Alle Artikel mit dem Schlagwort: Säuglingsnahrung

Warum ich die Weiterbildung „Ernährungsmedizin“ durchlaufen habe…

Ich bin jetzt „Ernährungsmediziner“. Jedenfalls habe ich die Weiterbildung „Ernährungsmedizin“ durchlaufen. Ernährung ist interessant. Denn jeder isst gerne gut. Und jeder weiß auch, welchen erheblichen Einfluss Fehlernährung haben kann. Die Krankheiten, die im Zusammenhang mit Ernährung stehen, nehmen zu. Und damit auch die Möglichkeiten der Prävention. Und gleichzeitig suggeriert die Werbung, wir dürften uns die wunderbaren Geschmackserlebnisse nicht entgehen lassen. Leider gibt es gerade in der Ernährungsmedizin in vielen Fällen nur Expertenmeinungen und wenige wissenschaftliche Beweise. Deshalb ist Ernährungsmedizin auch so mystisch. Jede Frauen- oder Familienzeitschrift hat ein Dossier über Ernährungsfragen und verbreitet vermeintlich neue „Superkost“ oder „Diäten“. Vieles davon ist Humbug oder zumindest Marketing.   Warum trotzdem Ernährungsmedizin? Ein paar wichtige Beispiele: Ernährung sollte zunächst ausgewogen sein. Und da fängt das Problem schon an. Die gesunde, ausgewogene Ernährung des Kindes schützt es vor Mangelzuständen und gleichzeitig vor den Krankheiten der „Überfütterung“. Leider finden wir diese ausgewogene Ernährung gar nicht mehr so häufig in den Familien. Gerade in der Kardiologie sind viele Erkrankungen des Erwachsenen vorzubeugen, wenn von Kindesbeinen an auf die richtige Ernährung geachtet …

Beikost – wann, wie, was jetzt…..?

Bei der Frage der Beikost hat uns die Forschung jahrzehntelang gefoppt und immer wieder im Kreis geführt. Während sich in den 1980er Jahren noch gar niemand um die Beikost gekümmert hat, kam langsam der Verdacht auf, die sich häufenden Allergien könnten mit der frühen Beikost zu tun haben. Ergo seit dem Ende des letzten Jahrtausends wurde befohlen: Stillen und auf keinen Fall Beikost im ersten halben Jahr! (Die Idee war, dass die Allergie-Proteine in der Nahrung Allergien begünstigen, wenn sie zu früh angeboten werden). Keine 15 Jahre später änderte sich nun diese Einschätzung deutlich. Denn neuere Studien haben gezeigt, dass die Beikost durchaus sogar geeignet ist, Allergien zu verhindern. Und zwar gerade die besonders stark allergischen Allergien. Ergo – die neue Empfehlung: Stillen und Beikost ab dem Alter von 4 Monaten. Und zwar auch diejenige Beikost, die besonders mit späteren Allergien im Zusammenhang steht. (Die Idee ist nun, dass die Allergie-Proteine in der Nahrung vom Körper auch langfristig akzeptiert werden können, wenn sie ihm nur früh genug angeboten werden…). Mein Fazit: Stillen (das ist glücklicherweise …