Alle Artikel in: Medizin

Artikel zu kindermedizinischen Themen.

Auf zum Zahnarzt!

Karies bei Milchzähnen ist und bleibt ein großes Problem. Fast die Hälfte der Kariesdefekte entstehen bereits vor dem 3. Geburtstag. Gut 15% der unter Dreijährigen sind betroffen. Grund genug, möglichst früh Prävention zu betreiben. In Kürze haben Kleinkinder darum auf 3 zusätzliche Vorsorgeuntersuchungen beim Zahnarzt Anspruch. Ab dem 6. bis zum 34. Monat kann dann wohl ab Jahresmitte 2019 ein Termin vereinbart werden. Bisher war dies erst ab dem 3. Lebensjahr vorgesehen. Die bisherigen 3 Vorsorgetermine zwischen dem 3. und 6. Lebensjahr bleiben dabei natürlich weiter bestehen. Ursache der Karies sind zu große Mengen zucker- und säurehaltiger Getränke, oft aus Saugerflaschen, und mangelnde Zahnpflege. Schlimme Folgen können Schmerzen, aber auch Fisteln, Abszesse oder verfrühter Zahnausfall sein. Die bleibenden Zähne sind gefährdeter, ebenfalls Karies zu entwickeln. Unser Rat ist, neben einer konsequenten Zahnpflege und der Bevorzugung von ungesüßten Getränken wie Wasser oder Tee, die Vorsorgetermine beim Zahnarzt mit Ihrem Kind wahrzunehmen. Eine tolle Chance, die da in Deutschland angeboten wird!

Cannabis hinterlässt Spuren im Gehirn Jugendlicher

Hinterlassen bereits geringe Mengen an Cannabis Spuren im Gehirn Jugendlicher? Dies legt zumindest eine neue Studie nahe, wobei sie aber auch viele Fragen offen lässt. Unstrittig ist, dass der frühe und regelmäßige Konsum von Cannabis Veränderungen am Gehirn hervorruft. Immerhin über 8% der Jugendlichen zwischen 12-17Jahren haben schon einmal Cannabis konsumiert. Die nun veröffentlichten Daten deuten darauf hin, dass sich bereits geringe Mengen, also das Ausprobieren von 1 oder 2 Joints, auswirken könnten: In den Hirnregionen (vor allem die Regionen Amygdala und Hippocampus), die Cannabis mit besonderen Rezeptoren binden können, schien nach den Daten der Studie bei den Probanden die graue Substanz vermehrt. Dieser Effekt zeigte sich aber auch z.B. im Kleinhirn. Offen bleibt, ob oder welche Folgen das haben könnte und ob es nicht andere Ursachen oder Einflussfaktoren für diese Beobachtungen geben könnte, die nicht berücksichtigt oder erfasst wurden. Die vorliegende Studie stellt also keinen Beweis dar! Die Botschaft an Jugendliche muss darum sein: Aus den neuen Forschungsergebnissen können wir noch keine sicheren Schlüsse ziehen. Dennoch Vorsicht! Cannabis hinterlässt Folgen! Es gibt nun erste …

Ätherische Öle bei Erkältungen

Ärzte konnten lange mit ätherischen Ölen nichts anfangen und raten noch vielfach davon ab. Es zeichnet sich aber eine große Änderung ab. Der Hintergrund ist ganz einfach. Bei den leicht flüchtigen (verdunstenden) biologischen Stoffen aus Pflanzen handelt es sich in der Regel um Stoffgemische, deren Hauptwirkstoff nicht immer zu identifizieren oder zu isolieren ist. Außerdem (oder deshalb) besteht bei großflächiger Anwendung aus Erkältungssalben und/oder bei unkontrollierter Inhalation das Risiko einer Vergiftung. Dabei wären die Öle durchaus sehr sinnvoll, denn es gibt inzwischen mehr als 100 Forschungsarbeiten, die  sich mit dem Einsatz in der Medizin beschäftigen: Eukalyptusöl wird zum Beispiel aufgrund seiner antibakteriellen Wirksamkeit für den Einsatz bei multiresistenten Bakterien beforscht. Lavendel hat bereits Einzug in die Geriatrie und Psychiatrie gefunden – schlaffördernd und beruhigend. Und Menthol hat die gut bekannten Wirkungen bei Schnupfen und Husten. Als Kinderpneumologe bin ich kürzlich auf diesen Zug aufgesprungen und habe die Verantwortung für RhinoQuick® Schnupfenpflaster, ein hochwirksames Präparat bei Erkältung, übernommen. Das Geniale ist, dass die ätherischen Öle aus Minze, Lavendel und Eukalyptus aus der Matrixschicht eines Funktionspflasters freigesetzt …

