Alle Artikel in: Entwicklung

Themen rund um die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen

Tipp der Woche – Knopfzellen weg!!!

Ich zeige Ihnen gleich ein Video zur verheerenden Wirkung einer Knopfzelle. Zunächst zum Hintergrund: Die Nutzung von Knopfzellbatterien nimmt durch die Verbreitung elektronischer Kleingerät zu. Für Babys und Kleinkinder animiert die „appetitliche“ Form und Größe dieser Kleinstbatterien, diese in den Mund zu stecken und zu verschlucken. Durch die Kriechströme sind Knopfzellen im Magen-Darm-Trakt allerdings in der Lage, die Wand in kürzester Zeit „durchzubrennen“ und damit verheerende Folgen zu produzieren. Eine verschluckte Knopfbatterie ist deshalb immer ein Notfall und braucht sofortige ärztliche Behandlung. Hier nun das Video, das eindrucksvoll die Wirkung auf Körpergewebe abschätzen lässt. Zum besseren Verständnis der Bedeutung: die kindliche Speiseröhre und die kindliche Magenwand ist um ein vielfaches dünner und verletzlicher noch, als ein Schnitzel, wie im Video. Besser noch als die sofortige Behandlung ist natürlich, wenn die Knopfzelle gar nicht erst in den Kindermund gelangt. Weg damit also!

Tipp der Woche – mein Freund Smoothie

Das ist die Empfehlung der Ernährungsexperten: 400g Obst und Gemüse am Tag – für einen Erwachsenen. Für Kinder ab 10 Jahren kann man fast die gleiche Empfehlung hernehmen, den das Wachstum verlangt nach Nährstoffen, auch wenn das Körpergewicht noch kleiner ist. Und – so schwierig ist das gar nicht. Bereits zwei Äpfel haben 400g. Oder ein Apfel und zwei Karotten. Oder 3 Kiwis, 1 große Tomate und 1 Birne. Oder oder oder…. Und für alle die, die jetzt sagen, ihr Kind esse das nicht, kommt jetzt der Tipp! Die Kinder trinken das nämlich, selbst wenn sie es nicht essen. Als bunten Smoothie. Es gibt für Küchenmaschinen oder als Einzelgerät für bereits ab 20€ Smoothie-Maschinen. Einfach alles, was im Obst- und Gemüseregal liegt,  gewaschen und evtl. geschält hinein, und schon ist die Empfehlung erfüllt. Schmackhaft und bunt und immer wieder irgendwie anders und interessant. Rezepte gibt es natürlich auch so zahlreich auch wie Smoothie… Ich liebe es jedenfalls… und meine Kinder auch.

Warum Rauchen bereits lange vor der Zeugung das Krebsrisiko Ihres Kindes erhöht…

Dass Rauchen das Krebsrisiko erhöht ist unstrittig und jedem Kind schon bekannt. Was aber erst jetzt festgestellt wurde: Rauchen erhöht auch das Risiko für Ihr Kind und sogar für Enkelkinder. Und zwar unabhängig davon, ob Sie während oder nach der Schwangerschaft überhaupt geraucht haben. Warum ist das so? Kürzlich wurde hier im Kinderarztblog die Epigenetik beschrieben, also das „Anschalten“ ungünstiger Gene, die bislang vom Körper „ausgeschaltet“ wurden. Ist das Gen nun erst angeschaltet, wirkt es. Und es wird nicht nur das Gen (von Vater und Mutter) selbst vererbt. Es wird auch vererbt, ob das Gen an- oder ausgeschaltet ist (vor allem von der Mutter). Und leider handelt es sich oft um ungünstige Gene (zum Beispiel eben die Veranlagung für Krebs). Die Stoffe in der Zigarette haben eben auch (leider) die Fähigkeit, solche bösen Gene anzuschalten. Damit wird bereits lange vor der Zeugung auch festgelegt, ob Ihr Kind (oder sogar Enkelkinder) solche Probleme bekommen können. Ein weiterer Grund, alle Hilfen zu nutzen, das Rauchen schnellstmöglich abzuschalten (oder gar nicht erst zu beginnen), meine ich.

