Alle Artikel in: Prävention

Ein präventiver Lebensstil vermindert Risiken

Der Erziehungstipp – das Zeitkonto für Bildschirme

Hier ein wunderbarer Tipp, wie Ihr die Bildschirmzeit Eures Kindes begrenzen könnt, ohne gleich Krieg auszurufen. Wir werden Bildschirme ja nicht mehr los in der modernen Welt. Egal ob den Fernseher, den PC, das Notebook oder Pad, die Playstation oder das Handy. Für Arbeit, Schule und Games. Und dennoch wissen wir, dass sie Risiken darstellen. Für die Augen (Kurzsichtigkeit) und für die orthopädische Gesundheit (Haltungsschwäche, Rundrückenbildung) der Kinder, sowie mittelfristig für die Alterung der Gefäße und viele andere Zivilsationskrankheiten (Übergewicht, Bluthochdruck bei ungünstigem Lebensstil). Je mehr Zeit am Bildschirm ohne Augleich, desto schlimmer. Was also tun, wenn Kinder nun einmal an die Bildschirme gewöhnt sind? Mein Tipp: Begrenzt die Bildschirmzeit pauschal auf 1 Stunde am Tag. Für jede weitere Stunde vor dem Bildschirm muss Euer Kind zur Kompensation 1 Stunde Sport im Freien treiben. Dafür könnt Ihr dann auch ein Zeitkonto einrichten, auf dem es sich Euer Kind dann sogar Guthaben verdienen kann, um zum Beispiel bei Regenwetter etwas mehr „kucken“ zu dürfen. Geeignet etwa für Kinder von 7 bis 12 Jahren. In der wichtigsten …

Die Vroni-Studie – Fragen zum wichtigsten Herz-Screeningprogramm (für alle Kinder von 5 bis 14 Jahren)

Seit 3 Monaten gibt es nun für Kinder von 5 bis 14 Jahren das neue Bayerische Früherkennungsprogramm VRONI. Es ist mir als Kinderkardiologe und Ernährungsmediziner im wahrsten Sinne des Wortes eine Herzensangelegenheit. Wie schon einmal beschrieben, dient es der Früherkennung von Gefäßrisiken im jungen Erwachsenenalter durch ungünstige Cholesterinwerte. Es ist kostenlos und zielt auf raschen und effektiven Beginn der Behandlung bereits im Kindes- und Jugendalter. Teilnehmen können alle Kinder von 5 bis 14 Jahren. Es braucht eine kleine Blutprobe und die Einwilligung am besten beider Elternteile, weil eine genetische Untersuchung Teil des Programms ist (wenn nicht seitens der Eltern unerwünscht). Wie die meisten Praxen mit Kinderkardiologen führen auch wir dieses Programm durch – und treffen auf großes Interesse, nicht zuletzt, weil es in fast jeder dritten Familie Fälle mit Herzinfarkt oder Schlaganfall gibt. Zählt man Familien mit zusätzlichen Gefäßrisiken wie Diabetes oder Bluthochdruck noch dazu, ist es mehr als jede zweite Familie. Ein paar Fragen werden immer wieder gestellt. Diese möchte ich hier kurz beschreiben. Kann ich die genetische Untersuchung ablehnen? Ja. Es kann auch …

Übergewicht in Zeiten der Pandemie

Was in den Monaten des Lockdowns und des Homeschoolings zu beobachten war: Übergewicht hat zugenommen. Und zwar die Anzahl an Kindern mit Übergewicht. Und auch das Ausmaß bei den Übergewichtigen. Ist ja auch logisch. Mehr Bildschirm-Zeiten (durch Homeschooling und durch fehlende andere Freizeitbeschäftigungen). Mehr Zeiten zuhause und eine neue Liebe zum Essen. Weniger Bewegung. Und jetzt kommt noch der Winter. Ist fast schon da, wettermäßig. Früh dunkel. Nass. Ungemütlich. Und immer noch hält uns SARS-CoV2 in Schach. Leider lässt der Körper bei der Entwicklung der Folgekrankheiten von Übergewicht die Ausrede „es war halt Pandemie“ nicht gelten. Diabetes und Bluthochdruck entwickeln sich häufiger. Und in der Folge Gefäßerkrankungen wie frühzeitige Herzinfarkte oder Schlaganfälle. Und als ob es nicht eh schon schwer genug sei, Übergewicht in den Griff zu bekommen – jetzt sind die äußeren Rahmenbedingungen noch schwieriger. Aber! Es geht! Das sieht man etwa daran, dass viele Familien die teilweise auch etwas mehr gewonnene Freizeit bewusst nutzen, um sich mehr zu bewegen und auch, das gesparte Urlaubsgeld in bewusste Ernährung zu investieren. Im Einzelfall ist das …

Neu und lebenswichtig! Die Früherkennungsstudie VRONI (für alle Kinder von 5 bis 14 Jahren)

