Alle Artikel in: Kindererziehung

Auf zum Zahnarzt!

Karies bei Milchzähnen ist und bleibt ein großes Problem. Fast die Hälfte der Kariesdefekte entstehen bereits vor dem 3. Geburtstag. Gut 15% der unter Dreijährigen sind betroffen. Grund genug, möglichst früh Prävention zu betreiben. In Kürze haben Kleinkinder darum auf 3 zusätzliche Vorsorgeuntersuchungen beim Zahnarzt Anspruch. Ab dem 6. bis zum 34. Monat kann dann wohl ab Jahresmitte 2019 ein Termin vereinbart werden. Bisher war dies erst ab dem 3. Lebensjahr vorgesehen. Die bisherigen 3 Vorsorgetermine zwischen dem 3. und 6. Lebensjahr bleiben dabei natürlich weiter bestehen. Ursache der Karies sind zu große Mengen zucker- und säurehaltiger Getränke, oft aus Saugerflaschen, und mangelnde Zahnpflege. Schlimme Folgen können Schmerzen, aber auch Fisteln, Abszesse oder verfrühter Zahnausfall sein. Die bleibenden Zähne sind gefährdeter, ebenfalls Karies zu entwickeln. Unser Rat ist, neben einer konsequenten Zahnpflege und der Bevorzugung von ungesüßten Getränken wie Wasser oder Tee, die Vorsorgetermine beim Zahnarzt mit Ihrem Kind wahrzunehmen. Eine tolle Chance, die da in Deutschland angeboten wird!

Kindererziehung – Wie wichtig sind feste Regeln?

Das Schwierige an Erziehung ist, dass Kinder auf der einen Seite bestimmte Verhaltensweisen erlernen sollen, die für ein Leben in ihrer Umgebung (erst in der Familie, dann im Freundeskreis, später in Schule, Ausbildung und Gesellschaft) unabdingbar sind, sich auf der anderen Seite aber auch ihre eigene Persönlichkeit herausbilden können muss. Nichts ist unnatürlicher als ängstlich angepasste Kinder, die zwar aufs Wort hören, aber in erlernten Regeln so gefangen sind, dass sie ihre Persönlichkeit kaum entwickeln können und damit auch die Möglichkeiten, die sie hätten, nicht nutzen können. Und sind uns allen nicht die „Unerzogenen“ lieber, die sagen und tun, was sie denken? Aber auch das geht natürlich nur bis zu einer gewissen Grenze. Wie viele Regeln braucht also ein Kind? Es gibt zwei grundlegende Dilemmas bei der Entwicklung von Regeln in der Kindererziehung: Das Kind muss es selbst bleiben dürfen, sogar in seiner Art und Weise gefördert werden. Regeln, die dies antasten, zerstören nur. Jedes Kind ist anders als das nächste. Genetisch ist jedes Kind sogar nur zu 50% das Elternteil, das gerade erzieht. Regeln …

Wenn die Wörter durcheinanderwirbeln

Lars ist 9 Jahre. Als er Lesen lernte, fiel es ihm schwer, die Buchstaben und die dazugehörenden Laute zu lernen. Später hatte er Probleme mit der Rechtschreibung, weil er die Worte und ihre Schreibweise nicht abspeichern konnte. Er begann an sich zu zweifeln. Dabei ist Lars ein sehr intelligentes, wissbegieriges Kind. Was war das Problem? Die befragte Kinderärztin hatte rasch den Verdacht einer Lese-Rechtschreibschwäche und riet zu einem Test. 7% aller Kinder in Deutschland haben Probleme mit der Rechtschreibung, 6% mit dem Lesen. Das ist häufig. Und die Problematik belastet den Alltag der Kinder und Familien oft sehr mit entsprechenden Folgen. Das muss nicht sein. Was aber tun? Für Kinder mit Lese- und/oder Rechtschreibschwäche ist ein frühes, spezielles Training sehr sinnvoll. Es gibt eigene Legasthenietrainer. Diese müssen zunächst das Problem des Kindes mit Hilfe verschiedener Tests genau analysieren, um es dann ganz gezielt beüben zu können. Außerdem ist auch die Familie, die Schule und die Psyche des Kindes miteinzubeziehen. Dann kann eine gute Förderung gelingen und negative Folgen können verhindert werden, wie etwa Angst und …