Tipp der Woche – Die drei Punkte, die Ihr Kind erfolgreicher machen als gute Schulnoten

Denken quer. Zumindest, wenn Ihnen wichtig ist, das Ihr Kind später erfolgreich wird im Leben. Beruflich, und überhaupt. Nicht die Schulnoten sind entscheiden, sondern Persönlichkeitseigenschaften. Selbst das Bundesverfassungsgericht hat anerkannt, dass die Abiturnote nicht das einzige Kriterium für die Zulassung zu einem bestimmten Studium sein darf. An welchen Kriterien dann aber die Kinder fördern, wenn die Schulleistungen gar nicht so wichtig sind? Ich meine, die folgenden drei Punkte gehören zu den Wichtigsten (so banal es klingen mag): Lassen Sie Ihr Kind ab dem Alter von 10 Jahren Gesangs- und Sprechunterricht nehmen – eine Ausdrucksstarke Stimme ist eine Garantie für vermittelbares Selbstbewusstsein Lassen Sie Ihr Kind in Theatergruppen u.ä, auftreten. Sich vor anderen und vor allem Öffentlichkeit nicht zu scheuen, erleichtert es, die Herausforderungen des Lebens anzunehmen. Und öffnen Sie die Augen Ihres Kindes für eigenen Stil und Körperpflege. Wer gelernt hat, auf seinen Körper stolz zu sein und damit pfleglich umzugehen, hat eine feste Bank! Ich würde das mit meinem Kind tun, wenn ich wollte, dass es später erfolgreich ist. Allerdings würde ich vorher genau …

Was ich von „Superfood“ halte….

Superfood ist in aller Munde, und inzwischen auch in jedem Haushalt angekommen. Die Umsätze steigen. Aber hält diese Wundernahrung  auch, was versprochen wird? Zunächst eine Begriffsklärung. Superfood ist kein geschützter Begriff. Man versteht darunter aber natürliche Nahrungsmittel, die eine optimale Zusammensetzung an Nährstoffen haben. Und teilweise sogar günstige medizinische Effekte aufweisen. Das bekannteste sind die Chia-Samen. Und! Ja! Es stimmt. Die Zusammensetzung an Nährstoffe ist beeindruckend. In Chiasamen etwa viel an den guten Omega 3-Fettsäuren, viele Vitamine, Spurenelemente, Zink! Und es wurden auch tatsächlich in ein einigen wissenschaftlichen Studien positive Effekte auf den Blutdruck und Stoffwechselfaktoren nachgewiesen. Deshalb spricht erst einmal nichts dagegen. Was ich aber schon kritisch sehe: Der Kilo-Preis für Chiasamen ist in den letzten Jahren auf das zehnfache angestiegen. Deshalb können sich die Menschen in den Anbauländern das kaum mehr leisten. Dort war dieses Naturprodukt aber ein wichtiger Bestandteil in der ansonsten kargen Nahrung. Und – den Transport über viele Tausend Kilometer halte ich für ethisch fragwürdig. Warum keine einheimischen Leinsamen mit fast den gleichen Nährwerten?!    

Frühförderung

„Was ist denn das – Frühförderung?“, werde ich gefragt. Gerade hatte ich Svens Mama vorgeschlagen, aufgrund der deutlichen Entwicklungsproblematik des Kindes diese Fördermöglichkeiten für ihr Kind in Anspruch zu nehmen. Denn Sven ist 4 Jahre alt und hat große sprachliche und motorische Schwierigkeiten. Frühförderung wird in sogenannten Frühförderstellen geleistet. Geregelt ist das gesetzlich durch SGB VIII, IX und XII. Dennoch gibt es zwischen den Bundesländern große Unterschiede. In Bayern tragen die Bezirke die Kosten. Kinder mit erheblichen Entwicklungsstörungen, Kinder mit Behinderungen oder die von Behinderung bedroht sind sowie Kinder mit Sinnesbeeinträchtigungen, wie Taubheit oder Blindheit, haben auf Frühförderung Anspruch. Die Frühförderstellen betreuen Kinder bis zur Einschulung. Es findet sowohl pädagogische als auch psychologische und medizinische Behandlung, wie Physiotherapie, Ergotherapie oder Logopädie, statt. Die Therapeuten arbeiten unter einem Dach und tauschen sich aus, sodass die Behandlung so dem aktuellen Stand des Kindes angepasst werden kann. Ein Austausch mit dem betreuenden Kinderarzt kann ebenfalls stattfinden und ist sehr wertvoll. Und – sehr wichtig – auch die Eltern bekommen Beratung und Anleitung. Nach einem Jahr hat Sven nun …

Was für eine Sauerei!

