Alle Artikel mit dem Schlagwort: Hilfe

Selbstverletzendes Verhalten (Gastbeitrag)

Anders als Magersucht – hier kann man zum Beispiel das durch die Medien propagierte Schönheitsideal als Ursache ausmachen – oder Drogensucht erscheint selbstverletzendes Verhalten Außenstehenden meist völlig unverständlich, da der Betroffene sich hier offenkundig selbst schadet, was man bei anderen Suchterkrankungen zunächst leichter verdrängen kann. Der Weg hin zum selbstverletzenden Verhalten ist jedoch häufig mit dem z.B. in eine Drogensucht vergleichbar. Auslöser sind oftmals seelisch belastende Situationen wie Leistungsdruck, Überforderung oder traumatische Erlebnisse. Zum Druckabbau kommt es dann – zumindest kurzfristig – durch den als Entlastung empfundenen Schmerz. Da die Wirkung sofort eintritt, macht das Verhalten schnell abhängig. Gerade weil für Außenstehende die selbstverletzenden Handlungen nur schwer nachvollziehbar sind, ist der Umgang mit der Erkrankung für sie sehr schwierig. Hinzu kommt, dass die Schnitte oder auch Brandmale meist sehr gut verborgen sind, da sie an durch Kleidung verdeckten Hautstellen vorgenommen werden. Hat man allerdings den Verdacht, dass das Kind, die Freundin oder der Freund sich selbst verletzt, ist es wichtig, keine Vorwürfe zu äußern. Betroffene sind von sich selbst enttäuscht, weil sie nichts gegen das …

Diagnose Legasthenie (Gastbeitrag)

Kinder mit sehr schlechten Rechtschreibleistungen haben häufig einen langen Leidensweg hinter sich, bis letztendlich die Diagnose „Legasthenie“ gestellt wird. Die ersten Schuljahre sind einerseits geprägt durch Selbstzweifel, andererseits auch durch die nicht zu erfüllende Erwartungshaltung der Eltern oder Lehrer. So empfinden viele Kinder und Eltern große Erleichterung, wenn sie das Attest in den Händen halten. Allerdings sollte damit sinnvoll umgegangen werden. Die Schule bietet Legasthenikern – völlig zu Recht – einen Schutzraum. So wird die Rechtschreibleistung nicht gewertet und den betroffenen Schülern wird eine Arbeitszeitverlängerung eingeräumt. Oft ist jedoch zu beobachten, dass sich die Schüler – verständlicherweise – auf der Diagnose ausruhen: „Wenn meine Fehler nicht bewertet werden, brauche ich mich doch auch nicht anzustrengen.“ Hier ist es die Aufgabe der Eltern, dafür zu sorgen, dass ihre Kinder die geschützte Situation nutzen können, um ihre Lese- und Rechtschreibleistungen zu verbessern. So kann z.B. eine konsequente logopädische Therapie deutliche Verbesserungen bringen. Für die jeweilige Ausprägung der Legasthenie geeignete Therapieformen lassen sich am besten mit Hilfe eines Kinder- oder Schulpsychologen finden. Klar ist: Man braucht Ausdauer, um …