Alle Artikel mit dem Schlagwort: Ernährung

Zuwendung gegen Übergewicht

Eine stabile frühkindliche Bindung hilft ein ganzes Leben lang. Nicht nur für die seelische Gesundheit. Auch für die körperliche. Anscheinend werden die aufmerksam und fürsorglich behandelten Kinder sogar seltener Übergewicht entwickeln, wohl auch, weil sie weniger ungünstige Verhaltensmuster lernen. Ein Forscherteam der Pennsylvania University beobachtete 280 Frauen. Die Hälfte bekam im ersten Lebensjahr Anleitung, die die Bedürfnisse, die Erziehung und die Versorgung des Kindes betrafen. Im Alter von 3 Jahren zeigten sich nun erstaunliche Unterschiede beim Gewicht der Kinder. Die Kinder der Familien, die Anleitung bekamen, hatten weniger Übergewicht oder Fettleibigkeit. Wenn Babies schreien, ist das nicht immer wegen Hungers. Wenn Eltern das Signal aber immer als Hunger deuten und das schreiende Kind zur Beruhigung füttern, wird das Kind später auch eher auf Stress mit vermehrter Nahrungszufuhr reagieren. Es findet hier also eine frühe Prägung des Essverhaltens statt. Nicht so, wenn die Eltern zunehmend lernen, das Schreien des Kindes besser und differenzierter einzuordnen. Außerdem trägt eine stabile frühkindliche Bindung in vielerlei Hinsicht dazu bei, eine stabile, gesunde Persönlichkeit für das weitere Leben zu entwickeln. Dies …

Bunt ist gesund. Oder lieber „functional food“?

„Functional Food“ ist die moderne Ernährung schlechthin? Also mit Vitaminen und Spurenelementen und anderen biologisch angeblich günstigen Substanzen angereicherte Nahrungsmittel? Kann man machen. Muss man aber nicht. Sie sind nicht nur teuer, sondern meist auch einseitig. Auch die Summe aus den besten Einzelvitaminen ergibt noch nicht das gesunde Ganze. Denn immer mehr wird klar, dass auch die Gerüststoffe des Gemüses, das Wasser des Obstes, und die genauen Trägersubstanzen der Vitamine wichtiger sind als bislang gedacht. Also kommen wir zurück zur Tradition und da ist alles ganz einfach eigentlich (auch wenn die Marketingexperten der Food-Erfinder das nicht gerne hören) – bunt ist gesund. Also ein bunter Mix aus vor allem Obst und Gemüse und Milchprodukten, auch Fisch und gelegentlich Fleisch. Und wer sich auch umweltbewusst und ethisch fair ernähren will, der holt sich immer das aus der Region, was diese in der Saison gerade bietet. Gerade jetzt in der Erntesaison ein wahres Vergnügen.

Tipp der Woche – mein Freund Smoothie

Das ist die Empfehlung der Ernährungsexperten: 400g Obst und Gemüse am Tag – für einen Erwachsenen. Für Kinder ab 10 Jahren kann man fast die gleiche Empfehlung hernehmen, den das Wachstum verlangt nach Nährstoffen, auch wenn das Körpergewicht noch kleiner ist. Und – so schwierig ist das gar nicht. Bereits zwei Äpfel haben 400g. Oder ein Apfel und zwei Karotten. Oder 3 Kiwis, 1 große Tomate und 1 Birne. Oder oder oder…. Und für alle die, die jetzt sagen, ihr Kind esse das nicht, kommt jetzt der Tipp! Die Kinder trinken das nämlich, selbst wenn sie es nicht essen. Als bunten Smoothie. Es gibt für Küchenmaschinen oder als Einzelgerät für bereits ab 20€ Smoothie-Maschinen. Einfach alles, was im Obst- und Gemüseregal liegt,  gewaschen und evtl. geschält hinein, und schon ist die Empfehlung erfüllt. Schmackhaft und bunt und immer wieder irgendwie anders und interessant. Rezepte gibt es natürlich auch so zahlreich auch wie Smoothie… Ich liebe es jedenfalls… und meine Kinder auch.

Sich schlau essen?!?

Ja geht das denn – sich schlau essen? So mancher selbsternannte Experte und so mancher Hersteller von Nahrungsergänzungsmitteln stellt das zumindest so dar. Natürlich gibt es Studien zum Einfluss der Ernährung auf die Hirnentwicklung und die Hirnleistungsfähigkeit. Aber die Mischung, die letztendlich im Magen der Kinder landet, ist so komplex, dass es sehr schwierig ist, Zusammenhänge klar zu beweisen. Tatsächlich zeigt sich jedoch, dass Fertigprodukte und industriell stark veränderte Zutaten ungünstig sind. Die Kinder, die frisch zubereitete Nahrung erhielten, schnitten in Tests bezüglich der Hirnleistung besser ab. Anders ausgedrückt: Viel Süß- und Knabberkram, Fertigprodukte, fast food & Co fördern nicht gerade die Denkleistung von Kindern. Allerdings kann man die Ursache dieser Effekte nicht aus den Daten der Studien herauslesen. Es kann ja auch sein, dass die Kinder, die viel fast food erhielten, andererseits weniger Förderung durch die Eltern erfuhren und mit ihnen weniger gespielt wurde, was zu einem schlechteren Abschneiden in den Tests führte. Übrigens ist auch die Nahrungsmenge wichtig. Zuviel – aber genauso zuwenig – Nahrung ist schlecht fürs Gehirn. Es gibt auch andere …

Tipp der Woche – Essen und TV sehen?

