Leben
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Corona: Solidarität und Zusammenhalt

Corona stellt uns alle vor immense Herausforderungen und verlangt uns allen viel ab. Die Menschen sind unsicher und ernsthaft besorgt und versuchen ihr Bestes. Politik und Wissenschaft arbeiten intensiv und Hand in Hand an Lösungen. Ist Zuversicht zu haben ehrlicherweise möglich? Ja! Worin liegt unsere Chance?
1995, lange vor Corona, eine Stadt in den neuen Bundesländern. Die Mauer ist noch nicht so lange gefallen. Meine spätere Frau und ich besuchen ihre von der DDR noch sehr geprägte Heimatstadt. In der Straßenbahn treffen wir eine ihrer alten Klassenkameradinnen. Kurz entschlossen wird für den Abend ein spontanes Klassentreffen vereinbart. Ich beschließe mitzugehen und stelle mich auf einen superlangweiligen Abend ein, ich kenne ja niemanden. Ausnahmslos alle kommen, Menschen mit den verschiedensten Wegen, ungelernte Hilfskräfte und Akademiker, alle in einem Kellerraum. Aber es ist eine gegenseitige Achtung, eine Gemeinschaft und ein Zusammenhalt da, den ich noch nie erlebt hatte. Alle tragen dazu bei, dass es ein gelungener Abend wird. Und ich erfahre, wie sehr sich diese Menschen auch im Alltag unterstützen. Ich selbst werde an diesem Abend von allen einbezogen und akzeptiert, als sei ich schon immer dabeigewesen. Der Wessi geht tief beeindruckt und berührt nach Hause. Und ich denke oft und gerade in diesen Tagen an dieses Erlebnis zurück.
Zusammenhalt, gegenseitiger Respekt, Solidarität, Hilfsbereitschaft, Ruhe und Vernunft, darin liegt meines Erachtens unsere Chance. Und das erlebe ich auch so in der Praxis, die Menschen rücken körperlich zwar weiter auseinander, gefühlt jedoch näher zusammen und besinnen sich auf die wirklich relevanten Dinge. Lassen Sie uns diese Dinge pflegen und (vor)leben, denn wir müssen durchhalten. Dann haben wir für alle und gerade auch für unsere Kinder in dieser Krise das Beste getan, was wir tun können.

Kategorie: Leben

von

Dr. Stefan Schwarz

Dr. Stefan Schwarz ging in Augsburg zur Schule. Er machte nach dem Zivildienst eine Ausbildung zum Kinderkrankenpfleger. Das Studium schloss er in München ab. Nach der Ausbildung in verschiedenen, renommierten Kinderkliniken arbeitet er als niedergelassener Kinderarzt. Dr. Schwarz ist Vater von 4 aufgeweckten Kindern und kennt den Alltag, die Freuden und die Sorgen von Familien dadurch sehr gut.

2 Kommentare

  1. Jutta Schärf sagt

    Sehr schön geschrieben!
    Bleiben Sie und Ihre Familie sowie Ihre Mitarbeiter gesund!
    Herzliche Grüße aus Worms

  2. Wolf Aufseß sagt

    Sehr einfühlsamer Beitrag, mehr menschliche Nähe bei mehr räumlicher Distanz ist ein guter Gedanke

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