat man früher Bücher, die oftmals wissenschaftlich geprüft waren, zur Aneignung von …

Lesestart

Jeder, der des Lesens mächtig ist, macht sich über den Prozess des Lesens keine Gedanken. Es passiert ganz automatisch, sobald wir ein geschriebenes Wort sehen. Deshalb muss man sich als Eltern von Leseanfängern immer wieder bewusst machen, wie komplex der Prozess des Lesenlernens ist. Stellen Sie sich einfach einen griechischen Schriftzug vor. Ein paar Schriftzeichen erkennen Sie vielleicht noch aus dem Mathematikunterricht, aber die meisten dürften wohl ohne Lauttabelle schwer zu entschlüsseln sein. Genauso geht es Ihrem Kind. Die Buchstaben aus seinem Namen wird es schon erkennen, den ein oder anderen darüber hinaus auch noch. Aber die meisten muss es sich mühsam mit Hilfe der Anlauttabelle erarbeiten. Der nächste Schritt ist es, diese Buchstaben zu Silben und dann zu Wörtern zu verbinden. Auch hier gilt wieder: Wenn man es schon kann, versteht man nicht, wo eigentlich das Problem liegt. Für die Kinder ist dies aber wirklich eine große Herausforderung – ganz zu schweigen davon, dann auch noch zu hören, welches Wort diese Lautreihe dann eigentlich ergeben soll. Selbst bei einem kurzen Wort wie „Ente“ muss …

Buchauswahl für Leseanfänger

Man kennt es ja von sich selbst: Da empfiehlt einem jemand ein Buch oder einen Artikel aus einer Zeitschrift als besonders lesenswert und man bekommt dann beim Lesen so gar keinen Zugang zu dem Text. Wie bei allem anderen gilt auch im Hinblick auf das Lesen: Geschmäcker sind verschieden! Umso wichtiger ist es bei den Leseanfängern darauf zu achten, dass sie die Bücher, die man ihnen anbietet, optisch und thematisch ansprechen und – ebenso wichtig – sie auf dem Leseniveau abholen, auf dem sie sich gerade befinden. Nichts ist frustrierender als einen Text lesen zu müssen, den man noch gar nicht verstehen kann. Das Angebot an Erstlesebüchern ist mittlerweile riesig, und es ist gar nicht so einfach, den Überblick zu behalten. Deshalb sollen hier ein paar grundsätzliche Tipps gegeben werden. Die konkrete Buchauswahl muss sich dann immer an den Interessen des Kindes orientieren. Für den Einstieg besonders geeignet sind Bücher, die ausschließlich in Großbuchstaben geschrieben sind, da sie die beim Lesen zu bewältigende Zeichenanzahl schon einmal halbieren. Außerdem handelt es sich hierbei naturgemäß meist um …

Doktor, da liest doch fast keiner!

Da war ich nun doch baff! Ich hatte mich nach den Ferien mit einem Patientenkind darüber unterhalten, was es selbst und seine Klassenkameraden denn in den Ferien so unternommen hatten. Der Patient selbst hatten ausgefüllte Ferien mit vielen Unternehmungen erlebt. Und er hatte in den zwei Wochen sechs dicke Bücher verschlungen. Wie er verriet, liest er besonders gerne abends im kuscheligen Bett, aber auch sonst überall, wenn sich die Gelegenheit ergibt. Die Klassenkameraden hatten von vielen Computerspielen, Filmen und Fernsehstunden erzählt, nur drei von 24 Kindern gaben im Erzählkreis aber an, in den Ferien gelesen zu haben. Wie traurig, dachte ich. Die Eltern des 10jährigen Jungen erzählten, dass sie sich über den Lesestoff mit ihrem Sohn ausgetauscht und dabei eine gute, gemeinsame Zeit genossen hatten, und er hatte beim Lesen Freude, Entspannung, aber auch Spannung und viel eigene Fantasie er- und durchlebt. Dieser Junge schaut bestimmt auch einmal einen Film an. Aber gar kein Buch in den zwei Wochen gelesen zu haben – für diesen aufgeweckten Burschen wäre das wohl eine echte Strafe gewesen! Sich …

VORlesen macht schlau – und nicht nur das!