WHO Statement

Impfungen verhindern laut WHO (Weltgesundheitsorganisation) weltweit pro Jahr etwa 2-3 Millionen Todesfälle. Würden mehr Menschen geimpft sein, könnten noch einmal 1,5 Millionen Menschen gerettet werden. Nicht immunisierte Menschen geben Krankheiten weiter und können selbst erkranken. Die WHO hat darum die mangelnde Impfbereitschaft zu einer der 10 größten Gesundheitsgefahren weltweit erklärt. Die Verbesserung der Impfbereitschaft gehört deshalb laut WHO zu einem vorrangigen Ziel der nächsten Jahre. Als Beispiel führt die WHO die Masern an, die bis 2020 ausgerottet hätten werden sollen. Dieser Plan wird durch die mangelnde Impfbereitschaft der Industrienationen und der arabischen Welt nicht eingehalten werden können. Im Gegenteil: 2017 sind 30% mehr Menschen weltweit an Masern erkrankt als im Vorjahr. Die Politik diskutiert dieses Thema intensiv. Die Sprecherin der Grünen Bundestagsfraktion bezeichnete beispielsweise Impfen als Akt der gesellschaftlichen Solidarität. Anders als in Italien oder Frankreich gilt jedoch in Deutschland keine Impfpflicht. Wir wollen mit diesem Blogbeitrag an dieser Stelle explizit keine Diskussion eröffnen und werden darum außer der obigen, kurzen Darstellung des WHO-Statements und der Politik nichts weiter hinzufügen oder erwidern. Impfbefürworter wie Impfgegner …

Was ist Fieber? Und warum ich für eine neue Fieberkultur eintrete…

Es ist wieder Grippesaison. Und da häufen sich wie jedes Jahr im Februar und März die Fälle von Fieberkindern. Fieber erschreckt die Eltern. Denn das Kind ist matt und mitgenommen. Und plötzlich spuken im elterlichen Kopf Begriffe wie „Fieberkrampf“, „Überfieberung“, „Fieberschock“…. Um es vorwegzunehmen. Fieber wird vom eigenen Immunsystem „gemacht“. Es ist eine Begleitreaktion der Entzündungs- und Abwehrphase, die das eigene Immunsystem erzeugt. Eine „Überfieberung“ gibt es deshalb nicht (außer bei bestimmten Narkosemedikamenten). Krampfanfälle bei Fieber („Fieberkrämpfe“) gibt es schon. Aber auch diese hinterlassen bei ansonsten gesunden Kindern keine Schäden. Sie treten am häufigsten beim raschen Auffiebern oder Wiederauffiebern (nach starken Fiebersenkern) auf. Vielleicht muss der Erreger behandelt werden, der zu Fieber führt. Das Fieber selbst muss aber im Allgemeinen nicht behandelt werden. Der Griff zu Ibuprofen oder Paracetamol kann sogar – wegen des Fieber-JoJo-Effekts – das Risiko für Fieberkrampfanfälle steigern. Paracetamol gilt nicht mehr als ideales Medikament (wegen der starken Nebenwirkungen an der Leber), auch für Ibuprofen mehren sich die Hinweise auf langfristige Nebenwirkungen. Was also tun? Wenn das Fieber moderat ist, muss es …

Wie Smartphones die Sehkraft schwächen

Es ist inzwischen unstrittig. Die umfangreiche Nutzung von Smartphones in der Jugend kann die Sehkraft schwächen. Der  Mechanismus ist physikalisch gesehen logisch. Allerdings gab es denselben Mechanismus bereits vor dem Smartphone-Zeitalter. Schuld ist nämlich das Lesen in zu kurzem Abstand. Das Smartphone wird zu nahe an die Augen gehalten (so wie auch Bücher bei Leseratten). Das Auge reagiert mit Verlängerung des Längsdurchmessers, um das auszugleichen. Die sich noch entwickelnden Augen von Kindern und Jugendlichen betrifft dies deutlich stärker. Die Folge sind zunehmende Kurzsichtigkeit, Brillenkorrektur, und langfristig die Schwächung der Sehkraft. Die Symptomatik ist umso ausgeprägter, je länger die täglichen „Lesezeiten“ am Smartphone sind, und je näher es am Auge gehalten wird. Insofern sind die Bemühungen mancher Hersteller zu begrüßen, mittels Apps die Bildschirmzeiten besser zu kontrollieren. Inwieweit diese die Nutzungsdauer reduzieren lassen, bleibt abzuwarten.

Vorsicht: gefährliche neue E-Zigaretten

In den USA sind sie schon auf dem Markt, nun kommen die Juul-E-Zigaretten auch in Deutschland auf den Markt. In den USA sind Hunderttausende Jugendliche bereits abhängig. Sie sieht aus wie ein USB-Stick und enthält soviel Nikotin, wie die Richtwerte es in Deutschland noch zulassen. In den USA ist der Nikotingehalt sogar noch höher. Durch den Gebrauch der E-Zigarette werden Jugendliche an den Gebrauch herkömmlicher Zigaretten hingeführt. Der Rauch E-Zigarette enthält weniger, aber immer noch sehr gefährliche Stoffe. Also keine Entwarnung. Reden Sie mit den Jugendlichen und machen Sie die Fakten klar. Mehr können Sie nicht tun, denn die Jugendlichen müssen ab einem gewissen Punkt selbst entscheiden, was sinnvoll ist oder nicht.

