Monate: März 2020

Julius hat Angst – vor Corona

sollen seine Eltern Julius hat Angst vor Corona. Was tun? Julius ist 4 Jahre, er ist ein intelligenter, aufgeweckter, an sich fröhlicher Junge. Er hat nun aber viel mitbekommen im Rahmen der Coronakrise und äußert klar, daß ihm die ganze Situation Angst macht. Verständlich, das geht allen so, auch seinen Eltern. Es ist nun ganz wichtig, Julius mit seiner Angst ernst zu nehmen, mit ihm zu sprechen und ihm das Geschehen altersentsprechend zu erklären, ihn abzuholen und ihm Geborgenheit und Sicherheit zu geben. Als Kind hat Julius selbst ja kein hohes Risiko, das beruhigt auch seine Eltern. Es ist wichtig, ihm größtmögliche Normalität zu vermitteln, soweit die notwendigen Einschränkungen es zulassen. Mit ihm Dinge zu tun, die er besonders mag! Mit kleinen Gesten oder Maßnahmen kann man ja schon viel erreichen, Julius liebt zum Beispiel Kartoffelsalat. Dann gibt es den halt mal öfter! Auch Ihre Kinder werden ähnlich reagieren. Holen wir die Kinder mit ihren Ängsten und Sorgen ab. Denn wir alle müssen noch länger durchhalten. Und nicht vergessen – wir alle tragen viel zur …

Corona und Normalität im Tagesablauf

Die Coronakrise schreitet voran, täglich höhere Zahlen, mehr Erkrankte, mehr Infizierte, immer mehr notwendige Einschränkungen im öffentlichen Leben. Gerade für unsere Kinder ist darum die Schaffung von Normalität im Tagesablauf wichtig, daran können sie sich festhalten. Zumal auch Kinder die Geschehnisse beängstigend empfinden. Hier ist Stabilität im Tagesablauf und ein Elternteil, das informieren, aber auch beruhigen kann, enorm wichtig. Wie strukturieren Sie den Coronaalltag? Erledigung der Hausaufgaben, Mithelfen beim Kochen, eine Fitnesseinheit (es können sich ja auch mal die Kinder Übungen für die Erwachsenen ausdenken! Puh, ich übe jetzt die Yogastellung „Krähe“…), eine Spielzeit, eine Lesezeit, usw.? Übrigens: Wenn Sie tolle Ideen haben, teilen Sie sie doch gerne hier mit uns! Ein geregelter Tagesablauf ist wertvoll. Und das gilt eigentlich auch für Erwachsene. Sonst hängt der Hausfrieden schnell schief oder es entstehen gar ernsthafte Konflikte. Und man kann auch mal die Angebote durchsehen, die es als Unterstützung gibt im Internet, von Fernsehsendern oder verschiedenen Plattformen. Liebe Eltern, Ihr kriegt das hin! Lasst uns den Kindern einen Halt im Coronaausnahmezustand geben. Denn wir müssen uns alle …

Bitte bleibt zuhause!!!

Die Coronakrise schreitet unerbittlich voran. Viele Menschen sind vorbildlich und vernünftig und bleiben zuhause. Aber leider nicht alle. Wir Kinderärzte appellieren in aller Dringlichkeit: Das Wichtigste in diesen Tagen ist wirklich das Eine, die Weiterverbreitung des Virus soweit wie irgend möglich zu verringern. Also bleibt zuhause! Jeder kann beitragen, ob groß, ob klein. Versteht, daß es auf jeden einzelnen ankommt. Jeder vermeidbare Kontakt ist in der momentanen Situation einer zuviel. Wiegt Euch nicht in falscher Sicherheit. Jeder, ausnahmslos jeder Einzelne von uns, ist in der Verantwortung. Also, lasst uns zusammen helfen. Es kann für jeden von uns lebenswichtig sein, das zu tun. Bleibt zuhause! Teilen Sie diese Botschaft an möglichst viele Menschen, alt wie jung! Gerade auch an lebensfrohe Jugendliche und junge Menschen, aber auch an die Älteren! Danke, damit helft Ihr uns allen! Jeder kann dadurch Leben retten! Auch das eigene. Bleibt zuhause!

Corona: Solidarität und Zusammenhalt

Corona stellt uns alle vor immense Herausforderungen und verlangt uns allen viel ab. Die Menschen sind unsicher und ernsthaft besorgt und versuchen ihr Bestes. Politik und Wissenschaft arbeiten intensiv und Hand in Hand an Lösungen. Ist Zuversicht zu haben ehrlicherweise möglich? Ja! Worin liegt unsere Chance? 1995, lange vor Corona, eine Stadt in den neuen Bundesländern. Die Mauer ist noch nicht so lange gefallen. Meine spätere Frau und ich besuchen ihre von der DDR noch sehr geprägte Heimatstadt. In der Straßenbahn treffen wir eine ihrer alten Klassenkameradinnen. Kurz entschlossen wird für den Abend ein spontanes Klassentreffen vereinbart. Ich beschließe mitzugehen und stelle mich auf einen superlangweiligen Abend ein, ich kenne ja niemanden. Ausnahmslos alle kommen, Menschen mit den verschiedensten Wegen, ungelernte Hilfskräfte und Akademiker, alle in einem Kellerraum. Aber es ist eine gegenseitige Achtung, eine Gemeinschaft und ein Zusammenhalt da, den ich noch nie erlebt hatte. Alle tragen dazu bei, dass es ein gelungener Abend wird. Und ich erfahre, wie sehr sich diese Menschen auch im Alltag unterstützen. Ich selbst werde an diesem Abend von …