Cannabis hinterlässt Spuren im Gehirn Jugendlicher

Hinterlassen bereits geringe Mengen an Cannabis Spuren im Gehirn Jugendlicher? Dies legt zumindest eine neue Studie nahe, wobei sie aber auch viele Fragen offen lässt. Unstrittig ist, dass der frühe und regelmäßige Konsum von Cannabis Veränderungen am Gehirn hervorruft. Immerhin über 8% der Jugendlichen zwischen 12-17Jahren haben schon einmal Cannabis konsumiert. Die nun veröffentlichten Daten deuten darauf hin, dass sich bereits geringe Mengen, also das Ausprobieren von 1 oder 2 Joints, auswirken könnten: In den Hirnregionen (vor allem die Regionen Amygdala und Hippocampus), die Cannabis mit besonderen Rezeptoren binden können, schien nach den Daten der Studie bei den Probanden die graue Substanz vermehrt. Dieser Effekt zeigte sich aber auch z.B. im Kleinhirn. Offen bleibt, ob oder welche Folgen das haben könnte und ob es nicht andere Ursachen oder Einflussfaktoren für diese Beobachtungen geben könnte, die nicht berücksichtigt oder erfasst wurden. Die vorliegende Studie stellt also keinen Beweis dar! Die Botschaft an Jugendliche muss darum sein: Aus den neuen Forschungsergebnissen können wir noch keine sicheren Schlüsse ziehen. Dennoch Vorsicht! Cannabis hinterlässt Folgen! Es gibt nun erste …

McDonald´s muss auch mal sein!

Dieser Beitrag wird viele Kinder erfreuen – und auch die Eltern. Denn mal ehrlich – hat nicht jeder ein wenig ein schlechtes Gewissen, der sein Kind zu McDonald´s lässt. Nach oft langem Zedern. Ich darf Ihnen mit voller Unterstützung der Wissenschaft erlauben, ohne schlechtes Gewissen zu McDonald´s zu gehen. Alleine. Oder mit Ihrem Kind. Wenn…ja, wenn das nicht zur Gewohnheit wird. Denn superoptimal sind die Nährwerte dort nicht. Obwohl man McDonald´s zu Gute halten muss, dass man sich stets um Verbesserung der Nährwerte bemüht hat und es weiter tut. Ein Hamburger hat auch gar nicht so viel Kalorien. Und die neuen Veggie-Burger sind sogar erstaunlich eiweißreich. Es muss ja nicht gleich der „1000KCal-in-3-Minuten“-Burger sein. Warum ich Ihnen aber einen gelegentlichen Besuch bei McDonald´s sogar anrate, hat einen anderen Grund. Es gibt sehr gute Belege dafür, dass komplette Verbote zu Überreaktionen führen, und vor allem nicht die Kontrolle schulen. Das gilt für jede Art der Enthaltsamkeit. In Dingen der Ernährung, beim Fernsehen, bei den Bildschirmzeiten, usw.. Das Schlagwort ist „Selbstkontrolle“. Das Ziel ist, die Kontrolle des …

Es ist schon wieder soweit!

Schon steht wieder der Termin für das Zwischenzeugnis vor der Tür. Glücklicherweise verliert dieser Termin immer mehr von seinem Schrecken für die Schüler, die im ersten Halbjahr aus den verschiedensten Gründen nicht so erfolgreich gearbeitet haben. Denn an vielen Schulen wird mittlerweile der eigentlichen Funktion des Zwischenzeugnisses Rechnung getragen, indem es durch andere Formen der Information über den aktuellen Leistungsstand ersetzt wurde. So gibt es in den Klassen 1 bis 3 der Grundschule die Möglichkeit, statt des Zwischenzeugnisses ein Lernentwicklungsgespräch zu führen. Viele Schulen machen von dieser Möglichkeit mittlerweile Gebrauch. Dabei unterhalten sich die Lehrkraft und der Schüler im Beisein eines Erziehungsberechtigten über die im bisherigen Jahresverlauf erzielten Leistungen. Der Vorteil dieses persönlichen Gesprächs liegt darin, dass der Lehrer nicht nur den aktuellen Leistungsstand zum Ausdruck bringen kann, sondern die Entwicklung im Verlauf des ersten Halbjahres. Außerdem können ganz gezielt auch Dinge angesprochen werden, die sich verbessert haben oder gut funktionieren, damit der Fokus eben nicht auf den Defiziten liegt. Damit ist es auch bei Schülern, die nicht so gut sind, möglich, motivierend auf sie …

Feuerwerk für einen guten Zweck

Tobias ist 9 Jahre und kommt zu einem Routinetermin. Gerade war Silvester und er erzählt begeistert, wie schön es war, dass er mit seinem Vater ein paar Böller schießen durfte. Das berichten so manche Kinder in diesen Tagen. Dann erzählt Tobias aber noch etwas: seine Eltern spenden die Summe, die sie für das Feuerwerk aufwenden, in gleicher Höhe für einen guten Zweck. Und Tobias hat von seinem Taschengeld etwas dazugegeben. Kompliment! Und zwar an Tobias selbst, aber auch an seine Eltern. Sie vermitteln ihrem Sohn Werte und ein soziales und ethisches Bewusstsein, das seine Entscheidungen und sein Verhalten in seinem späteren Leben in guter Hinsicht prägen wird.