Drama um das Zähneputzen

Zähneputzen – das ist so ein Kampf! Diesen Satz hören wir häufig bei den Vorsorgeuntersuchungen. Routinemäßig fragen wir nach der Zahnpflege, auch um hier die Eltern zu diesem Thema zu beraten. Immer wieder hören wir dabei von den Eltern, dass sie diesen täglichen Kampf irgendwann aufgeben und dann eben nicht putzen. Nun darf man an dieser Stelle die Ehrlichkeit und den Mut dieser Aussage lobend erwähnen, denn dass der Arzt dieses Vorgehen nicht anraten wird, wissen diese Eltern natürlich. Zahngesundheit und Mundhygiene sind extrem wichtige Themen, denn nur so kann Karies vermieden werden. Außerdem hängt von der Zahngesundheit auch die Gesundheit insgesamt in so mancher Hinsicht ab. Und was ein Kind nicht als wichtige Maßnahme erlernt, wird man dem Jugendlichen oder Erwachsenen nur schwer beibringen. Wir raten darum, den Protest in Kauf zu nehmen und mit liebevoller Konsequenz das Zähneputzen trotz des Protests zweimal täglich durchzuführen. Natürlich kann man es ritualisieren, ein Zahnputzlied einführen, mit den Kindern zusammen selbst Zähneputzen (die Kinder ahmen unser Vorbild nach!), die Kinder bei sich selbst nachhelfen lassen, das Thema …

Spinning – meine Erfahrungen mit dem idealen Fitness-Trend

Früher sagte man Trimmtrainer. Heute heißt es neudeutsch Indoor Cycling.  Und eine Variation davon ist das Spinning! Und ich gebe es gleich zu – ich bin zum Spinning-Fetischist geworden. Warum? Und was ist anders als beim Radfahren? Spinning-Bikes sind zunächst Ergometer, die ein schweres Schwungrad antreiben. Dadurch entsteht eine sehr gleichmäßige Belastung. Diese kann nun einfach (idealerweise manuell) an die Fitness angepasst werden. Damit ist eine Überforderung kaum möglich. Auch wenn ein Videotrainer (etwa im Internet) zur Motivation helfen kann. Die Effektivität für die Gesundheit entspricht damit einer langen Radtour über größere und kleinere Berge. Und sogar noch mehr – das Widerstandskonzept führt dazu, dass nicht nur Kardiotraining möglich ist (also Ausdauer-Fitness des Herz-Kreislaufsystems), sondern auch die Körperspannung geschult wird. Alles geht für Anfänger wie für Profis. Jeder reguliert sein Niveau individuell. Als Sportmediziner empfehle ich es deshalb gerne – genauso für angehende Profisportler wie etwa als Aktivität gegen Übergewicht. Gerade für die Übergewichtsbehandlung könnte es erfolgreich sein. Denn das Empfinden von Anstrengung ist für die hohen Intensitäten nach den sportmedizinischen Studien niedrig. Somit bleibt …

Warum ich mich als Schulmediziner für RhinoQuick® Schnupfenpflaster einsetze…

Vor einigen Monaten habe ich im Europäischen Ausland ein neues innovatives, aber natürliches „Medikament“ entdeckt – gegen Erkältungsschnupfen und alles was dazu gehört. Das war zwar sehr interessant für mich, aber es erwachte auch meine ganze Skepsis als Schulmediziner  –  als Kinderarzt und als Kinderpneumologe. Denn dieses Produkt beinhaltet ätherische Öle und die sind bei uns Kinderärzten traditionell ungern gesehen. Wegen der Nebenwirkungen an der Haut (für die Erkältungssalben wie Wick Vaporup sind ja sogar ernsthafte Vergiftungsfälle berichtet worden) und an den Bronchien. Obwohl ätherische Öle ja nachgewiesenermaßen wirken. Dieses Dilemma kannte ich zumindest aus den Fortbildungsveranstaltungen des wichtigsten deutschen kinderärztlichen Berufsverbandes BVKJ. Weil so viele Eltern im Ausland aber von diesem „Medikament“ begeistert sind und Nebenwirkungen nie berichtet worden sind, habe ich begonnen, nachzuforschen. Ätherische Öle aus Minze, Eukalyptus und Lavendel werden bei diesem Funktionspflaster nicht direkt auf den Körper gebracht, sondern fast wie bei einem Retardpräparat langsam aus der innovativen Matrixschicht zur Inhalation in die Nase freigesetzt – und das über bis zu 8 Stunden. Damit ist das Nebenwirkungsrisiko extrem gering, die gleichmäßige …