Alle Artikel in: Uncategorized

Was ist denn ein Hüftschnupfen?

Anton ist 4 Jahre und humpelt seit dem Mittag. Er hatte morgens schon kurz geklagt, war dann aber normal in den Kindergarten gelaufen. Nun kommt er nur langsam die Treppe hoch. Er hatte keinen Sturz, zeigt aber auf sein Knie. Da tut es weh. An dem Knie kann die Mama jedoch nichts sehen. Auch der am Nachmittag hinzugezogene Kinderarzt nicht. Ihm fällt aber die Bewegungseinschränkung in der Hüfte auf. Ein Ultraschall bringt schnell Gewissheit, im Hüftgelenk ist ein Erguß. Anton hat einen Hüftschnupfen. “Einen was?” ist seine Mama versucht zu fragen, “nie gehört!” Tatsächlich ist das gar nicht so selten, aber relativ harmlos: infolge eines banalen, manchmal sogar unbemerkten Infektes kommt es nach einigen Tagen zu einer immunologischen Mitreaktion des Hüftgelenks mit Entzündung und Erguß. Hochdosiertes Ibuprofen zur Entzündungshemmung und Schmerztherapie, Ruhe und Entlastung bringt meist recht rasch die Besserung. Schwierig ist leider nur, die Kinder am Herumlaufen zu hindern, da mit dem Medikament die Schmerzen ja viel besser sind. So muß Antons Mama erfinderisch sein: Malen, Vorlesen, Basteln, Hörbuch hören und auch einmal eine …

Auf den Spuren alter Familienregeln (ein Gastbeitrag von Anastasia Weinberg)

“Du musst deinen Teller immer leer essen. Ruh dich niemals aus, bevor nicht alles erledigt ist. Widerspreche nie deinen Eltern. Streng dich immer an. Sei niemals faul! Sag nie NEIN, wenn dich jemand um Hilfe bittet.” Sind auch Sie mit starren Familienregeln aufgewachsen, die Sie noch heute begleiten, in bestimmten Situationen einschränken und unter Druck setzen? Im Laufe des Lebens wird uns zwar klar, wie sinnlos und hinderlich viele dieser Regeln waren. Und doch gelingt es uns nicht, uns davon zu verabschieden. Unbewusst befolgen wir sie viele Jahre, geben sie an Kinder weiter und ärgern uns im Nachhinein über die Folgen. Unsere Gastautorin Anastasia Weinberg (Bayreuth) ist selbstständige systemische Beraterin und Erzieherin. Als pädagogische Fachkraft mit langjähriger Praxiserfahrung erlebt sie hautnah, welche Schwierigkeiten Kinder, Eltern und Teams tagtäglich überwinden müssen. Sie begleitet Eltern und Pädagog*innen auf dem Weg zu innerer Stärke, Gelassenheit im Alltag mit Kindern, wertschätzender Kommunikation und zu gesundem Selbstschutz. Sie ist Mediatorin in alltags- und lösungsorientierten Workshops. Auf Facebook (@ichundmeinweg) und Instagram (@dein_starkes_ich) schreibt sie über aktuelle Themen und persönliche Erfahrungen oder …

Babyjahre und Kinderjahre – zum Tod von Professor Reno H. Largo

Wer sich für kindliche Entwicklung interessiert, der kommt an Reno Largo nicht vorbei. Als Kinderarzt und Professor für kindliche Entwicklung und Wachstum hat er sich große Verdienste in der Forschung erworben. Aber vor allem hat er sich immer bemüht, den Laien, vor allen den Eltern, transparent zu machen, dass Entwicklung eine große Bandbreite hat. Nicht alles, was nicht schnell und vermeintlich problemlos läuft, ist deshalb krank. Interessierten sind sicher seine Bücher „Babyjahre“ und „Kinderjahre“ bekannt, die auch heute noch aktuell sind. Professor Largo ist leider am 11. November im Alter von 76 Jahren verstorben. Sein Name wird mir in Erinnerung bleiben, wenn es um kindliche Entwicklung geht. Und vor allem, wenn es darum geht, Kindern ein ruhiges Umfeld ohne Leistungsdruck zu schaffen, so dass Entwicklung natürlich verlaufen kann. Ein großes Vermächtnis.     __________________________________________________ Foto: Wikipedia. Unter der Creative Commons-Lizenz: https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0/

Das Gruselwort „Pubertät“ – und ein Buchtipp (Ein Gastbeitrag von Inke Hummel)

