Alle Artikel in: Entwicklung

Themen rund um die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen

Vorsicht: gefährliche neue E-Zigaretten

In den USA sind sie schon auf dem Markt, nun kommen die Juul-E-Zigaretten auch in Deutschland auf den Markt. In den USA sind Hunderttausende Jugendliche bereits abhängig. Sie sieht aus wie ein USB-Stick und enthält soviel Nikotin, wie die Richtwerte es in Deutschland noch zulassen. In den USA ist der Nikotingehalt sogar noch höher. Durch den Gebrauch der E-Zigarette werden Jugendliche an den Gebrauch herkömmlicher Zigaretten hingeführt. Der Rauch E-Zigarette enthält weniger, aber immer noch sehr gefährliche Stoffe. Also keine Entwarnung. Reden Sie mit den Jugendlichen und machen Sie die Fakten klar. Mehr können Sie nicht tun, denn die Jugendlichen müssen ab einem gewissen Punkt selbst entscheiden, was sinnvoll ist oder nicht.

Drama um das Zähneputzen

Zähneputzen – das ist so ein Kampf! Diesen Satz hören wir häufig bei den Vorsorgeuntersuchungen. Routinemäßig fragen wir nach der Zahnpflege, auch um hier die Eltern zu diesem Thema zu beraten. Immer wieder hören wir dabei von den Eltern, dass sie diesen täglichen Kampf irgendwann aufgeben und dann eben nicht putzen. Nun darf man an dieser Stelle die Ehrlichkeit und den Mut dieser Aussage lobend erwähnen, denn dass der Arzt dieses Vorgehen nicht anraten wird, wissen diese Eltern natürlich. Zahngesundheit und Mundhygiene sind extrem wichtige Themen, denn nur so kann Karies vermieden werden. Außerdem hängt von der Zahngesundheit auch die Gesundheit insgesamt in so mancher Hinsicht ab. Und was ein Kind nicht als wichtige Maßnahme erlernt, wird man dem Jugendlichen oder Erwachsenen nur schwer beibringen. Wir raten darum, den Protest in Kauf zu nehmen und mit liebevoller Konsequenz das Zähneputzen trotz des Protests zweimal täglich durchzuführen. Natürlich kann man es ritualisieren, ein Zahnputzlied einführen, mit den Kindern zusammen selbst Zähneputzen (die Kinder ahmen unser Vorbild nach!), die Kinder bei sich selbst nachhelfen lassen, das Thema …

Mukoviszidose – ein neues Screening im Säuglingsalter

Jede Mutter und jeder Vater in Deutschland kennt das Neugeborenen-Screening, das allen Neugeborenen (nach den Kinder-Richtlinien, also gesetzlich) etwa am 2. Lebenstag angeboten wird. Dabei wird auf genetische und nicht-genetische Erkrankungen untersucht. Allen Erkrankungen ist gemeinsam, dass sie eine frühe Behandlung benötigen, dass es zu keinen oder möglichst geringen Schäden auf den sich rasch entwickelnden Körper der Neugeborenen kommt. Als 13. Erkrankung wurde seit 2017 die Mukoviszidose in das Screening eingeschlossen. Es handelt sich um eine genetische Erkrankung mit Störung verschiedener Organe. Hintergrund ist eine veränderte Zusammensetzung der Körperflüssigkeiten. Grob ausgedrückt sind diese zäher. Betroffen sind im Vordergrund die Lunge mit vermehrtem Risiko für Verschleimung und dadurch Lungenentzündungen und einem späteren Abbau der funktionierenden Lungenstrukturen, außerdem  der Darm mit einer Verdauungsstörung, die inneren Geschlechtsorgane und das Skelettsystem. Heilbar ist die Mukoviszidose zwar nicht, aber bei frühem Therapiebeginn sind die belastenden Folgekrankheiten zu verhindern oder zumindest zu beeinflussen. Ich meine deshalb, Sie sollten trotz der beängstigenden Aussichten auf einen positiven Befund am Screening teilnehmen, wenn Sie mit einem Neugeborenen rechnen. Auch wenn das Screening positiv ist, …