Maxi ist 12 Monate alt. Sie sitzt auf dem Schoß ihres Vaters und blättert gerade ein kleines Bilderbuch durch. Maxi ist heute zur Vorsorgeuntersuchung U6 gekommen und die Eltern besprechen mit dem Kinderarzt verschiedene Themen vom Schuhkauf bis zur Schlafsituation. Am meisten brennt ihnen aber das Thema Essen auf den Nägeln. Maxi will nicht essen, sie lässt sich nur widerwillig füttern und akzeptiert fast nur Brei. Einmal hat Maxi kleine Brotstückchen mit Frischkäse bekommen, die fand sie gut! Das Kind ist aber wunderbar gediehen, die Körpermaße sind völlig altersgerecht. Nach etwas Nachfragen kommt schließlich heraus, das Maxi ausschließlich gefüttert wird, aber nicht selbst essen darf, weil die Eltern – das sagen sie auch ehrlich – die entstehende Sauerei fürchten. Ja, das mit der Sauerei ist wahr. Ein Kind kann nicht von Anfang an essen wie ein kleiner Erwachsener. Aber wenn ein Kind nicht selbst essen darf, wird es die angebotenen Nahrungsmittel schlechter akzeptieren und es kann auch gar nicht lernen, selbst zu essen. Das Essen muss von den Kindern im wahrsten Sinne des Wortes begriffen …

Futterpause

Ein Stückchen Brezel da und ein Apfelschnitz hier? Damit Kinder ein gesundes Hungergefühl entwickeln können, sollten Eltern auf kleine Snacks für ihren Nachwuchs verzichten. Laut Ernährungsexperten dürfen zwischen den Mahlzeiten zwei oder drei Stunden ohne Essen liegen, in denen der Blutzuckerspiegel nicht zusätzlich angehoben wird. In dieser Zeit gibt es auch keine zuckerhaltigen Getränke und keine Milch. Wasser dürfen die Kleinen trinken, so viel sie möchten. Das und besondere „Guten Appetit- Rituale am Tisch“ beeinflussen das kindliche Essverhalten genauso positiv wie gemeinsame (und durch Medien ungestörte) Mahlzeiten. So wird Essen zu einem Gemeinschaftsereignis, also wertvolle Familienzeit! Wir danken unserer Ernährungsberaterin Anja Mielke-Zink für diesen Beitrag.

Teuerung der Tabakwaren rettet Kinder

Tabakwaren wurden in den letzten Jahrzehnten immer teurer, und das ist auch gut so. Britische und niederländische Forscher konnten nun auch statistisch eindeutig zeigen, dass damit Kinderleben gerettet wurden! Wie schon häufiger in diesem Blog berichtet, stellt das Rauchen für die exponierten Kinder ein ernstzunehmendes, schwerwiegendes gesundheitliches Risiko dar. Plötzlicher Kindstod, Infektionen, Allergien, Konzentrationsprobleme oder bösartige Erkrankungen wie Blasenkrebs sind bei diesen Kindern beispielsweise deutlich häufiger. Eine Forschergruppe konnte nun mit entsprechenden Erhebungen zeigen, dass der durch die steigenden Preise zwischen 2004 und 2014 verringerte Tabakkonsum tatsächlich auch zu einer Reduktion der Sterblichkeit bei unter Einjährigen führte.. In den untersuchten 23 europäischen Ländern wird die Zahl von 9200 Kindern genannt, die überlebten und nicht den Folgen des Passivrauchens zum Opfer fielen. Das entspricht einer Senkung der Sterblichkeit von 4,4 auf 3,5 pro 1000 Babys. Aus kinderärztlicher Sicht nur ein Teilerfolg. Es leben immer noch etwa 43% der Kinder in Deutschland in Raucherhaushalten. Wir sehen in der Sprechstunde noch viel zu viele Kinder, die unter dem Passivrauchen leiden und dadurch krank werden. Klar ist, dass hier …

Sich schlau essen?!?

Ja geht das denn – sich schlau essen? So mancher selbsternannte Experte und so mancher Hersteller von Nahrungsergänzungsmitteln stellt das zumindest so dar. Natürlich gibt es Studien zum Einfluss der Ernährung auf die Hirnentwicklung und die Hirnleistungsfähigkeit. Aber die Mischung, die letztendlich im Magen der Kinder landet, ist so komplex, dass es sehr schwierig ist, Zusammenhänge klar zu beweisen. Tatsächlich zeigt sich jedoch, dass Fertigprodukte und industriell stark veränderte Zutaten ungünstig sind. Die Kinder, die frisch zubereitete Nahrung erhielten, schnitten in Tests bezüglich der Hirnleistung besser ab. Anders ausgedrückt: Viel Süß- und Knabberkram, Fertigprodukte, fast food & Co fördern nicht gerade die Denkleistung von Kindern. Allerdings kann man die Ursache dieser Effekte nicht aus den Daten der Studien herauslesen. Es kann ja auch sein, dass die Kinder, die viel fast food erhielten, andererseits weniger Förderung durch die Eltern erfuhren und mit ihnen weniger gespielt wurde, was zu einem schlechteren Abschneiden in den Tests führte. Übrigens ist auch die Nahrungsmenge wichtig. Zuviel – aber genauso zuwenig – Nahrung ist schlecht fürs Gehirn. Es gibt auch andere …