Unsere Gastautorin Inke Hummel ist Pädagogin und arbeitet selbständig als Familienbegleiterin bei „sAchtsam Hummel“ sowie als Leiterin für Eltern­-Kind­-Kurse und Bloggerin. Als Coach mit entwicklungspsychologischer und bindungstheoretischer Ausrichtung unterstützt sie Familien im ersten Babyjahr, in der Kindergarten­ und Grundschulzeit sowie in der Pubertät. Besonders häufig begleitet sie Eltern mit gefühlsstarken Kindern und verhilft ihnen zu einer gelingenden Eltern­-Kind­-Bindung. Im Verein „Bindungs(t)räume“ setzt sie sich dafür ein, dass Eltern und Pädagogen die Bedürfnisse von Kindern besser verstehen. Sie ist verheiratet und lebt mit ihrem Mann und den drei Kindern in Bonn. Ihre Impulse rund um Eltern-Kind-Bindung und mehr findet man auf Twitter unter https://twitter.com/HummelFamilie sowie auf den Blogs https://bindungstraeume.de/ und https://inkehummel.de/blog. Im August erscheint außerdem auch  ihr erstes Kinderbuch “Der Mönkel und der geheimnisvolle Turm“ im claus Verlag – mehr Informationen gibt es unter https://inkehummel.de/buecher und https://claus-verlag.de/der-moenkel-und-der-geheimnisvolle-turm/   Immer, wenn jemand den Begriff „Pubertät“ erwähnt, wird es entweder erst einmal albern (Die Pickel! Das vergessene Deo!! Die lebendigen Speisereste auf den Tellern unterm Bett!!!) oder bedrohlich (Widerworte! Alkohol!! Drogen!!!). Ich selbst sehe Pubertät anders und empfinde …

Kinder, die viel draußen spielen…

Gerade jetzt nach den Wochen der Ausgangsbeschränkung. Wissen Sie eigentlich, welche Vorteile Kinder haben, die viel draußen spielen? Für die folgenden Punkte gibt es durchwegs die Beweise aus der Wissenschaft. Eigentlich weiß es auch jeder aus seiner eigenen Kindheit. Machen wir es unseren Kindern möglich! Kinder, die viel draußen spielen: lernen soziale Kompetenzen leiden weniger an Übergewicht und den schädlichen Folgen schlafen besser bewegen sich mehr und sind deshalb motorisch geschickter haben mehr Ausdauer lernen andere Möglichkeiten, Lösungen zu finden lüften ihre Schleimhäute aus und sind deshalb weniger anfällig für das Eindringen von Viren sammeln Erfolgserlebnisse lernen die Natur kennen, Pflanzen und Tiere sind glücklicher und selbstbewusster Diese Liste ist nicht vollständig. Ich unterstütze die Aktion Kindheit in Bewegung. Unter diesem Link finden Sie viele Ideen und Gedanken zum Spiel im Freien. Nutzen Sie es gerne. Viel Spaß beim Toben, Forschen, Bauen und Spielen.

Ist eine Untersuchung auf angeborene Herzfehler sinnvoll?

Als Kinderkardiologe dazu ein ganz klares JA. Etwa  1% der Kinder kommt mit einem fehlgebildeten Herzen oder Fehlern der großen Gefäße am Herzen, also vor allem der Aorta (Hauptschlagader), auf die Welt. Gottseidank sind viele dieser Herzfehler trotzdem gut mit dem Leben vereinbar. Und ein Teil kann sich sogar von selbst normalisieren. Etwa 70% der Herzfehler kann im Rahmen einer exakten Ultraschalluntersuchung während der Schwangerschaft bereits diagnostiziert oder vermutet werden. Es bleiben dennoch einige Fehler, die Relevanz haben. Weil sie die Umstellung des Kreislaufs nach der Geburt behindern und damit die Reifung der Lungengefäße. Weil sie Bluthochdruck begünstigen können (mit allen Folgen). Weil sie ein Risiko bei körperlicher Belastung darstellen. Weil sie das Herz schwächen. Weil sie die körperliche Entwicklung behindern. Ich empfehle deshalb immer,  einen Herzfehler per Ultraschalluntersuchung auszuschließen. Vor allem natürlich, wenn es solche Herzerkrankungen in der Familie gibt. Und wann? Im Prinzip in jedem Lebensalter, am besten allerdings in den ersten Lebensmonaten. So wie es in vielen Geburtskliniken bereits durchgeführt wird.