Beikosteinführung bringt etwas mehr Schlaf

Frühe Beikosteinführung verbessert das Schlafverhalten der Kinder, zumindestens ein bisschen. Wie eine Forschergruppe aus London um Gideon Lack herausgefunden hat, schliefen Kinder mit früher Beikosteinführung etwas länger und erwachten etwas seltener. Zusammengenommen waren es bei Beikosteinführung vor dem 6. Lebensmonat pro Woche 2 Stunden, die die Kinder länger schliefen. Außerdem erwachten sie pro Woche im Durchschnitt zweimal nicht zu Zeitpunkten, zu denen sie sonst die Eltern schon um den Schlaf gebracht hatten. Sicher keine ganz großen Effekte, aber in der Summe doch wertvoll. Insofern kann, wenn das Kind soweit ist (was die Kinder zeigen, indem sie sich interessieren für das, was auf Papas Teller ist, den Löffel gut akzeptieren, Freude am Essen und Probieren zeigen, etc….) und medizinisch nichts dagegen spricht (was nur sehr selten der Fall ist), eine frühe Beikosteinführung die Nachtruhe auch für die Eltern ein kleines bisschen verbessern. Und hier hilft jedes bisschen!

Die Passform der Schule

Nicht nur Schuhe haben das, auch Schule hat eine Passform. Sie muss passen für das Kind. Man kann nicht in jede Klasse jedes Kind integrieren. Jedenfalls nicht, ohne Schwierigkeiten zu erzeugen. Und dann wird die Bildung, der eigentliche Auftrag der Schule, blockiert. Und es gibt Stress. Klar ist Bildung wichtig. Ein besseres Investment können Sie nicht in Ihr Kind stecken. Hier kommt jeder eingezahlte Euro besser verzinst zurück als aus jeder Lebensversicherung. Aber es muss passen. In der Praxis erlebe ich viele Eltern, die das begreifen, die ihr Kind kennen und deshalb die Schule wechseln. Selbst die Kinder selbst fühlen die falsche Passform der Schule oft schon. Wenn Sie zum Thema Schule noch unruhig sind, dann denken Sie ruhig noch einmal nach, wohin Ihr Kind ab September gehen soll. Notfalls vielleicht eben nicht ins Gymnasium (oder noch nicht), oder notfalls auf eine Privatschule.

Angst vor dem Schulstart

Trotz eines etwas mulmigen Gefühls freuen sich die meisten Kinder auf ihren ersten Schultag. Bei einigen überwiegt jedoch die Angst vor dem Neuen und Unbekannten. Dies sollte man als Eltern unbedingt ernst nehmen und nicht lapidar mit der Bemerkung abtun, dass doch alle anderen es auch schaffen. So besteht nämlich die große Gefahr, dass der Gang zur Schule vom ersten Tag an angstbesetzt ist. Aber was kann man dagegen tun? Zunächst darf man sich nicht von dem an Schultüren weit verbreiteten Schild „Ab hier schaffe ich es alleine!“ abschrecken lassen. Vielmehr sollte man bereits vor dem ersten Schultag das Gespräch mit der Lehrkraft suchen, um gemeinsam zu überlegen, wie es geregelt werden kann, dass das Kind den Weg von der Schul- zur Klassenzimmertür zunächst eben nicht alleine antreten muss, sondern von einer Bezugsperson an eine andere – wenn auch neue – “ übergeben“ werden kann. Beispielsweise bringt ein Elternteil das Kind zur Klassenzimmertür, wo es die Lehrkraft empfängt und mit ins Klassenzimmer nimmt. Wichtig ist hierbei, dass man sich als Elternteil nicht auf ein großes …

Tipp der Woche – Knopfzellen weg!!!

Ich zeige Ihnen gleich ein Video zur verheerenden Wirkung einer Knopfzelle. Zunächst zum Hintergrund: Die Nutzung von Knopfzellbatterien nimmt durch die Verbreitung elektronischer Kleingerät zu. Für Babys und Kleinkinder animiert die „appetitliche“ Form und Größe dieser Kleinstbatterien, diese in den Mund zu stecken und zu verschlucken. Durch die Kriechströme sind Knopfzellen im Magen-Darm-Trakt allerdings in der Lage, die Wand in kürzester Zeit „durchzubrennen“ und damit verheerende Folgen zu produzieren. Eine verschluckte Knopfbatterie ist deshalb immer ein Notfall und braucht sofortige ärztliche Behandlung. Hier nun das Video, das eindrucksvoll die Wirkung auf Körpergewebe abschätzen lässt. Zum besseren Verständnis der Bedeutung: die kindliche Speiseröhre und die kindliche Magenwand ist um ein vielfaches dünner und verletzlicher noch, als ein Schnitzel, wie im Video. Besser noch als die sofortige Behandlung ist natürlich, wenn die Knopfzelle gar nicht erst in den Kindermund gelangt. Weg damit also!

