Alle Artikel in: Uncategorized

Unser Herz bestimmt mit, welche Musik wir hören – und wie wir das nutzen können

Ein Thema, das mich als Kinderkardiologe und Musiker, besonders interessiert: Wir wählen die Musik, bei der wir uns gerade wohlfühlen (also die wir gerade mögen) nicht zufällig aus. Es hat auch mit der Herzschlagzahl zu tun. Was passiert. Wir fühlen uns dann bei einer Musik wohl, wenn Herzschlagzahl und Schlagrhythmus der Musik übereinstimmen – oder wenn wir das Herz gerne in einer schnelleren oder ruhigeren Frequenz hätten. Die langsamere Musik hören wir beim Abschalten und Entspannen – also eine Schlagzahl von 60-70/min. Im Club aber, beim Tanzen, oder zum Aktivieren mögen wir schnellere Rhythmen. Machen Sie den Test: Dieser Song dürfte im Niveau Ihrer Ruheherzfrequenz liegen. Wohlfühlmusik. Das beschriebene Phänomen kann auch bewusst eingesetzt werden – etwa zum Simulieren von Aufregung etwa bei Verfolgungsjagden im Kino (Musik, die immer leicht oberhalb der durchschnittlichen Herzfrequenz liegt). Aber auch bei Kindern oder bei einem selbst. Beim Sex, beim Sport, zum Abschalten, zum Einschlafen – wir können mit Musik unsere innere Energie mitbestimmen. Das hängt zum Großteil am Abgleich mit unserer inneren Frequenz – der Herzfrequenz eben. Und …

Die Masernimpfung. Eine persönliche Betrachtung zu Sicherheit und Effektivität.

Masern nehmen wieder zu aufgrund der Impfmüdigkeit. Und der Bundesgesundheitsminister hat nun einen Gesetzentwurf zur Impfpflicht vorgelegt. Ob eine Impfpflicht (mit allen Konsequenzen) der richtige Weg ist, ist umstritten. Auch aus rechtlichen Gründen habe ich da meine persönlichen Bedenken. Sicher ist allerdings, dass ungeimpfte Personen ein Risiko für die Weiterverbreitung darstellen. Ich möchte die aktuelle Diskussion zum Anlass nehmen, einmal meine persönlichen Erfahrungen mit Impfungen und mit Masern zu schildern – nach vielen Jahren Universitätsklinik und inzwischen 15 Jahren praktischer Kinderheilkunde. Und damit auch wilden Gerüchten und Verschwörungstheorien entgegentreten, die im Internet kursieren. Zuerst das Wichtigste: Impfungen in Deutschland sind sicher! Und Impfungen sind effektiv. Vielleicht die effektivsten Medikamente überhaupt. Während manche andere Medikamente die Zulassung und Verschreibungsfähigkeit bekommen, die ein Ansprechen von nicht einmal 30% haben, oder eine Heilungsrate von 5%, weisen etwa die Lebendimpfstoffe nach zweimaliger Gabe eine Schutzrate von nahe 100% auf. Was die Sicherheit betrifft – ich habe in all den vielen Jahren keinen einzigen Impfschaden erlebt – von den Folgen der Pockenimpfung einmal abgesehen (die wegen der konsequenten Impfung damals …

Kindererziehung – Wie wichtig sind feste Regeln?

Das Schwierige an Erziehung ist, dass Kinder auf der einen Seite bestimmte Verhaltensweisen erlernen sollen, die für ein Leben in ihrer Umgebung (erst in der Familie, dann im Freundeskreis, später in Schule, Ausbildung und Gesellschaft) unabdingbar sind, sich auf der anderen Seite aber auch ihre eigene Persönlichkeit herausbilden können muss. Nichts ist unnatürlicher als ängstlich angepasste Kinder, die zwar aufs Wort hören, aber in erlernten Regeln so gefangen sind, dass sie ihre Persönlichkeit kaum entwickeln können und damit auch die Möglichkeiten, die sie hätten, nicht nutzen können. Und sind uns allen nicht die „Unerzogenen“ lieber, die sagen und tun, was sie denken? Aber auch das geht natürlich nur bis zu einer gewissen Grenze. Wie viele Regeln braucht also ein Kind? Es gibt zwei grundlegende Dilemmas bei der Entwicklung von Regeln in der Kindererziehung: Das Kind muss es selbst bleiben dürfen, sogar in seiner Art und Weise gefördert werden. Regeln, die dies antasten, zerstören nur. Jedes Kind ist anders als das nächste. Genetisch ist jedes Kind sogar nur zu 50% das Elternteil, das gerade erzieht. Regeln …

McDonald´s muss auch mal sein!