Seit einigen Wochen gibt es in Bayern VRONI – ein völlig neues Früherkennungsprogramm bei Kindern von 5 bis 14 Jahren. Es ist für die Familien kostenlos und dient der Früherkennung von Gefäßrisiken im jungen Erwachsenenalter durch ungünstige Cholesterinwerte. Weil Vorbeugung und Behandlung früh beginnen muss. Es handelt sich nicht um ein Programm der gesetzlichen Krankenkassen, sondern um eine Studie aus Wissenschaftsmitteln der Bayerischen Staatsregierung. Teilnehmen können alle Kinder von 5 bis 14 Jahren. Es braucht eine kleine Blutprobe und die Einwilligung am besten beider Elternteile. Es besteht insbesondere die Möglichkeit, bei erhöhtem Blutwert für das „böse“ LDL-Cholesterin die Gene dahinter zu untersuchen und weitere Familienmitglieder aufzuspüren und diese dann auch zu behandeln und somit Schäden vorzubeugen. Die genetische Diagnostik soll später auch einmal zur noch genaueren Einschätzung der Risiken dienen. Wenn Ihr mich als Kinderherzspezialisten fragt – unbedingt teilnehmen! Warum? Die Gefäßerkrankungen Herzinfarkt und Schlaganfall sind die allerwichtigsten Erkrankungen in der modernen Welt überhaupt. Sie sind verantwortlich für die meisten Todesfälle und auch für bleibende Einschränkungen der Lebensqualität. Sie sind als Gefäßverschluss der Endpunkt einer …

Barfußlaufen ist gesund!

Der Sommer naht – und der kleine Noah will gerne barfuß laufen. Er lacht, freut sich über die kitzelnden Grashalme, über die er viel lieber geht als über den pieksigen Kiesweg. Ist Barfußlaufen gut? Aber unbedingt! Der feste Kinderschuh mit dem guten Fußbett hat nämlich einen Nachteil: er stellt den Kinderfuß sozusagen ruhig. Die Fußmuskeln müssen beim Barfußlaufen arbeiten, zum Beispiel kleinere Bodenunebenheiten ausgleichen. Das Fußgewölbe wird gestärkt. Zudem werden ohne Schuhe die Nerven der Fußsohlen stimuliert, was die Entwicklung des Nervensystems und des Gehirns fördert. Daraus kann man auch ein Spiel machen. Lassen Sie Ihr Kind einmal mit den Füßen Gegenstände abtasten und erraten oder kleinere Gegenstände mit den Zehen greifen und aufheben. Oder besuchen Sie einmal mit den Kindern einen Barfußpfad: wer erkennt Sand, Moos, Steine, Tannenzapfen oder Schotter mit den Füßen? Und schon trainiert der Kinderfuß Hinspüren, Kraft und Koordination. Natürlich sollte man beim Barfußlaufen darauf achten, dass die Kinder nicht durch herumliegende Glasscherben oder Ähnliches verletzt werden können. Und auch der Tetanusschutz ist wichtig. Und noch eine Möglichkeit ist erwähnenswert: der …

Kinder, die viel draußen spielen…

Gerade jetzt nach den Wochen der Ausgangsbeschränkung. Wissen Sie eigentlich, welche Vorteile Kinder haben, die viel draußen spielen? Für die folgenden Punkte gibt es durchwegs die Beweise aus der Wissenschaft. Eigentlich weiß es auch jeder aus seiner eigenen Kindheit. Machen wir es unseren Kindern möglich! Kinder, die viel draußen spielen: lernen soziale Kompetenzen leiden weniger an Übergewicht und den schädlichen Folgen schlafen besser bewegen sich mehr und sind deshalb motorisch geschickter haben mehr Ausdauer lernen andere Möglichkeiten, Lösungen zu finden lüften ihre Schleimhäute aus und sind deshalb weniger anfällig für das Eindringen von Viren sammeln Erfolgserlebnisse lernen die Natur kennen, Pflanzen und Tiere sind glücklicher und selbstbewusster Diese Liste ist nicht vollständig. Ich unterstütze die Aktion Kindheit in Bewegung. Unter diesem Link finden Sie viele Ideen und Gedanken zum Spiel im Freien. Nutzen Sie es gerne. Viel Spaß beim Toben, Forschen, Bauen und Spielen.

Das Übergewicht und die Psyche

Etwa 10% der Kinder und Jugendlichen sind übergewichtig, 3% adipös. Übergewicht senkt nicht nur aufgrund der Risiken für die Gefäße und das Herz sowie den Stoffwechsel die Lebenserwartung. Übergewicht kann auch kräftig am Selbstbewusstsein kratzen, nochmals mehr in einer Zeit, in der Instagram die Welt mit vermeintlichen Traumfiguren überschwemmt. Aber wie vorbeugen oder behandeln? Übergewicht entsteht prinzipiell aus dem Missverhältnis von Kalorienaufnahme zu Kalorienverbrauch. Das ist medizinisch festgemeißelt und physikalisch logisch.  Aber warum kommt es bei manchen nun zu diesem Missverhältnis, bei anderen nicht. Und hier kommt die Psyche ins Spiel. Ich will hier natürlich nicht von guten Diät- oder Trainingsmaßnahmen abraten. Aber oft reicht dies alleine nicht, weil eben psychologische Faktoren jedem guten Plan einen Strich durch die Rechnung machen. Die Psyche spielt eben eine gewaltige Rolle beim Ess- und Bewegungsverhalten. Bekannt ist, dass phlegmatische oder depressive Persönlichkeiten eher Gewicht zunehmen (weil sie sich unbewusst weniger bewegen und damit weniger Energie verbrauchen). Und wer Frust schlecht abbauen kann, verliert oft den Antrieb zu Sport und Bewegung, oder benötigt Schokolade oder anderes „orales“ als Ausgleich. …