Tipp der Woche – mein Freund Smoothie

Das ist die Empfehlung der Ernährungsexperten: 400g Obst und Gemüse am Tag – für einen Erwachsenen. Für Kinder ab 10 Jahren kann man fast die gleiche Empfehlung hernehmen, den das Wachstum verlangt nach Nährstoffen, auch wenn das Körpergewicht noch kleiner ist. Und – so schwierig ist das gar nicht. Bereits zwei Äpfel haben 400g. Oder ein Apfel und zwei Karotten. Oder 3 Kiwis, 1 große Tomate und 1 Birne. Oder oder oder…. Und für alle die, die jetzt sagen, ihr Kind esse das nicht, kommt jetzt der Tipp! Die Kinder trinken das nämlich, selbst wenn sie es nicht essen. Als bunten Smoothie. Es gibt für Küchenmaschinen oder als Einzelgerät für bereits ab 20€ Smoothie-Maschinen. Einfach alles, was im Obst- und Gemüseregal liegt,  gewaschen und evtl. geschält hinein, und schon ist die Empfehlung erfüllt. Schmackhaft und bunt und immer wieder irgendwie anders und interessant. Rezepte gibt es natürlich auch so zahlreich auch wie Smoothie… Ich liebe es jedenfalls… und meine Kinder auch.

Warum Rauchen bereits lange vor der Zeugung das Krebsrisiko Ihres Kindes erhöht…

Dass Rauchen das Krebsrisiko erhöht ist unstrittig und jedem Kind schon bekannt. Was aber erst jetzt festgestellt wurde: Rauchen erhöht auch das Risiko für Ihr Kind und sogar für Enkelkinder. Und zwar unabhängig davon, ob Sie während oder nach der Schwangerschaft überhaupt geraucht haben. Warum ist das so? Kürzlich wurde hier im Kinderarztblog die Epigenetik beschrieben, also das „Anschalten“ ungünstiger Gene, die bislang vom Körper „ausgeschaltet“ wurden. Ist das Gen nun erst angeschaltet, wirkt es. Und es wird nicht nur das Gen (von Vater und Mutter) selbst vererbt. Es wird auch vererbt, ob das Gen an- oder ausgeschaltet ist (vor allem von der Mutter). Und leider handelt es sich oft um ungünstige Gene (zum Beispiel eben die Veranlagung für Krebs). Die Stoffe in der Zigarette haben eben auch (leider) die Fähigkeit, solche bösen Gene anzuschalten. Damit wird bereits lange vor der Zeugung auch festgelegt, ob Ihr Kind (oder sogar Enkelkinder) solche Probleme bekommen können. Ein weiterer Grund, alle Hilfen zu nutzen, das Rauchen schnellstmöglich abzuschalten (oder gar nicht erst zu beginnen), meine ich.

Tipp der Woche – Die drei Punkte, die Ihr Kind erfolgreicher machen als gute Schulnoten

Denken quer. Zumindest, wenn Ihnen wichtig ist, das Ihr Kind später erfolgreich wird im Leben. Beruflich, und überhaupt. Nicht die Schulnoten sind entscheiden, sondern Persönlichkeitseigenschaften. Selbst das Bundesverfassungsgericht hat anerkannt, dass die Abiturnote nicht das einzige Kriterium für die Zulassung zu einem bestimmten Studium sein darf. An welchen Kriterien dann aber die Kinder fördern, wenn die Schulleistungen gar nicht so wichtig sind? Ich meine, die folgenden drei Punkte gehören zu den Wichtigsten (so banal es klingen mag): Lassen Sie Ihr Kind ab dem Alter von 10 Jahren Gesangs- und Sprechunterricht nehmen – eine Ausdrucksstarke Stimme ist eine Garantie für vermittelbares Selbstbewusstsein Lassen Sie Ihr Kind in Theatergruppen u.ä, auftreten. Sich vor anderen und vor allem Öffentlichkeit nicht zu scheuen, erleichtert es, die Herausforderungen des Lebens anzunehmen. Und öffnen Sie die Augen Ihres Kindes für eigenen Stil und Körperpflege. Wer gelernt hat, auf seinen Körper stolz zu sein und damit pfleglich umzugehen, hat eine feste Bank! Ich würde das mit meinem Kind tun, wenn ich wollte, dass es später erfolgreich ist. Allerdings würde ich vorher genau …