Dieser Beitrag wird viele Kinder erfreuen – und auch die Eltern. Denn mal ehrlich – hat nicht jeder ein wenig ein schlechtes Gewissen, der sein Kind zu McDonald´s lässt. Nach oft langem Zedern. Ich darf Ihnen mit voller Unterstützung der Wissenschaft erlauben, ohne schlechtes Gewissen zu McDonald´s zu gehen. Alleine. Oder mit Ihrem Kind. Wenn…ja, wenn das nicht zur Gewohnheit wird. Denn superoptimal sind die Nährwerte dort nicht. Obwohl man McDonald´s zu Gute halten muss, dass man sich stets um Verbesserung der Nährwerte bemüht hat und es weiter tut. Ein Hamburger hat auch gar nicht so viel Kalorien. Und die neuen Veggie-Burger sind sogar erstaunlich eiweißreich. Es muss ja nicht gleich der „1000KCal-in-3-Minuten“-Burger sein. Warum ich Ihnen aber einen gelegentlichen Besuch bei McDonald´s sogar anrate, hat einen anderen Grund. Es gibt sehr gute Belege dafür, dass komplette Verbote zu Überreaktionen führen, und vor allem nicht die Kontrolle schulen. Das gilt für jede Art der Enthaltsamkeit. In Dingen der Ernährung, beim Fernsehen, bei den Bildschirmzeiten, usw.. Das Schlagwort ist „Selbstkontrolle“. Das Ziel ist, die Kontrolle des …

Ätherische Öle bei Erkältungen

Ärzte konnten lange mit ätherischen Ölen nichts anfangen und raten noch vielfach davon ab. Es zeichnet sich aber eine große Änderung ab. Der Hintergrund ist ganz einfach. Bei den leicht flüchtigen (verdunstenden) biologischen Stoffen aus Pflanzen handelt es sich in der Regel um Stoffgemische, deren Hauptwirkstoff nicht immer zu identifizieren oder zu isolieren ist. Außerdem (oder deshalb) besteht bei großflächiger Anwendung aus Erkältungssalben und/oder bei unkontrollierter Inhalation das Risiko einer Vergiftung. Dabei wären die Öle durchaus sehr sinnvoll, denn es gibt inzwischen mehr als 100 Forschungsarbeiten, die  sich mit dem Einsatz in der Medizin beschäftigen: Eukalyptusöl wird zum Beispiel aufgrund seiner antibakteriellen Wirksamkeit für den Einsatz bei multiresistenten Bakterien beforscht. Lavendel hat bereits Einzug in die Geriatrie und Psychiatrie gefunden – schlaffördernd und beruhigend. Und Menthol hat die gut bekannten Wirkungen bei Schnupfen und Husten. Als Kinderpneumologe bin ich kürzlich auf diesen Zug aufgesprungen und habe die Verantwortung für RhinoQuick® Schnupfenpflaster, ein hochwirksames Präparat bei Erkältung, übernommen. Das Geniale ist, dass die ätherischen Öle aus Minze, Lavendel und Eukalyptus aus der Matrixschicht eines Funktionspflasters freigesetzt …

Was ist Fieber? Und warum ich für eine neue Fieberkultur eintrete…

Es ist wieder Grippesaison. Und da häufen sich wie jedes Jahr im Februar und März die Fälle von Fieberkindern. Fieber erschreckt die Eltern. Denn das Kind ist matt und mitgenommen. Und plötzlich spuken im elterlichen Kopf Begriffe wie „Fieberkrampf“, „Überfieberung“, „Fieberschock“…. Um es vorwegzunehmen. Fieber wird vom eigenen Immunsystem „gemacht“. Es ist eine Begleitreaktion der Entzündungs- und Abwehrphase, die das eigene Immunsystem erzeugt. Eine „Überfieberung“ gibt es deshalb nicht (außer bei bestimmten Narkosemedikamenten). Krampfanfälle bei Fieber („Fieberkrämpfe“) gibt es schon. Aber auch diese hinterlassen bei ansonsten gesunden Kindern keine Schäden. Sie treten am häufigsten beim raschen Auffiebern oder Wiederauffiebern (nach starken Fiebersenkern) auf. Vielleicht muss der Erreger behandelt werden, der zu Fieber führt. Das Fieber selbst muss aber im Allgemeinen nicht behandelt werden. Der Griff zu Ibuprofen oder Paracetamol kann sogar – wegen des Fieber-JoJo-Effekts – das Risiko für Fieberkrampfanfälle steigern. Paracetamol gilt nicht mehr als ideales Medikament (wegen der starken Nebenwirkungen an der Leber), auch für Ibuprofen mehren sich die Hinweise auf langfristige Nebenwirkungen. Was also tun? Wenn das Fieber moderat ist, muss es …