Streicheln reduziert Schmerzen

Was so manche Eltern wohl geahnt haben: Streicheln reduziert Schmerzen bei Babies. Dies konnte nun in einer Studie belegt werden. Streicheln beruhigt Babies. Das zeigt der AlltAber es wirkt auch gegen Schmerzen. Wichtig ist, dass die Babies langsam gestreichelt werden, was Eltern aber intuitiv sowie so tun. Die Studie spricht von 3cm pro Sekunde. Dies aktiviert sogenannte C-Fasern, was die Schmerzminderung neurophysiologisch erklärt. Übrigens geschieht diese Aktivierung auch bei Erwachsenen. Streichelten die Eltern zu schnell, 30cm pro Minute, trat der Effekt nicht auf. Kuscheln und Streicheln ist für Kinder (und Erwachsene) wahnsinnig wichtig. Das wissen Eltern und tun es automatisch. Aber man kann das auch nutzen, zum Beispiel beim nächsten Arztbesuch, wenn wieder eine Impfung ansteht.

Drama um das Zähneputzen

Zähneputzen – das ist so ein Kampf! Diesen Satz hören wir häufig bei den Vorsorgeuntersuchungen. Routinemäßig fragen wir nach der Zahnpflege, auch um hier die Eltern zu diesem Thema zu beraten. Immer wieder hören wir dabei von den Eltern, dass sie diesen täglichen Kampf irgendwann aufgeben und dann eben nicht putzen. Nun darf man an dieser Stelle die Ehrlichkeit und den Mut dieser Aussage lobend erwähnen, denn dass der Arzt dieses Vorgehen nicht anraten wird, wissen diese Eltern natürlich. Zahngesundheit und Mundhygiene sind extrem wichtige Themen, denn nur so kann Karies vermieden werden. Außerdem hängt von der Zahngesundheit auch die Gesundheit insgesamt in so mancher Hinsicht ab. Und was ein Kind nicht als wichtige Maßnahme erlernt, wird man dem Jugendlichen oder Erwachsenen nur schwer beibringen. Wir raten darum, den Protest in Kauf zu nehmen und mit liebevoller Konsequenz das Zähneputzen trotz des Protests zweimal täglich durchzuführen. Natürlich kann man es ritualisieren, ein Zahnputzlied einführen, mit den Kindern zusammen selbst Zähneputzen (die Kinder ahmen unser Vorbild nach!), die Kinder bei sich selbst nachhelfen lassen, das Thema …

Die Bedeutung des Selbstwertgefühls für das Lernen

Das Schuljahr mit seinen unzähligen Prüfungen ist schon wieder in vollem Gange und manch ein Schüler musste trotz ausreichender Vorbereitung auf eine Schulaufgabe mal wieder ein Misserfolgserlebnis in Form einer schlechten Note wegstecken. Die erste Reaktion der Eltern und auch der Lehrer ist häufig, mangelnde Begabung oder mangelnden Fleiß als Ursache auszumachen und noch intensiveres Lernen einzufordern. Hier gilt es aber zunächst einmal, die Ursachen genauer zu untersuchen. Viel hilft nämlich nicht immer viel – es kann sogar kontraproduktiv sein, den Druck auf das Kind immer weiter zu verstärken. Hat ein Kind nämlich – aus welchen Gründen auch immer – ein gering ausgebildetes Selbstwertgefühl, wird jede negative Reaktion des Umfeldes dieses weiter verringern. Ohne ausreichendes Selbstwertgefühl ist aber kein effektives Lernen möglich, da sich die Kinder bei Misserfolgen als Versager fühlen und sich immer weiter verunsichert fühlen. Dadurch entwickelt sich die Angst vor erneutem Versagen, die es nicht erlaubt, sich auf die bevorstehenden Aufgaben zu konzentrieren, wodurch weitere Misserfolge vorprogrammiert sind. Ist dieser Teufelskreis erst einmal in Gang gesetzt, ist es sehr schwer ihn wieder …