Alle Artikel mit dem Schlagwort: Studie

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Vorsicht: Kindersitz als Todesfalle – kein Einzelfall!

Säuglinge und Kleinkinder sollten auch in Kindersitzen und Babywippen nicht unbeaufsichtigt sein. Denn die Gurte zur Fixierung der Kleinen können Strangulationen auslösen und damit zum tödlichen Ersticken führen. Eine aktuelle Statistik aus den USA untersuchte den Tod von 47 Kindern, die in verschiedenen Sitz- und Liegekonstruktionen oder in Tragetüchern auf diese Weise erstickten. Die Zahl aller so verstorbenen Kinder ist sicher höher. Als großer Risikofaktor gilt, wenn die Kinder lange Zeit unbeaufsichtigt darin lagen. Die Empfehlungen für Säuglinge und Kleinkinder, die sich ableiten: Schauen Sie regelmäßig nach dem Kind im Sitz oder im Tragetuch Autokindersitze haben ihren Zweck im Auto, und nicht als Ersatzbett außerhalb des Autos Kinder sollten insbesondere nicht in Autokindersitzen oder anderen Sitz- oder Liegeschalen unbeaufsichtigt schlafen Die Haltegurte sollten richtig und vollständig festgemacht sein Der Kopf sollte stets sichtbar und nicht abgedeckt sein (das gilt auch für Tragetücher) Das Kinn sollte auch im Schlaf nicht auf den Brustkorb sacken Die Originalstudie aus den USA finden Sie hier.

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Übergewicht – es ist jedenfalls kein einzelnes Gen!!!

Es ist angeboren aber es sind nicht nur die Gene…! In der bisher größten genetischen Studie an mehr als 300.000 Probanden konnte ein internationales Forscherteam eine Vielzahl von genetischen Faktoren finden, die im Zusammenhang mit starkem Übergewicht stehen. Die direkte Vererbung eines spezifischen Gens war nicht zu finden. Dennoch ist die Neigung zu Übergewicht familiär. Wenn keine eindeutige genetische (Mendel´sche) Vererbung, was dann? Es wird nicht das Übergewicht vererbt, sondern nur die Neigung zu Übergewicht. Möglicherweise über das frühkindliche „biological programming“, also die Bahnung bestimmter Stoffwechselwege hin zu Übergewicht. Was schließen die Kinderärzte nun daraus? Um späteres Übergewicht vorzubeugen wäre ein sehr früher Beginn vorbeugender Lebensbedingungen nötig. Ernährung und Bewegung der Eltern muss bereits gesund sein um bei den Kindern dies zu ermöglichen. Die Kinderärzte sehen aber auch, dass Eltern bei den komplex gewordenen Lebensbedingungen nicht auf jede Einzelheit optimalen Verhaltens achten können. Ein gesunder und machbarer Mittelweg wäre für die Kinderärzte die Kombination von gesunder Kinderkost und Einüben von körperlicher Aktivität ab dem Laufalter. Dazu kommt der Auftrag an die Eltern, Vorbild zu sein: …

Hirntumor.  15 Jahre alter Junge.  ©Rechte bei A. Christaras. Creative Commons-Lizenz: http://creativecommons.org/licenses/by/2.5/legalcode

Handy-Telefonieren und Hirntumore – also doch….?

Der Verdacht ist seit langem in der Diskussion: Das mobile Telefonieren (Handy oder schnurlos) soll das Risiko für Hirntumore erhöhen. Und zwar vor allem bei Kindern und Jugendlichen. Jetzt zeigt eine weitere Studie, dass daran etwas daran sein könnte: Der schwedische Krebsforscher Lennart Hardell hat mit seinem Team Nutzungsdauer von mobilen Geräten am Ohr und das Auftreten von Hirntumoren in Schweden verglichen und fand dabei ein erhöhtes Risiko. Abhängig von der gesamten Zeitdauer eines mobilen Telefons am Ohr stieg das Risiko bis auf das 3-fache. Als Ursache gilt die Wirkung der elektromagnetischen Wellen auf den Körper. Das Risiko für unerwünschte Wirkungen gilt als umso höher, je höher die Strahlungsleistung der Geräte ist, messbar als sogenannter SAR-Wert des Gerätes. Dieser wird vom Hersteller oder Vertreiber der Telefone angegeben. Auch wenn es immer noch nicht als gesichert gilt – die Kinderärzte empfehlen die folgenden Vorsichtsmaßnahmen, und zwar besonders bei Kindern, aber nicht nur da: Begrenzen Sie das Telefonat auf kurze Gesprächsdauer, nutzen Sie für lange Gespräche kabelgebundene Apparate Bringen Sie Ihren Kindern schon das Telefonieren mit Begrenzung …