Um Kindern, die vermeintlich „schlechte Esser“ sind, das Essen interessanter zu machen, stellen ihnen manche Eltern Videos oder den TV zum Essen an. Durch den Einsatz von Tablet-PCs ist dies  auch am Esstisch leicht möglich. Aber….. Tun Sie das nicht! Wenn Kinder im Gehirn einmal Essen mit Videos oder TV verbunden haben, dann wird dies auch in Zukunft so bleiben. Das bedeutet dann etwa, dass später kaum mehr TV gesehen werden kann, ohne sich etwas zu Essen zu holen. Ein ganz klares Übergewichtsrisiko! Außerdem kommen Sie von der Unsitte nicht mehr so leicht weg. Gemeinsame Mahlzeiten sind ein wichtiger Bestandteil des geregelten Alltags und eine optimale Möglichkeit der Kommunikation – aber eben nur, wenn nicht der TV läuft. Wahrscheinlich sind die Kinder keine krankhaft schlechten Esser, sondern regulieren ihren Appetit nur anders, als die Eltern das (warum auch immer) gerne sehen würden. Vielleicht liegen ja auch die Eltern falsch.

Einkaufsfalle Kinderlebensmittel

Ob beim Großeinkauf am Wochenende oder wenn man nur schnell ein paar Kleinigkeiten besorgen muss: Das Einkaufen im Supermarkt wird mit Kindern immer mehr zum Spießrutenlauf. Die Süßigkeiten im Wartebereich an den Kassen sind ein sicherlich schon zur Genüge diskutiertes Ärgernis für Eltern. Mittlerweile kommt es aber auch schon vorher immer häufiger zu Quengelattacken, da einem aus den Regalen alle Arten von Lebensmitteln in bunten Verpackungen mit putzigen Tiergesichtern oder bekannten Zeichentrickfiguren entgegenlachen. Einerseits fühlen sich natürlich Kinder durch die optische Aufmachung auf gesprochen, was im besten Fall eine Diskussion über den Kauf und im schlechtesten einen Wutanfall bei Verweigerung dieses Wunsches nach sich zieht. Andererseits lassen sich aber auch viele Eltern täuschen von Aufdrucken, die die Lebensmittel als besonders geeignet für Kinder anpreisen. Dies führt häufig zu der irrigen Annahme, die Produkte seien besonders auf die ernährungsphysiologischen Bedürfnisse von Kindern ausgerichtet. Hier soll anhand von drei Beispielen gezeigt werden, dass dies leider nicht der Realität entspricht. Bei Kindern sehr beliebt ist z.B. Wurst in verschiedenen Tierformen, die den Eindruck vermittelt, sie sei besonders für …

Übergewicht – es ist jedenfalls kein einzelnes Gen!!!

Es ist angeboren aber es sind nicht nur die Gene…! In der bisher größten genetischen Studie an mehr als 300.000 Probanden konnte ein internationales Forscherteam eine Vielzahl von genetischen Faktoren finden, die im Zusammenhang mit starkem Übergewicht stehen. Die direkte Vererbung eines spezifischen Gens war nicht zu finden. Dennoch ist die Neigung zu Übergewicht familiär. Wenn keine eindeutige genetische (Mendel´sche) Vererbung, was dann? Es wird nicht das Übergewicht vererbt, sondern nur die Neigung zu Übergewicht. Möglicherweise über das frühkindliche „biological programming“, also die Bahnung bestimmter Stoffwechselwege hin zu Übergewicht. Was schließen die Kinderärzte nun daraus? Um späteres Übergewicht vorzubeugen wäre ein sehr früher Beginn vorbeugender Lebensbedingungen nötig. Ernährung und Bewegung der Eltern muss bereits gesund sein um bei den Kindern dies zu ermöglichen. Die Kinderärzte sehen aber auch, dass Eltern bei den komplex gewordenen Lebensbedingungen nicht auf jede Einzelheit optimalen Verhaltens achten können. Ein gesunder und machbarer Mittelweg wäre für die Kinderärzte die Kombination von gesunder Kinderkost und Einüben von körperlicher Aktivität ab dem Laufalter. Dazu kommt der Auftrag an die Eltern, Vorbild zu sein: …

Wenns nicht klappt – was tun bei Verstopfung?

Die Kinderärzte meinen: Ein leidiges Thema ist die Verstopfung – die Kinder sind wirklich geplagt! Manchmal tritt die Verstopfung auch nur als kurze Episode auf, bei einer Dauer von über 3 Monaten spricht man dann aber von einem chronischen Problem. Die Kinder leiden unter Bauchschmerzen, Übelkeit, Appetitlosigkeit, Erbrechen, Blähungen und Schmerzen beim Toilettengang. Zum Teil sind auf dem Stuhl Blutauflagerungen als Folge von – schmerzhaften – Schleimhauteinrissen zu sehen. Der Stuhl ist oft großkalibrig und sehr hart, manchmal geht unwillkürlich Stuhl ab oder die Unterhose ist oft verschmiert. Paradoxerweise kann es auch zu scheinbarem Durchfall kommen, wenn der Darm sich sozusagen versucht, selbst zu helfen. Neben situativen Auslösern (beispielsweise Änderungen des Tagesrhythmus oder der Umgebung), Problemen bei der Sauberkeitserziehung oder ähnlichen äußeren Ursachen sind gerade auch ernährungsbedingte Verstopfungen häufig. Natürlich kann auch einmal eine Erkrankung (z.B. des Darmes oder der Nerven) dahinterstecken, dies ist jedoch viel seltener. Ein Besuch beim Kinderarzt ist bei Verstopfung immer angeraten. Ansonsten ist eine gewisse Umstellung der Lebensgewohnheiten manchmal doch nötig. Zunächst sollte man auf eine gesunde, ballaststoffreiche Ernährung achten. …