Körperlichkeit – ein Erziehungsauftrag (Teil 1: Sport und Natur)

Seinen Körper selbst wahrzunehmen, ist unheimlich wichtig. Es hat Bedeutung in der Vorbeugung und Früherkennung von Krankheiten. Aber es ist auch für das Selbstbewusstsein und für die schöne Seite erfüllter Körperlichkeit wichtig. Unser Alltag ist aber nicht mehr besonders reich an körperlichen Erfahrungen – verglichen mit früheren Epochen. Körperliche Arbeit gibt es kaum mehr, Vereinssport verliert an Zulauf und Spiele sind elektronisch geworden. Selbst beglückende sexuelle Erfahrungen (glaubt man den Statistiken) scheinen trotz aller Freizügigkeit heutzutage abzunehmen. Doch davon im nächsten Blogartikel. Hier soll es erst einmal um Sport und Outdoor-Aktivitäten gehen. Um körperlichen. Nicht um sterilen „Computer-Sport“, der von jeder Körperlichkeit befreit ist. Mit dem Mitgliederschwund in Jugendsportvereinen ist auch die Anzahl der Kinder und Jugendlichen gesunken, die überhaupt noch die physischen Grenzen ihres Körpers testen. Welches unserer Kinder hat denn noch diese Erfahrungen gemacht – den Körper bei einer Fahrradrunde ausgepowert, bei einer Bergtour die Muskeln gespürt oder in einer Winterwanderung mit Wind und Wetter gekämpft. Wenn Sie jetzt rufen „Mein Kind schon“, dann haben Sie einen wichtigen Auftrag der Erziehung angenommen. Herzlichen …

Neue Empfehlung zur Kinderzahnpasta

Die Karies stellt noch immer ein großes Problem bei Kindern dar. Dies ist Grund genug für Experten verschiedener Fachgesellschaften auch auf europäischer Ebene, die Empfehlungen zur Fluoridierung per Zahnpasta zu verändern. Bisher galt der Rat, die Zähne 2mal täglich mit 0,05%iger Zahnpasta (500ppm) bei den Vorschulkindern zu putzen. Nun raten die Experten zu 0,1%igen Präparaten (1000ppm). Die prophylaktische Wirkung steigt dadurch deutlich, das Problem der Fluoridose, also der weißen Flecken auf den Zähnen, jedoch nicht wesentlich. Die Experten empfehlen zudem ab 6 Monaten mit 0,05%iger Zahncreme (500ppm) zu putzen (sofern schon Zähne vorhanden sind), ab 6 Jahren mit 0,1450%iger (1450ppm). Dies entspricht dem Fluoridgehalt wie er auch für Erwachsene empfohlen wird. Fakt ist, dass das Kariesaufkommen bei Kindern hoch ist. Das sehen wir immer wieder in der Sprechstunde. Insofern ist eine gründliche Zahnpflege mit Fluoridierung unabdingbar. Dabei muss aber offensichtlich auch der Fluoridgehalt der Zahnpasten gesteigert werden, um die Kinder besser zu schützen.

Zuwendung gegen Übergewicht

Eine stabile frühkindliche Bindung hilft ein ganzes Leben lang. Nicht nur für die seelische Gesundheit. Auch für die körperliche. Anscheinend werden die aufmerksam und fürsorglich behandelten Kinder sogar seltener Übergewicht entwickeln, wohl auch, weil sie weniger ungünstige Verhaltensmuster lernen. Ein Forscherteam der Pennsylvania University beobachtete 280 Frauen. Die Hälfte bekam im ersten Lebensjahr Anleitung, die die Bedürfnisse, die Erziehung und die Versorgung des Kindes betrafen. Im Alter von 3 Jahren zeigten sich nun erstaunliche Unterschiede beim Gewicht der Kinder. Die Kinder der Familien, die Anleitung bekamen, hatten weniger Übergewicht oder Fettleibigkeit. Wenn Babies schreien, ist das nicht immer wegen Hungers. Wenn Eltern das Signal aber immer als Hunger deuten und das schreiende Kind zur Beruhigung füttern, wird das Kind später auch eher auf Stress mit vermehrter Nahrungszufuhr reagieren. Es findet hier also eine frühe Prägung des Essverhaltens statt. Nicht so, wenn die Eltern zunehmend lernen, das Schreien des Kindes besser und differenzierter einzuordnen. Außerdem trägt eine stabile frühkindliche Bindung in vielerlei Hinsicht dazu bei, eine stabile, gesunde Persönlichkeit für das weitere Leben zu entwickeln. Dies …