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Angst vor dem Schulstart

Trotz eines etwas mulmigen Gefühls freuen sich die meisten Kinder auf ihren ersten Schultag. Bei einigen überwiegt jedoch die Angst vor dem Neuen und Unbekannten. Dies sollte man als Eltern unbedingt ernst nehmen und nicht lapidar mit der Bemerkung abtun, dass doch alle anderen es auch schaffen. So besteht nämlich die große Gefahr, dass der Gang zur Schule vom ersten Tag an angstbesetzt ist. Aber was kann man dagegen tun? Zunächst darf man sich nicht von dem an Schultüren weit verbreiteten Schild „Ab hier schaffe ich es alleine!“ abschrecken lassen. Vielmehr sollte man bereits vor dem ersten Schultag das Gespräch mit der Lehrkraft suchen, um gemeinsam zu überlegen, wie es geregelt werden kann, dass das Kind den Weg von der Schul- zur Klassenzimmertür zunächst eben nicht alleine antreten muss, sondern von einer Bezugsperson an eine andere – wenn auch neue – “ übergeben“ werden kann. Beispielsweise bringt ein Elternteil das Kind zur Klassenzimmertür, wo es die Lehrkraft empfängt und mit ins Klassenzimmer nimmt. Wichtig ist hierbei, dass man sich als Elternteil nicht auf ein großes …

Wir wünschen einen guten Schulstart!

Der Kinderarztblog wünscht allen Kindern und Jugendlichen einen superguten Start ins neue Schuljahr. Viel Freude, Spaß und Erfolg beim Lernen und – bei aller Wichtigkeit der Schule – auch Zeit für Hobbies und Entspannung! Auch für die Eltern. Und ganz besonders allen Erstklässlern einen wunderschönen Tag, den Ihr mit Euren Eltern, Freunden und Verwandten so richtig feiert!

Mama, schau mich an!

Erik, 4 Jahre, quengelt. Seine Mutter checkt gerade ihre Mails und Whatsapp-Nachrichten. Aber sie reagiert nicht auf Eriks Äußerungen. Erik hopst herum, schreit schließlich und schmeißt sich auf den Boden. Nach kurzer Ermahnung setzt die Mama ihre Tätigkeit fort. Erik schmollt resigniert, setzt sich in sein Zimmer und starrt die Decke an. Branson McDaniel zeigte in einer Studie, dass Kinder mit Frust, Hyperaktivität, Wut und verschiedenen anderen Auffälligkeiten reagieren, wenn Eltern dauernd auf das Handy starren. Kinder eskalieren ihr Verhalten, wenn sie die Aufmerksamkeit ihrer ins Handy versunkenen Eltern erreichen wollen. Oft wird nur diskutiert, dass das Kind nicht zuviel Zeit mit dem Handy verbringen soll. Dabei müssten auch die Eltern ihren Medien- und Smartphonegebrauch hinterfragen. Eltern geben außerdem in McDaniels Studie an, das Handy gerade dann hervorzuholen, wenn der Nachwuchs sie nervt. Auch eine mögliche Ausrede vor sich selbst: schon wieder eine wichtige Nachricht aus der Arbeit, da kann man nicht aus… So entsteht aber ein Teufelskreis. Denn es verstärkt sich genau das Verhalten der Kinder, dem die Eltern gerade entkommen wollten: die Kinder …

Wollt ihr den Kids nützen, lasst sie mal machen!

Martin, 7 Jahre, kommt zur Vorsorge U 10. Er ist in der 2. Klasse. Beim Anamnesegespräch, bei der körperlichen Untersuchung und auch bei den Aufgaben, die seine Entwicklung abchecken, greift seine Mutter häufig ungefragt ein, stellt sich neben die Untersuchungsliege, steht bei der Untersuchung sogar im Weg und nimmt Martin einen Teil der Aufgaben ab, obwohl der Untersucher wiederholt darum bittet, Martin selber antworten zu lassen. „Pass auf! Mach dies so, mach das anders! Nein, es ist kalt, zieh die Jacke noch an! Das kannst Du doch, es geht so…“ Es gibt Eltern, die ihr Kind – aus welchen Gründen auch immer – sehr stark überwachen, es auf Schritt und Tritt kontrollieren, das Kind wenig eigenständig machen lassen und bereits bei kleinsten Anlässen sofort eingreifen, ständig präsent sind und das Kind wenig in die Eigenständigkeit entlassen oder potentielle Gefahren bereits vorwegnehmen, bevor das Kind sie überhaupt wahrnehmen kann. Umgangssprachlich werden solche Eltern als „Helikoptereltern“ bezeichnet. Wie Nicole Perry von der Universität Minnesota in einer Studie nun gezeigt hat, schaden die Helikoptereltern ihren Kindern eher, als …

