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Warum ich die Weiterbildung „Ernährungsmedizin“ durchlaufen habe…

Ich bin jetzt „Ernährungsmediziner“. Jedenfalls habe ich die Weiterbildung „Ernährungsmedizin“ durchlaufen.

Ernährung ist interessant. Denn jeder isst gerne gut. Und jeder weiß auch, welchen erheblichen Einfluss Fehlernährung haben kann. Die Krankheiten, die im Zusammenhang mit Ernährung stehen, nehmen zu. Und damit auch die Möglichkeiten der Prävention. Und gleichzeitig suggeriert die Werbung, wir dürften uns die wunderbaren Geschmackserlebnisse nicht entgehen lassen.

Leider gibt es gerade in der Ernährungsmedizin in vielen Fällen nur Expertenmeinungen und wenige wissenschaftliche Beweise. Deshalb ist Ernährungsmedizin auch so mystisch. Jede Frauen- oder Familienzeitschrift hat ein Dossier über Ernährungsfragen und verbreitet vermeintlich neue „Superkost“ oder „Diäten“. Vieles davon ist Humbug oder zumindest Marketing.

 

Warum trotzdem Ernährungsmedizin? Ein paar wichtige Beispiele:

  1. Ernährung sollte zunächst ausgewogen sein. Und da fängt das Problem schon an. Die gesunde, ausgewogene Ernährung des Kindes schützt es vor Mangelzuständen und gleichzeitig vor den Krankheiten der „Überfütterung“. Leider finden wir diese ausgewogene Ernährung gar nicht mehr so häufig in den Familien.
  2. Gerade in der Kardiologie sind viele Erkrankungen des Erwachsenen vorzubeugen, wenn von Kindesbeinen an auf die richtige Ernährung geachtet wird. Hier denke ich vor allem an den Einfluss der Cholesterine.
  3. Übergewicht ist ein besonderes Risiko. Mit ein paar Tricks lassen sich auch hier die Chancen auf ein langes gesundes Leben verbessern – und das möglichst früh im Leben.
  4. Nahrungsmittelunverträglichkeiten nehmen zu. Ein genauer Speiseplan kann nötig werden, um keine Unverträglichkeitsreaktionen zu provozieren und dennoch für die Entwicklung ausreichend Nähstoffe zu haben.
  5. Sportler benötigen besondere Ernährungsberatung. Etwa, wenn im Muskelaufbau erheblich mehr Protein oder Spurenelemente benötigt werden als ohne Sport.
  6. Es gibt zunehmend alternative Ernährungsformen (z.B. vegan), die Risiken mit sich bringen. Beratung zu möglichen Risiken und deren Vermeidung liegen mir am Herzen.

Und was ich damit nun vorhabe?

Es würde mir sicher Spaß machen, selbst Ernährungsberatung anzubieten. Aber dafür fehlt mir als Kinderkardiologe die Zeit – und auch das praktische Küchenwissen. Hierfür gibt es kompetentere Menschen.

In der Praxis soll aber ab 2020 ein Ernährungsschwerpunkt entstehen, bei dem ich als Arzt mit Diätassistentinnen und Ökotrophologen zusammenarbeite, so dass eine optimale und kompetente Ernährungsmedizin möglich ist. Und das ohne den erhobenen Zeigefinger (denn optimal ernährt sich keiner) und mit dem Verständnis für die Schwierigkeiten, in einer Familie optimale Ernährung zu leben.

Ich freue mich darauf, bald über erste praktische Erfahrungen mit der Ernährungsmedizin zu berichten.

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von

Dr. med. Gerald Hofner

Dr. Gerald Hofner war wissenschaftlicher Mitarbeiter und Oberarzt der Universitätskinderklinik Erlangen-Nürnberg, bevor er seit 2003 in der von ihm gegründeten Praxis für Kinder und Jugendliche in Neudrossenfeld und Bayreuth tätig wurde. Sein Fokus liegt auf der Schwerpunktversorgung für Kinderkardiologie, Kinderpneumologie, Jugendsportmedizin und Ernährungsmedizin, sowie auf der Prävention. Ihm ist dabei wichtig, die Erkenntnisse der Wissenschaft verständlich zu den Patienten und ihren Familien zu bringen. Als Vater von zwei Töchtern weiß er um die Probleme von Familie. Seit Ende 2018 ist er außerdem verantwortlich für die Markteinführung der beiden neuen Medizinprodukte FrioQuick® Kühlpflaster und RhinoQuick® Schnupfenpflaster.

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