Das Covid19-Virus und die Kinder

Wir werden natürlich jetzt oft zum neuen Coronavirus und zu Covid19 gefragt. Ich fasse deshalb hier einmal den aktuellen Stand des Wissens aus Sicht eines Kinderarztes bzw. Kinderkardiologen und Kinderpneumologen zusammen. Covid19 ist eine völlig neuartige Erkrankung, die jetzt wie ein Tsunami durch die Welt gespült wird. Deshalb gibt es keine Erfahrung mit dem Virus, und auch noch wenige verlässliche Forschungsergebnisse. Was sicher ist: Leider ist Covid19 nicht nur eine „etwas bösere Grippe“. Und es trifft auch nicht nur alte oder kranke Menschen. Dass sich die Erkrankung so schnell verbreitet und auch in Einzelfällen so heftig verläuft, hat Wissenschaftler und Gesundheitspolitiker weltweit überrascht. Wir sehen in Italien, dass mit dem Virus nicht zu spaßen ist. Er ist höchstansteckend und deshalb nicht gut zu begrenzen. Auch wenn viele Infizierte nur leichte Symptome haben, kommt es in 10-15% der Fälle zu schweren Verläufen. Diese können aufgrund der Vielzahl plötzlich Erkrankter die Leistungsfähigkeit des Gesundheitswesens aller Länder sehr rasch an die Grenze bringen. Folge wären dann steigende Zahlen an Todesfällen. Kinder sind generell glücklicherweise viel weniger stark betroffen …

Zeitunglesen mit Kids

Politik, Weltgeschehen oder die Meldungen im Lokalteil – voll uncool! Voll uncool?? Warum nicht auch Jugendlichen Themen näherbringen, die zunächst in ihrem Alltag keine Rolle spielen, nichts mit angesagten Hits, youtube und Co zu tun haben? Zunächst einmal braucht es sicher Themen, die die Kids als für sie relevant oder als ansprechend ansehen. Neudeutsch würde man wohl „teaser“ sagen. Aber wenn die Jugendlichen sehen, dass es sehr wohl auch Themen gibt, die bei näherer Betrachtung eben doch auch Auswirkungen auf sie, ihr Leben und ihre Zukunft haben, kann man sie durchaus motivieren, sich mit einem Zeitungsartikel auseinanderzusetzen. Natürlich ist es hilfreich, wenn Mama oder Papa Hintergrundinformationen geben können, Ausblicke bieten oder eine Diskussion führen zu einem Thema. Das kann eine richtig wertvolle, gute Zeit werden. Ja, es kann spannend werden! Und sehen wir es auch so: auch in Zukunft ist es gut, wenn wir politisch und gesellschaftlich interessierte, informierte und vielleicht sogar engagierte Bürger haben. Leute, die etwas bewegen. Leute, die gesellschaftlichen oder politischen Problemen oder bedenklichen Strömungen mit Hintergrundwissen entgegentreten können. Die eine Meinung …

Vorbeugung von Herzinfarkt und Schlaganfall beginnt im Kindesalter

Es ist erschreckend, wie früh manchmal ein Herzinfarkt oder ein Schlaganfall ein Leben beenden kann oder es zumindest massiv beeinträchtigen kann. Die Ursache ist in den meisten Fällen ein Verschluss einer Herzkranzarterie (Herzinfarkt) oder der Halsschlagader (Schlaganfall). Dieser Verschluss passiert nur in den seltensten Fällen plötzlich (durch eine Embolie), sondern ist fast immer ein langsamer Prozess. Und zwar ein Prozess, der in vielen Fällen schon im Kindesalter beginnt. Der Prozess der Arterienverengung und damit Durchblutungsstörung heißt Atherosklerose oder Arteriosklerose. Beschleunigt wird dies durch die bekannten Risikofaktoren: Rauchen Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) Fettstoffwechselstörung (v.a. im Cholesterin-Stoffwechsel) Bluthochdruck Übergewicht Aus Studien wissen wir, dass erste Veränderungen der Arterien schon im Kindesalter nachweisbar sind, teilweise sogar schon im Vorschulalter. Nämlich dann, wenn eines oder mehrere dieser Risiken vorlagen. Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte setzt sich deshalb für ein Screening auf diese Risikofaktoren ein, speziell auf die Risiken des Fettstoffwechsels. Man kann es durch eine einfache Laboranalyse und eine klinische Untersuchung durchführen. Denn wenn eine Behandlung rechtzeitig beginnt, kann der „frühe“ Herzinfarkt oder der „frühe“ Schlaganfall noch gut verhindert …