Warum Lesen wichtig ist

In einer Studie aus dem Jahr 2014 wiesen die Wissenschaftler Richtie, Bates und Plomin nach, dass die Lesefähigkeit in der Kindheit über die Intelligenz im späteren Leben (mit)entscheidet. Untersucht wurden 1890 eineiige Zwillingspaare mit 7, 9, 10, 12 und 16 Jahren. Sowohl die verbale als auch die nonverbale Intelligenz der 16-Jährigen wurde durch die Lesefähigkeit im Alter von sieben Jahren bestimmt. Während der Zusammenhang deutlich nachgewiesen werden konnte, ist die Erklärung des Phänomens nicht ganz klar. Es wird vermutet, dass das Lesen die Fähigkeit des abstrakten Denkens fördert oder auch die Fähigkeit schult, sich längere Zeit mit einer Materie zu beschäftigen. Darüber hinaus darf man im Hinblick auf die Zukunft der Kinder nicht vergessen, dass durch den Wandel von der Industrie- zur Informations- und Wissensgesellschaft die Lese- und Rechtschreibkompetenzen immer wichtiger werden. Die Zahl der Arbeitsplätze, die den Umgang mit Computern und damit Textverarbeitungskenntnisse voraussetzen, wird stetig steigen. Außerdem ist auch das Internet ein Schriftmedium, das einen kritischen Umgang mit Texten erforderlich macht. Hat man früher Bücher, die oftmals wissenschaftlich geprüft waren, zur Aneignung von …

Lesestart

Jeder, der des Lesens mächtig ist, macht sich über den Prozess des Lesens keine Gedanken. Es passiert ganz automatisch, sobald wir ein geschriebenes Wort sehen. Deshalb muss man sich als Eltern von Leseanfängern immer wieder bewusst machen, wie komplex der Prozess des Lesenlernens ist. Stellen Sie sich einfach einen griechischen Schriftzug vor. Ein paar Schriftzeichen erkennen Sie vielleicht noch aus dem Mathematikunterricht, aber die meisten dürften wohl ohne Lauttabelle schwer zu entschlüsseln sein. Genauso geht es Ihrem Kind. Die Buchstaben aus seinem Namen wird es schon erkennen, den ein oder anderen darüber hinaus auch noch. Aber die meisten muss es sich mühsam mit Hilfe der Anlauttabelle erarbeiten. Der nächste Schritt ist es, diese Buchstaben zu Silben und dann zu Wörtern zu verbinden. Auch hier gilt wieder: Wenn man es schon kann, versteht man nicht, wo eigentlich das Problem liegt. Für die Kinder ist dies aber wirklich eine große Herausforderung – ganz zu schweigen davon, dann auch noch zu hören, welches Wort diese Lautreihe dann eigentlich ergeben soll. Selbst bei einem kurzen Wort wie „Ente“ muss …

Das macht mir Bauchweh!

Finja ist 11 Jahre alt. Das sensible Mädchen war in den letzten 3 Wochen wiederholt von der Schule wegen Bauchschmerzen abgeholt worden. Bei der letzten Vorstellung in der Praxis war kein krankhafter Befund festgestellt worden. Bei näherem Nachfragen dauerten die Bauchschmerzen auch schon länger, etwa seit Herbst letzten Jahres. Wir vereinbaren einen ausführlichen Abklärungstermin in unserer Spezialsprechstunde. Finja kommt mit ihrer Mutter einige Wochen später zu dem Termin. Der Symptomkalender zeigt über die Woche verteilt immer wieder Bauchschmerzepisoden. Die Schmerzen treten um den Nabel herum auf, ohne Zusammenhänge zu Nahrungsmitteln, Ausscheidungen oder sonstigem. In der Schule läuft es schlecht, seit Anfang Dezember schreibt das Mädchen in fast allen Fächern schlechte Noten. Die Bauchschmerzen treten dennoch nicht im Zusammenhang mit den Schulaufgaben auf. Die sorgfältige körperliche Untersuchung, Blut, Urin und Stuhlanalysen zeigen keine Auffälligkeiten. Also ein unauffälliger Befund? Nein, die Abklärung ist noch nicht zu Ende. Der ausführliche Fragebogen, den die Mutter ausgefüllt hat, gibt erste Hinweise. Im Herbst haben sich die Eltern von Finja getrennt, eine sehr schwierige Zeit für die Eltern und das Kind. …

Was für eine Sauerei!