„Lesen macht schlau!“ – dieser Zusammenhang wurde durch zahlreiche Studien nachgewiesen und auch hier im Blog schon thematisiert. Die vor Kurzem veröffentlichte Vorlesestudie 2015 belegt nun, dass auch häufiges Vorlesen im Kleinkind- und Kindergartenalter wichtig für die kognitive Entwicklung ist. So konnte ein positiver Zusammenhang zwischen Schulnoten (und zwar nicht nur im Fach Deutsch, sondern auch in der 1. Fremdsprache sowie in Mathematik, Biologie, Kunst und Musik) nachgewiesen werden, der unabhängig vom Bildungsniveau der Eltern ist. Besonders interessant an der neuen Studie ist jedoch, dass nicht nur kognitive Aspekte vom Vorlesen profitieren, sondern auch soziale. So können sich Kinder, denen häufig vorgelesen wurde, besser in andere hineinversetzen. Sie bemühen sich auch, andere in ein Geschehen oder eine Gruppe zu integrieren. Außerdem besitzen im Vergleich zu Kindern ohne Vorleserfahrungen mehr als doppelt so viele Kinder einen ausgeprägten Gerechtigkeitssinn. Diese beiden Gesichtspunkte sind sowohl für die Persönlichkeitsentwicklung der Kinder als auch gesamtgesellschaftlich von großer Bedeutung. Hinsichtlich der positiven Auswirkungen auf die Kinder selbst konnte die Studie auch noch nachweisen, dass die Kinder mit vielen Vorleseerfahrungen deutlich selbstbewusster …

Lesen # 3: Auswahl von Büchern (Gastbeitrag)

Um geeignete Bücher für Kinder zu finden, muss man sicherlich unterscheiden, ob ein Kind gerne und viel liest oder ob es lieber einen großen Bogen um Bücher aller Art macht. Viel-Leser Bei den Viel-Lesern geht es oftmals darum, sie neugierig auf unterschiedliche Geschichten zu machen, da sie sich häufig auf eine Richtung (z.B. Krimis) festgelegt haben. Am besten geht dies beim Schmökern in einer Bücherei, weil hier – anders als in den meisten Buchhandlungen, wo häufig nur die bekanntesten Autoren oder Buchreihen stehen – auch ausgefallenere oder ältere Bücher zu finden sind. Lesemuffel Anders schaut die Sache bei den Lesemuffeln aus. Hier ist das Schmökern sicher keine zielführende Strategie, weil die Kinder von der Fülle von Büchern einfach überfordert sind. Einen guten Einstieg ins Lesen bieten Kinderzeitschriften, da die Texte relativ kurz gehalten sind und durch zahlreiche Bilder veranschaulicht werden. Je nach Interesse und Alter des Kindes kann man hier geeignete Zeitschriften auswählen. Hilfreich kann es auch sein, sich zu informieren, welche Buchreihen von den Klassenkameraden aktuell gelesen werden, da der Austausch über die Inhalte …

Lesen # 2: Bedeutung des Lesens (Gastbeitrag)

Hat man einen kleinen Lesemuffel zu Hause, stellt man sich unweigerlich regelmäßig die Frage, warum man sich immer wieder bemühen soll, den Leseverweigerer doch dazu zu bringen, ein Buch in die Hand zu nehmen und darin wenigstens ein paar Seiten zu lesen. Auch wenn es nicht jedermanns Sache ist, sich bei einem guten Buch auf dem Sofa zu entspannen – manch einer zieht hier vielleicht Musik oder auch den Fernseher vor – ist das Lesen eine elementare Fähigkeit für weite Teile unseres Lebens. Jedes Kind muss sich in der Schule mit Texten auseinandersetzen – und zwar in allen Fächern. Ob es die Textaufgabe in Mathematik oder die Informationen über die Abholzung des tropischen Regenwaldes im Fach Geographie sind, es geht immer um das Verständnis von Texten. Und dieses sogenannte sinnentnehmende Lesen kann nur durch ständiges Üben erworben werden, wobei hierfür Sachtexte und Geschichten gleichermaßen geeignet sind. Auch im Erwachsenenleben spielt das Lesen häufig eine wichtige Rolle. Die Auseinandersetzung mit Texten ist bei der Zeitungslektüre am Frühstückstisch, beim Surfen im Internet und auch bei der heutzutage …

Zitat der Woche

Lesen ist ein grenzenloses Abenteuer der Kindheit. Astrid Lindgren Dieses Zitat, das unsere Gastautorin B. Ehlenberger ausgesucht hat, passt wunderbar in die Thematik der kleinen Reihe zum Thema Lesen. Lesen eröffnet eine Welt und vermittelt den Kindern unsagbar viel Wichtiges, auch für das spätere Leben. Astrid Lindgren hat echte Literatur für Kinder geschaffen. Schade, daß Frau Lindgren, die Kinder äußerst gut verstanden hat und die ihre Geschichten stets auf Augenhöhe mit den Kindern schrieb, als Kinderbuchautorin keinen Literaturnobelpreis erhielt. Sie hätte ihn verdient. DrS