Monate: Juni 2018

Wollt ihr den Kids nützen, lasst sie mal machen!

Martin, 7 Jahre, kommt zur Vorsorge U 10. Er ist in der 2. Klasse. Beim Anamnesegespräch, bei der körperlichen Untersuchung und auch bei den Aufgaben, die seine Entwicklung abchecken, greift seine Mutter häufig ungefragt ein, stellt sich neben die Untersuchungsliege, steht bei der Untersuchung sogar im Weg und nimmt Martin einen Teil der Aufgaben ab, obwohl der Untersucher wiederholt darum bittet, Martin selber antworten zu lassen. „Pass auf! Mach dies so, mach das anders! Nein, es ist kalt, zieh die Jacke noch an! Das kannst Du doch, es geht so…“ Es gibt Eltern, die ihr Kind – aus welchen Gründen auch immer – sehr stark überwachen, es auf Schritt und Tritt kontrollieren, das Kind wenig eigenständig machen lassen und bereits bei kleinsten Anlässen sofort eingreifen, ständig präsent sind und das Kind wenig in die Eigenständigkeit entlassen oder potentielle Gefahren bereits vorwegnehmen, bevor das Kind sie überhaupt wahrnehmen kann. Umgangssprachlich werden solche Eltern als „Helikoptereltern“ bezeichnet. Wie Nicole Perry von der Universität Minnesota in einer Studie nun gezeigt hat, schaden die Helikoptereltern ihren Kindern eher, als …

Zitat der Woche – Lebenskrise einmal anders

Das Zitat der Woche sind heute gleich zwei – und zwar jeweils gut bekannte Zitate. Alles, was widersprüchlich ist, schafft Leben.   Salvador Dali (katalanischer Maler und Künstler 1904-1989) Eine Krise ist ein produktiver Zustand. Man muss ihr nur den Beigeschmack der Katastrophe nehmen.       Max Frisch (Schweizer Schriftsteller, 1911-1991) Eine Lebenskrise oder eine Krankheit, oder nur ein misslungener Plan oder eine Trennung. Alles führt uns in Widersprüche. Und doch können uns nur diese Dinge weiterbringen, die uns aus dem gemütlichen täglichen Trott reißen. So unbequem oder auch gefährlich es am Anfang erscheint, so sehr kann es uns reifen lassen. Ich bin oft vor Achtung erschüttert, welche wunderbaren Menschen wir gerade in den Patientenfamilien haben, die durch eine der genannten Schwierigkeiten getroffen wurden. Die Kinder selbst allen voran.

Warum Rauchen bereits lange vor der Zeugung das Krebsrisiko Ihres Kindes erhöht…

Dass Rauchen das Krebsrisiko erhöht ist unstrittig und jedem Kind schon bekannt. Was aber erst jetzt festgestellt wurde: Rauchen erhöht auch das Risiko für Ihr Kind und sogar für Enkelkinder. Und zwar unabhängig davon, ob Sie während oder nach der Schwangerschaft überhaupt geraucht haben. Warum ist das so? Kürzlich wurde hier im Kinderarztblog die Epigenetik beschrieben, also das „Anschalten“ ungünstiger Gene, die bislang vom Körper „ausgeschaltet“ wurden. Ist das Gen nun erst angeschaltet, wirkt es. Und es wird nicht nur das Gen (von Vater und Mutter) selbst vererbt. Es wird auch vererbt, ob das Gen an- oder ausgeschaltet ist (vor allem von der Mutter). Und leider handelt es sich oft um ungünstige Gene (zum Beispiel eben die Veranlagung für Krebs). Die Stoffe in der Zigarette haben eben auch (leider) die Fähigkeit, solche bösen Gene anzuschalten. Damit wird bereits lange vor der Zeugung auch festgelegt, ob Ihr Kind (oder sogar Enkelkinder) solche Probleme bekommen können. Ein weiterer Grund, alle Hilfen zu nutzen, das Rauchen schnellstmöglich abzuschalten (oder gar nicht erst zu beginnen), meine ich.

Tipp der Woche – Die drei Punkte, die Ihr Kind erfolgreicher machen als gute Schulnoten

Denken quer. Zumindest, wenn Ihnen wichtig ist, das Ihr Kind später erfolgreich wird im Leben. Beruflich, und überhaupt. Nicht die Schulnoten sind entscheiden, sondern Persönlichkeitseigenschaften. Selbst das Bundesverfassungsgericht hat anerkannt, dass die Abiturnote nicht das einzige Kriterium für die Zulassung zu einem bestimmten Studium sein darf. An welchen Kriterien dann aber die Kinder fördern, wenn die Schulleistungen gar nicht so wichtig sind? Ich meine, die folgenden drei Punkte gehören zu den Wichtigsten (so banal es klingen mag): Lassen Sie Ihr Kind ab dem Alter von 10 Jahren Gesangs- und Sprechunterricht nehmen – eine Ausdrucksstarke Stimme ist eine Garantie für vermittelbares Selbstbewusstsein Lassen Sie Ihr Kind in Theatergruppen u.ä, auftreten. Sich vor anderen und vor allem Öffentlichkeit nicht zu scheuen, erleichtert es, die Herausforderungen des Lebens anzunehmen. Und öffnen Sie die Augen Ihres Kindes für eigenen Stil und Körperpflege. Wer gelernt hat, auf seinen Körper stolz zu sein und damit pfleglich umzugehen, hat eine feste Bank! Ich würde das mit meinem Kind tun, wenn ich wollte, dass es später erfolgreich ist. Allerdings würde ich vorher genau …