Autor: Dr. Stefan Schwarz

Julius hat Angst – vor Corona

sollen seine Eltern Julius hat Angst vor Corona. Was tun? Julius ist 4 Jahre, er ist ein intelligenter, aufgeweckter, an sich fröhlicher Junge. Er hat nun aber viel mitbekommen im Rahmen der Coronakrise und äußert klar, daß ihm die ganze Situation Angst macht. Verständlich, das geht allen so, auch seinen Eltern. Es ist nun ganz wichtig, Julius mit seiner Angst ernst zu nehmen, mit ihm zu sprechen und ihm das Geschehen altersentsprechend zu erklären, ihn abzuholen und ihm Geborgenheit und Sicherheit zu geben. Als Kind hat Julius selbst ja kein hohes Risiko, das beruhigt auch seine Eltern. Es ist wichtig, ihm größtmögliche Normalität zu vermitteln, soweit die notwendigen Einschränkungen es zulassen. Mit ihm Dinge zu tun, die er besonders mag! Mit kleinen Gesten oder Maßnahmen kann man ja schon viel erreichen, Julius liebt zum Beispiel Kartoffelsalat. Dann gibt es den halt mal öfter! Auch Ihre Kinder werden ähnlich reagieren. Holen wir die Kinder mit ihren Ängsten und Sorgen ab. Denn wir alle müssen noch länger durchhalten. Und nicht vergessen – wir alle tragen viel zur …

Corona und Normalität im Tagesablauf

Die Coronakrise schreitet voran, täglich höhere Zahlen, mehr Erkrankte, mehr Infizierte, immer mehr notwendige Einschränkungen im öffentlichen Leben. Gerade für unsere Kinder ist darum die Schaffung von Normalität im Tagesablauf wichtig, daran können sie sich festhalten. Zumal auch Kinder die Geschehnisse beängstigend empfinden. Hier ist Stabilität im Tagesablauf und ein Elternteil, das informieren, aber auch beruhigen kann, enorm wichtig. Wie strukturieren Sie den Coronaalltag? Erledigung der Hausaufgaben, Mithelfen beim Kochen, eine Fitnesseinheit (es können sich ja auch mal die Kinder Übungen für die Erwachsenen ausdenken! Puh, ich übe jetzt die Yogastellung „Krähe“…), eine Spielzeit, eine Lesezeit, usw.? Übrigens: Wenn Sie tolle Ideen haben, teilen Sie sie doch gerne hier mit uns! Ein geregelter Tagesablauf ist wertvoll. Und das gilt eigentlich auch für Erwachsene. Sonst hängt der Hausfrieden schnell schief oder es entstehen gar ernsthafte Konflikte. Und man kann auch mal die Angebote durchsehen, die es als Unterstützung gibt im Internet, von Fernsehsendern oder verschiedenen Plattformen. Liebe Eltern, Ihr kriegt das hin! Lasst uns den Kindern einen Halt im Coronaausnahmezustand geben. Denn wir müssen uns alle …

Bitte bleibt zuhause!!!

Die Coronakrise schreitet unerbittlich voran. Viele Menschen sind vorbildlich und vernünftig und bleiben zuhause. Aber leider nicht alle. Wir Kinderärzte appellieren in aller Dringlichkeit: Das Wichtigste in diesen Tagen ist wirklich das Eine, die Weiterverbreitung des Virus soweit wie irgend möglich zu verringern. Also bleibt zuhause! Jeder kann beitragen, ob groß, ob klein. Versteht, daß es auf jeden einzelnen ankommt. Jeder vermeidbare Kontakt ist in der momentanen Situation einer zuviel. Wiegt Euch nicht in falscher Sicherheit. Jeder, ausnahmslos jeder Einzelne von uns, ist in der Verantwortung. Also, lasst uns zusammen helfen. Es kann für jeden von uns lebenswichtig sein, das zu tun. Bleibt zuhause! Teilen Sie diese Botschaft an möglichst viele Menschen, alt wie jung! Gerade auch an lebensfrohe Jugendliche und junge Menschen, aber auch an die Älteren! Danke, damit helft Ihr uns allen! Jeder kann dadurch Leben retten! Auch das eigene. Bleibt zuhause!

Corona: Solidarität und Zusammenhalt

Corona stellt uns alle vor immense Herausforderungen und verlangt uns allen viel ab. Die Menschen sind unsicher und ernsthaft besorgt und versuchen ihr Bestes. Politik und Wissenschaft arbeiten intensiv und Hand in Hand an Lösungen. Ist Zuversicht zu haben ehrlicherweise möglich? Ja! Worin liegt unsere Chance? 1995, lange vor Corona, eine Stadt in den neuen Bundesländern. Die Mauer ist noch nicht so lange gefallen. Meine spätere Frau und ich besuchen ihre von der DDR noch sehr geprägte Heimatstadt. In der Straßenbahn treffen wir eine ihrer alten Klassenkameradinnen. Kurz entschlossen wird für den Abend ein spontanes Klassentreffen vereinbart. Ich beschließe mitzugehen und stelle mich auf einen superlangweiligen Abend ein, ich kenne ja niemanden. Ausnahmslos alle kommen, Menschen mit den verschiedensten Wegen, ungelernte Hilfskräfte und Akademiker, alle in einem Kellerraum. Aber es ist eine gegenseitige Achtung, eine Gemeinschaft und ein Zusammenhalt da, den ich noch nie erlebt hatte. Alle tragen dazu bei, dass es ein gelungener Abend wird. Und ich erfahre, wie sehr sich diese Menschen auch im Alltag unterstützen. Ich selbst werde an diesem Abend von …