Mit Kindern essen: „Ich ess’ es heute nicht, ich ess’ es morgen nicht, ich ess’ es niiiiiiiie!!“ (Ein Gastbeitrag von Inke Hummel)

Unsere Gastautorin Inke Hummel ist Pädagogin und arbeitet selbständig als Familienbegleiterin bei „sAchtsam Hummel“ sowie als Leiterin für Eltern­-Kind­-Kurse und Bloggerin. Als Coach mit entwicklungspsychologischer und bindungstheoretischer Ausrichtung unterstützt sie Familien im ersten Babyjahr, in der Kindergarten­ und Grundschulzeit sowie in der Pubertät. Besonders häufig begleitet sie Eltern mit gefühlsstarken Kindern und verhilft ihnen zu einer gelingenden Eltern­-Kind­-Bindung. Im Verein „Bindungs(t)räume“ setzt sie sich dafür ein, dass Eltern und Pädagogen die Bedürfnisse von Kindern besser verstehen. Sie ist verheiratet und lebt mit ihrem Mann und den drei Kindern in Bonn. Ihre Impulse rund um Eltern-Kind-Bindung und mehr findet man auf Twitter unter https://twitter.com/HummelFamilie sowie auf den Blogs https://bindungstraeume.de/ und https://inkehummel.de/blog. Im August erscheint ihr Ratgeber „Miteinander durch die Pubertät“ im humboldt Verlag, im Oktober ihr erstes Kinderbuch im claus Verlag – mehr Informationen gibt es unter https://inkehummel.de/buecher.   Mit Kindern essen: „Ich ess’ es heute nicht, ich ess’ es morgen nicht, ich ess’ es niiiiiiiie!   Immer wieder begegnet mir die Ansicht, es sei höflich, Essen wenigstens zu probieren, und es nicht zu tun, wird …

COVID19 – wie sich unsere Patienten verändert haben

Unser Leben hat sich verändert unter COVID19. Das muss man niemandem erzählen. Vielleicht ist aber für Sie interessant wie sich unsere Praxisabläufe und auch die Patienten verändert haben. Was ich bei den Familien wahrgenommen habe Trotz aller Einschränkung der täglichen Aktivitäten und auch der teils belastenden Home School haben wir keine deprimierten Kinder erlebt. Vielmehr wurde sogar häufig erwähnt, dass das gute Wetter und der fehlende Schuldruck wir eine Auszeit wahrgenommen wurde. Viele Familien haben diese Chance genutzt und damit das Beste aus dem gemacht, was erst einmal sowieso nicht zu ändern war. Deshalb gab es auch weniger Vorstellungen. Die vielen Vorstellungen mit psychosomatischen Beschwerden im Zusammenhang mit dem Druck der Schule waren komplett verschwunden. Natürlich auch die Beratungen im Zusammenhang mit Schulleistungen und Schullaufbahn. Natürlich haben wir viele Familien aus der ländlichen oder Kleinstadtumgebung. Ob meine Wahrnehmung in einer Großstadt mit fehlender Natur und beengten Wohnverhältnissen genauso wäre, weiß ich natürlich nicht. Auch Ängste der Kinder im Zusammenhang mit COVID19 waren nicht besonders ausgeprägt. Am ehesten waren es noch Ängste um kranke oder alte …

Alles Gute zum Muttertag!

Liebe Mamas unserer großen und kleinen Patienten, alles erdenklich Gute zum Muttertag. Wir wünschen Ihnen in dieser besonderen Zeit viel Kraft, trotz homeschooling und homeoffice auch mal ein paar Minuten zum Durchatmen für sich selbst und viel Freude mit Ihren wunderbaren Kindern. Wir erleben in den letzten Wochen in der Sprechstunde hautnah, wieviel die Eltern aktuell leisten. Sie haben unseren größten Respekt! Was Sie im Moment schaffen ist großartig! Einen schönen Muttertag und bleiben Sie gesund!

COVID19 & Kinder – eine aktualisierte Einschätzung

Ich werde oft gefragt, wie es nun weitergeht in der Corona-Krise. Natürlich aus Sicht der Kinder und Familien. Ich möchte Ihnen deshalb hier ein paar Einschätzungen von mir – auf Basis der verfügbaren Daten – mitgeben. Insbesondere auch aktuell zu der gestrigen Lockerung der gesetzlichen Beschränkungen. Was wissen wir über den Verlauf von COVID19 bei Kindern inzwischen? Kinder können ähnlich häufig erkranken, aber meist mit wenigen Symptomen. Meist stecken sie sich bei Erwachsenen (v.a. bei den Eltern und Betreuern) an. Aber Kinder können auch umgekehrt Erwachsene anstecken. Das sieht man in den Ergebnissen der viel beachteten Heinsberg-Studie. In den ersten zwei Lebensjahren können Kinder auch schwerer erkranken. Unabhängig von Grunderkrankungen. Ab dem 3. Lebensjahr werden schwerere Erkrankungen seltener. Grunderkrankungen können den Verlauf von COVID19 zwar schwerer machen, aber nicht in einem ähnlichen Ausmaß wie bei Erwachsenen. Das bedeutet, dass bei Kindern selbst Herzfehler oder ein gut eingestelltes Asthma bronchiale (um bei meinen Schwerpunktpatienten zu bleiben) den Verlauf nicht prinzipiell als Risiko anzusehen sind. Im Einzelfall kann diese Einschätzung bei besonderen Grunderkrankungen natürlich anders ausfallen. Fragen …