Monate: Dezember 2019

Warum ich die Weiterbildung „Ernährungsmedizin“ durchlaufen habe…

Ich bin jetzt „Ernährungsmediziner“. Jedenfalls habe ich die Weiterbildung „Ernährungsmedizin“ durchlaufen. Ernährung ist interessant. Denn jeder isst gerne gut. Und jeder weiß auch, welchen erheblichen Einfluss Fehlernährung haben kann. Die Krankheiten, die im Zusammenhang mit Ernährung stehen, nehmen zu. Und damit auch die Möglichkeiten der Prävention. Und gleichzeitig suggeriert die Werbung, wir dürften uns die wunderbaren Geschmackserlebnisse nicht entgehen lassen. Leider gibt es gerade in der Ernährungsmedizin in vielen Fällen nur Expertenmeinungen und wenige wissenschaftliche Beweise. Deshalb ist Ernährungsmedizin auch so mystisch. Jede Frauen- oder Familienzeitschrift hat ein Dossier über Ernährungsfragen und verbreitet vermeintlich neue „Superkost“ oder „Diäten“. Vieles davon ist Humbug oder zumindest Marketing.   Warum trotzdem Ernährungsmedizin? Ein paar wichtige Beispiele: Ernährung sollte zunächst ausgewogen sein. Und da fängt das Problem schon an. Die gesunde, ausgewogene Ernährung des Kindes schützt es vor Mangelzuständen und gleichzeitig vor den Krankheiten der „Überfütterung“. Leider finden wir diese ausgewogene Ernährung gar nicht mehr so häufig in den Familien. Gerade in der Kardiologie sind viele Erkrankungen des Erwachsenen vorzubeugen, wenn von Kindesbeinen an auf die richtige Ernährung geachtet …

Fieberkrampf – was ist da los?

Kinder fiebern oft und teilweise hoch. Das Fieber ist dabei ein Zeichen des Immunsystems und somit eigentlich kein Problem. Allerdings kann das Fieber selbst Symptome auslösen, wie etwa Fantasieren oder Schüttelfrost (beim Auffiebern). Fieber ist meist nicht gleichmäßig stark, sondern hat Schwankungen. Diese haben mit der Tageszeit zu tun (morgens eher niedrigere Temperaturen) und mit dem Auslöser. Bestimmte Keime haben zum Beispiel typische Fieberverläufe. Am häufigsten fiebern Kleinkinder – und zwar bei Virusinfektionen. Denn das Immunsystem muss diese Viren erst einmal kennenlernen und sich mit ihnen auseinander setzen. Dann beginnt es zu arbeiten – und das Kind fiebert. Fieber muss nicht zwingend gesenkt werden, solange Ihr Kind gut trinkt und die Ursache des Fiebers nicht unklar oder gefährlich ist. Zu hohes Fieber gibt es nämlich eigentlich nicht, jedenfalls nicht im Sinne von einer Zersetzung der Organe. Denn der Körper selbst macht ja das Fieber. Eine besondere Situation liegt bei Fieberkrämpfen vor. Hier kommt es vor allem bei sehr schnellem Temperaturanstieg zur Auslösung eines richtigen epileptischen Krampfanfalls im Gehirn. Das darf auch nicht mit Schüttelfrost verwechselt …

In eigener Sache – warum der kinderärztliche Notdienst geändert werden muss

Die Ausbildungszahlen in der Kinder- und Jugendmedizin gehen zurück und es gibt deshalb immer weniger Kinderärzte. Vor allem gibt es speziell in ländlicheren Regionen kaum mehr Ärzte, die sich in eigener Praxis niederlassen wollen. Für viele ist besonders die Verpflichtung zum „Notdienst“ (Bereitschaftsdienst)  ein wichtiger Grund, sich nicht mehr niederzulassen. Also die Verpflichtung, regelmäßig Dienst zu tun, wenn Praxen zu haben – am Wochenende, an Feiertagen und vor allem nachts. Was bedeute dieser Bereitschaftsdienst für uns? Jeder Kassenarzt ist verpflichtet, an diesem Notdienst teilzunehmen. Internisten, Allgemeinärzte und viele andere nehmen zum Beispiel am allgemeinen Bereitschaftsdienst teil – Facharztzeugnis ist dabei nicht Pflicht. Wir Kinderärzte nehmen wie etwa auch Augenärzte, HNO-  oder Frauenärzte am fachärztlichen Notdienst teil. Während sich in unserer Region rund 400 Ärztinnen und Ärzte den allgemeinen Bereitschaftsdienst in verschiedenen Schichten teilen und damit auf etwa 190 Stunden Dienstbelastung im Jahr kommen, sind es in der Gruppe der Kinderärzte etwa 12 Kolleginnen und Kollegen, so dass die Dienstbelastung mehr als 560 Stunden im Jahr ausmacht. Wohlgemerkt zusätzlich zur normalen Praxis am Tage. Seit diesem …