Zeitunglesen mit Kids

Politik, Weltgeschehen oder die Meldungen im Lokalteil – voll uncool! Voll uncool?? Warum nicht auch Jugendlichen Themen näherbringen, die zunächst in ihrem Alltag keine Rolle spielen, nichts mit angesagten Hits, youtube und Co zu tun haben? Zunächst einmal braucht es sicher Themen, die die Kids als für sie relevant oder als ansprechend ansehen. Neudeutsch würde man wohl „teaser“ sagen. Aber wenn die Jugendlichen sehen, dass es sehr wohl auch Themen gibt, die bei näherer Betrachtung eben doch auch Auswirkungen auf sie, ihr Leben und ihre Zukunft haben, kann man sie durchaus motivieren, sich mit einem Zeitungsartikel auseinanderzusetzen. Natürlich ist es hilfreich, wenn Mama oder Papa Hintergrundinformationen geben können, Ausblicke bieten oder eine Diskussion führen zu einem Thema. Das kann eine richtig wertvolle, gute Zeit werden. Ja, es kann spannend werden! Und sehen wir es auch so: auch in Zukunft ist es gut, wenn wir politisch und gesellschaftlich interessierte, informierte und vielleicht sogar engagierte Bürger haben. Leute, die etwas bewegen. Leute, die gesellschaftlichen oder politischen Problemen oder bedenklichen Strömungen mit Hintergrundwissen entgegentreten können. Die eine Meinung …

Stopp der Kurzsichtigkeit

Weltweit gibt es immer mehr kurzsichtige Kinder. Dieser Entwicklung entgegenzuwirken, ist ein wichtiges Ziel, da stark kurzsichtige Menschen doch ein erhöhtes Risiko haben, grünen oder grauen Star oder auch Netzhautablösungen zu entwickeln. Die Berichte über die Zunahme der kindlichen Kurzsichtigkeit kommen aus Asien, den USA, aber auch aus Deutschland. Je früher die Entwicklung beginnt, desto stärker ist sie am Ende des Jugendalters. Doch wie kann man dem entgegenwirken? Es gibt Berichte über positive Effekte einer Behandlung mit Atropin-Augentropfen, die als Wirkstoff das Gift der Tollkirsche enthalten. Die Kinder hatten außer etwas erweiterten Pupillen keine bedeutenden Nebenwirkungen. Allerdings sprechen 10-20% der Kinder nicht auf diese Therapie an. Auch eine differenzierte Brillenbehandlung kann bremsend auf die Entwicklung der Kurzsichtigkeit wirken. Damit die Kurzsichtigkeit aber gar nicht erst entsteht, raten Augenärzte zu einem Leseabstand von mindestens 30 Zentimetern und dazu, dass sich die Kinder mindestens 2 Stunden täglich im Freien aufhalten.

Exzessive Handynutzung als Ursache gesundheitlicher Probleme

„Bildschirmmedien sind so etwas wie die grauen Herren der heutigen Kindheit!“ (Paula Bleckmann, Professorin für Medienpädagogik) So mancher wird sich erinnern an „Momo“ von Michael Ende. Die grauen Herren stehlen darin den Menschen ihre Lebenszeit. Sie verführen die Menschen zu einem Lebensstil der äußerst zeitsparenden Effektivität. Der Mensch und die menschliche Gesellschaft bleiben auf der Strecke. Prof. Bleckmann formuliert die Problematik anschaulich zugespitzt. Nicht, dass hier der Medienfeindlichkeit das Wort geredet werden soll. Aber es ist sicher sinnvoll, das Ausmaß des Medienkonsums beim eigenen Nachwuchs zu hinterfragen und in sinnvolle Bahnen zu lenken. Dies gilt schon deshalb, weil man die Kinder so an eine bewusste Gestaltung der Inhalte ihres Lebens heranführen kann. Doch es gibt noch einen Aspekt. Denn immer häufiger diagnostizieren Ärzte bei Kindern exzessive Handynutzung als Ursache gesundheitlicher Probleme wie Kopfschmerzen, Müdigkeit, Schwindel oder Bauchweh. Und die langfristigen Folgen davon können durchaus ernsthaft sein. Darum raten wir zu einem sinnvollen Umgang mit den Bildschirmmedien – es gibt noch Anderes und Wichtigeres als das Handy. Besprechen Sie das mit Ihren Kindern und führen Sie …

Die guten Vorsätze für 2020 – wer hält noch durch?

Gute Vorsätze fürs neue Jahr sind rasch gefasst, aber die Umsetzung… Wie schnell rutscht man wieder in die alten Gewohnheiten. Was tun? Emil ist 11 Jahre alt und er und seine Mama haben sich fürs neue Jahr vorgenommen, weniger Süßes zu essen und weniger am Handy zu sein. Das klappt super – am 1. Januar. Schon am zweiten Tag des neuen Jahres wird die Sache schwieriger, steht doch der Plätzchenteller so leicht erreichbar am Tisch und die Schokolade, die Emil von Oma bekommen hat, liegt ja auch noch unterm Weihnachtsbaum. Emil muss seiner Mama auch ganz oft sagen, dass sie schon wieder nur mal eben schnell was am Handy geschaut hat… Emil und seine Mama sind frustriert. Was tun? Gewohnheiten haben ja auch etwas für sich. Wenn es gute Angewohnheiten sind, machen sie den Alltag einfacher; man muss über die entsprechende Tätigkeit nicht nachdenken. Insofern ist es sinnvoll, genau diesen Automatismus zu durchbrechen, wenn man sich etwas abgewöhnen möchte. Die Schokolade im Keller lagern, weil man dann erstmal die Treppen laufen muss. Den Vorrat klein …