Streicheln reduziert Schmerzen

Was so manche Eltern wohl geahnt haben: Streicheln reduziert Schmerzen bei Babies. Dies konnte nun in einer Studie belegt werden. Streicheln beruhigt Babies. Das zeigt der AlltAber es wirkt auch gegen Schmerzen. Wichtig ist, dass die Babies langsam gestreichelt werden, was Eltern aber intuitiv sowie so tun. Die Studie spricht von 3cm pro Sekunde. Dies aktiviert sogenannte C-Fasern, was die Schmerzminderung neurophysiologisch erklärt. Übrigens geschieht diese Aktivierung auch bei Erwachsenen. Streichelten die Eltern zu schnell, 30cm pro Minute, trat der Effekt nicht auf. Kuscheln und Streicheln ist für Kinder (und Erwachsene) wahnsinnig wichtig. Das wissen Eltern und tun es automatisch. Aber man kann das auch nutzen, zum Beispiel beim nächsten Arztbesuch, wenn wieder eine Impfung ansteht.

Warum ich mich als Schulmediziner für RhinoQuick® Schnupfenpflaster einsetze…

Vor einigen Monaten habe ich im Europäischen Ausland ein neues innovatives, aber natürliches „Medikament“ entdeckt – gegen Erkältungsschnupfen und alles was dazu gehört. Das war zwar sehr interessant für mich, aber es erwachte auch meine ganze Skepsis als Schulmediziner  –  als Kinderarzt und als Kinderpneumologe. Denn dieses Produkt beinhaltet ätherische Öle und die sind bei uns Kinderärzten traditionell ungern gesehen. Wegen der Nebenwirkungen an der Haut (für die Erkältungssalben wie Wick Vaporup sind ja sogar ernsthafte Vergiftungsfälle berichtet worden) und an den Bronchien. Obwohl ätherische Öle ja nachgewiesenermaßen wirken. Dieses Dilemma kannte ich zumindest aus den Fortbildungsveranstaltungen des wichtigsten deutschen kinderärztlichen Berufsverbandes BVKJ. Weil so viele Eltern im Ausland aber von diesem „Medikament“ begeistert sind und Nebenwirkungen nie berichtet worden sind, habe ich begonnen, nachzuforschen. Ätherische Öle aus Minze, Eukalyptus und Lavendel werden bei diesem Funktionspflaster nicht direkt auf den Körper gebracht, sondern fast wie bei einem Retardpräparat langsam aus der innovativen Matrixschicht zur Inhalation in die Nase freigesetzt – und das über bis zu 8 Stunden. Damit ist das Nebenwirkungsrisiko extrem gering, die gleichmäßige …

Fröhliche Weihnachten!

Die Kinderärzte wünschen Ihnen und Ihren Kindern von Herzen ein frohes Weihnachtsfest und ein glückliches und gesundes neues Jahr! Genießen Sie die Feiertage und die Zeit mit Ihren Kindern! Auch wir gehen in die Feiertage mit unseren Familien und freuen uns, uns im neuen Jahr an dieser Stelle wie gewohnt wieder von uns hören zu lassen!

Dieselskandal, Feinstaub und kranke Kinder – und die Mitschuld der Politik

Als Kinderpneumologe bin ich kürzlich zum Thema Dieselskandal und Feinstaub von der HuffingtonPost interviewt worden. Die Essentials möchte ich Ihnen auch im Blog nicht vorenthalten – hier als kurze Zusammenfassung: Wir müssen bei den Autoabgasen die gasförmigen Substanzen und den Feinstaub unterscheiden. Gase können zwar kurzfristig sehr schädlich sein, werden aber in der Regel rascher neutralisiert bzw. abgeatmet. Risiken bestehen allerdings auch hier etwa für Asthmatiker, die in belasteter Luft häufiger Asthma-Anfälle erleiden. Die Gase reizen die Schleimhäute der Atemwege nämlich. Außerdem könne sie Kopfschmerzen und Krupphusten begünstigen. Aus Sicht des Kinderpneumologen  und -kardiologen ist der Feinstaub schlimmer als die Gase. Denn diese ultrafeine Partikel, die einen Durchmesser von weniger als 0,1 Mikrometer haben, werden in der Lunge nicht mehr gefiltert und können in den Körper aufgenommen werden. Dort werden sie abgelagert und erhöhen das Krebsrisiko und/oder das Risiko für Arteriosklerose. Außerdem kann der Feinstaub in der kindlichen Lunge abgelagert werden, ähnlich wie Asbest. Dies geschieht bereits im Kindesalter, wenn der Aufenthaltsort in belasteter Luft ist, also eben vor allem an den Brennpunktstraßen der Großstädte. …