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Wieviel Dreck brauchen wir? Die Bauernhof-Hypothese

Vor rund 10 Jahren gingen die Ergebnisse mehrerer groß angelegter Studien durch die Presse, die gezeigt haben dass Kinder, die natürlicher mit „Dreck“ aufwachsen, deutlich seltener allergische Erkrankungen entwickeln. Dies könnte durch den geringeren Kontakt mit natürlichen (für den Menschen nicht krankmachenden) Bakterien und Pilze in der sogenannten zivilisierten Umgebung abseits von Landwirtschaft bedingt sein. Man nannte diese Erklärung „Bauernhof-Hypothese“. Was ist nun aus der Bauernhof-Hypothese geworden? Und wieviel Dreck „braucht“ das Kind nun? Die Ergebnisse sind bisher nicht widerlegt. Vielmehr konnten Wissenschaftler untermauern, dass in übertrieben hygienisch aufwachsenden Kindern das Immunsystem unterfordert scheint und dann dafür Allergien auslöst. Der Vorteil von Kontakt mit den natürlichen („gesunden“) Bakterien und Pilzen ist höher wenn bereits die Schwangerschaft in dieser Umgebung stattfindet. Erwachsene scheinen keinen Vorteil mehr vom Bauernhof zu haben. Die Pharmaindustrie versucht gerade, die genauen Faktoren in den genannten „gesunden“ Keimen herauszufinden, um mittels geeigneter Präparate Bauernhof-Umgebung zu simulieren. Eine genetische Neigung zu Allergien wird nicht aufgehoben, möglicherweise aber vermindert. Ob Hunde und Katzen von Vorteil sind, ist unklar. Jedenfalls scheinen sie, wenn ein Kind …

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Wie groß wird mein Kind?

Klar! Die Endgröße wird durch die Eltern bestimmt. Zwei Riesen werden kaum einen Zwerg groß ziehen und umgekehrt. Also ist Größe genetisch bestimmt? Oder gibt es andere Faktoren? Ja. Wenn die Lebensbedingungen (z.B. Mangelernährung) oder Krankheiten dies nicht ungünstig beeinflussen dann steckt die Endgröße in den Genen. Es werden allerdings immer mehr Gene gefunden, die einen Beitrag zur Endgröße leisten, zuletzt in einer vielbeachteten aktuellen Studie in Nature Genetics. Es wurden darin 423 Einzelgene gefunden die Einfluss auf die Endgröße haben. Welches der vielen Gene wie stark wirksam ist, weiß allerdings noch niemand. Was man in der Summe etwa abschätzen kann, ist also immer noch recht ungenau: Wir wissen lediglich, dass 90% der Kinder die Spanne von +/- 7,5cm um die folgende erwartete Größe erreichen: Für Mädchen: [(Vatersgröße + Muttergröße) : 2] – 6,5cm Für Jungs: [(Vatersgröße + Muttergröße) : 2] + 6,5cm Was, wenn man es noch genauer wissen will? Die Kinderärzte verraten: Bei Verdacht auf eine zu große oder zu kleine Endgröße kann man diese ab dem Grundschulalter von ca. 8 Jahren durch …

Ein wenig Dreck…

DieKinderärzte vermitteln schon seit langem, dass sterile Wohnungen mit maximaler Sauberkeit vielleicht doch nicht das Gelbe vom Ei sind. Zugegeben – das, was in den Köpfen vieler Jungeltern zum Schutz ihres Säuglings vor ansteckenden Erkrankungen gedacht wird, ist nachvollziehbar – ideale Sauberkeit nämlich. Jetzt erhärtet eine große amerikanische Studie aber die sogenannte „Bauernhofhypothese“, nach der ein gewisser Kontakt der Kinder mit Tieren und tierischen Ausscheidungen spätere Allergie-Entwicklung vorbeugen kann…. Säuglinge, die in steriler Umgebung groß werden, haben danach später häufiger Allergien als solche, die über Haustiere einer gewissen Bakterienvielfalt ausgesetzt sind. DieKinderärzte raten also: Übertreiben Sie es nicht mit der Hygiene und lassen Sie Natur zu. Eine gesunde Hygiene und Sauberkeit sollte dennoch sein. Die Studie zeigte nämlich auch dass eine verschmutzte Wohnung mit sehr hoher Konzentration von Schmutzkeimen wieder mehr zu Allergien führen könnten.   DrGH