Maxi ist 12 Monate alt. Sie sitzt auf dem Schoß ihres Vaters und blättert gerade ein kleines Bilderbuch durch. Maxi ist heute zur Vorsorgeuntersuchung U6 gekommen und die Eltern besprechen mit dem Kinderarzt verschiedene Themen vom Schuhkauf bis zur Schlafsituation. Am meisten brennt ihnen aber das Thema Essen auf den Nägeln. Maxi will nicht essen, sie lässt sich nur widerwillig füttern und akzeptiert fast nur Brei. Einmal hat Maxi kleine Brotstückchen mit Frischkäse bekommen, die fand sie gut! Das Kind ist aber wunderbar gediehen, die Körpermaße sind völlig altersgerecht. Nach etwas Nachfragen kommt schließlich heraus, das Maxi ausschließlich gefüttert wird, aber nicht selbst essen darf, weil die Eltern – das sagen sie auch ehrlich – die entstehende Sauerei fürchten. Ja, das mit der Sauerei ist wahr. Ein Kind kann nicht von Anfang an essen wie ein kleiner Erwachsener. Aber wenn ein Kind nicht selbst essen darf, wird es die angebotenen Nahrungsmittel schlechter akzeptieren und es kann auch gar nicht lernen, selbst zu essen. Das Essen muss von den Kindern im wahrsten Sinne des Wortes begriffen …

Ich brauch nur die Beruhigung!

Ich brauch nur die Beruhigung! Diesen Satz hören wir in der Praxis oft. Ob beim grippalen Infekt, Entwicklungsthemen oder bei Erziehungsfragen – die Rückversicherung beim Arzt, ob das, was die Eltern sich bereits selbst überlegt haben, sinnvoll ist oder ob sie eine Situation richtig einschätzen, ist oft wichtig. Dieses Bedürfnis nach Rückversicherung kennen wir alle. Oft braucht es einen Partner, mit dem man zusammen die Lösung eines Problems besprechen kann. Bei medizinischen Fragen im Sinne von (schweren) Erkrankungen braucht es auf jeden Fall den Arzt, um Symptome einzuordnen und Diagnostik und Therapie einzuleiten. Bespielsweise bei banalen Infekten ist dies dagegen nicht immer notwendig. Da darf man ruhig auch einmal seinem eigenen Bauchgefühl trauen. Wenn das Kind spielt und lacht, ist der Infekt eher unproblematisch. Hier also ruhig Mut, trauen sie sich auch selbst Kompetenz in der Einschätzung Ihres Kindes zu. Bei unklaren Situationen, zu langer Dauer oder Warnhinweisen muss dann natürlich wieder der Arzt ran. Auch wenn er dann doch oft beruhigend sagen darf, dass ein Infekt ohne Komplikation vorliegt.

Futterpause

Ein Stückchen Brezel da und ein Apfelschnitz hier? Damit Kinder ein gesundes Hungergefühl entwickeln können, sollten Eltern auf kleine Snacks für ihren Nachwuchs verzichten. Laut Ernährungsexperten dürfen zwischen den Mahlzeiten zwei oder drei Stunden ohne Essen liegen, in denen der Blutzuckerspiegel nicht zusätzlich angehoben wird. In dieser Zeit gibt es auch keine zuckerhaltigen Getränke und keine Milch. Wasser dürfen die Kleinen trinken, so viel sie möchten. Das und besondere „Guten Appetit- Rituale am Tisch“ beeinflussen das kindliche Essverhalten genauso positiv wie gemeinsame (und durch Medien ungestörte) Mahlzeiten. So wird Essen zu einem Gemeinschaftsereignis, also wertvolle Familienzeit! Wir danken unserer Ernährungsberaterin Anja Mielke-Zink für diesen Beitrag.