Monate: Februar 2017

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Liebe Eltern, lasst euch nicht den Schneid abkaufen!

Tom, 4 Jahre, kommt mit seiner Mama in die Praxis. Eigentlich geht es zunächst um Bauchschmerzen. Schnell kann die Diagnose gestellt werden, Tom hat eine ausgeprägte Verstopfung. Medizinisch ist die Sache klar, Umstellung auf eine entsprechende Ernährung, hohe Trinkmenge usw. sind die nun erforderlichen Maßnahmen. Das weiß auch Toms Mama, die die Diagnose bereits selbst zu Hause gestellt hatte. „Aber das geht alles nicht, Herr Doktor! Da müssen Sie (!!) jetzt was anderes machen! Auf die Milchschnitten kann er nicht verzichten, das gibt sonst sooo ein Gebrüll!“ Dann fängt Toms Mama fast zu weinen an. Schlussendlich wird klar, dass sie erschöpft ist, kaum Grenzen setzt, da sie Toms Widerstand fürchtet und nun hofft, dass der Arzt an dieser erzieherischen Problemsituation ganz schnell etwas ändert. Lange sprechen wir über Erziehung, Grenzsetzung, liebevolle Konsequenz und Möglichkeiten der elterlichen Entlastung. Prinzipiell etwas, was in der Eigenverantwortung der Eltern liegt. Somit müssen auch diese selbst und nicht der Arzt, das Problem angehen. Toms Mama wird auch ermutigt, ihre Erziehungskompetenz wahrzunehmen und sich nicht den Schneid abkaufen zu lassen. Wir …

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Vorsicht E-Zigarette!

Sind E-Zigaretten wirklich eine quasi gesunde Alternative zur herkömmlichen Zigarette? Nein! Im Gegensatz zur Tabakzigarette werden bei den E-Zigaretten Liquids, also Flüssigkeiten in kleinen Kartuschen, verdampft. Diese Flüssigkeiten enthalten Stoffe wie Propylenglykol, Aromen und Nikotin. Amerikanische Forscher berichten nun, dass die E-Zigarette den Atemwegen von Kindern und Jugendlichen langfristig schaden können. Bei Jugendlichen entsteht, wenn sie selbst qualmen, oft eine chronische Bronchitis – alles andere als eine harmlose Erkrankung! Nach derzeitigem Wissen sind die E-Zigaretten zwar weniger schädlich als die Tabakzigaretten. Als unbedenklich sind sie damit aber nicht einzustufen. Insofern raten wir Kinderärzte von der E-Zigarette genauso ab wie von der Tabakzigarette!

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Big Mummy/Daddy is watching you!

Optimierung des Kinderalltags per App? Überwachung des Kindes per Handy, Armbanduhr oder anderer Geräte? Fiktion oder Realität? Es war ein ganz wichtiger Wunsch, das eigene Handy. Finja, 10 Jahre, bekam es, als sie auf das Gymnasium wechselte und alleine mit dem Bus in die Stadt fahren musste. Bei der Inbetriebnahme und dem Einrichten des Gerätes, was Vater und Tochter gemeinsam machten, kam der Punkt, an dem man einstellen musste, ob eine Überwachungsfunktion aktiviert werden sollte, also beispielsweise der Standort des Kindes für die Eltern immer gemeldet werden sollte. Der Vater stutzte, hatte er diese Frage bei der Inbetriebnahme doch gar nicht erwartet. Finja jedoch war entsetzt und bat sofort darum, diese Funktion nicht zu aktivieren: „Da komme ich mir so kontrolliert vor!“ Es gibt Babysmartwatches und andere elektronische devices, die mit entsprechenden Symbolen nicht nur, wie bei den Erwachsenen, an Alltagstätigkeiten erinnern, sondern die auch eine Überwachung des Kindes zulassen – beispielsweise auch mit der Funktion, dem Kind unbemerkt zuzuhören oder es anzusprechen. Die Hersteller sprechen von Vorbereitung fürs Leben und von Sicherheitsaspekten. Zum Teil …

Linkshändigkeit sollte kein Problem mehr sein!

Viele berühmte Personen wie Barack Obama oder Leonardo da Vinci sind oder waren Linkshänder. Tatsache ist: Etwa 10-30% der Menschen sind Linkshänder. Auch Paul, 5 ½ Jahre, ist klarer Linkshänder. Das war natürlich schon immer so, denn die Händigkeit ist angeboren! Dennoch ist Linkshändigkeit bis heute etwas, was den Kindern auf ihrem Weg Probleme bereiten kann, obwohl dies natürlich nicht so sein dürfte. Unfassbar: Pauls Eltern wurde bei der Einschulungsuntersuchung geraten (er hatte seinen Namen spiegelverkehrt geschrieben), sich um ein privates Schreibtraining zu kümmern und Paul ein Jahr zurückzustellen. Und das, obwohl er ansonsten ein sehr gut entwickeltes Kind ist. Was heutzutage ganz klar ist: Kein Kind darf umerzogen werden. Zwangsumgeschulte Schreiber leiden meist ihr Leben lang, zum Beispiel an Gedächtnisstörungen oder Konzentrationsproblemen und anderen, zum Teil schwer fassbaren Problemen. Man kann die Händigkeit im Zweifelsfall auch austesten. Es gibt Möglichkeiten und Stellen für Linkshänderberatung. Und selten brauchen die Kinder gegebenenfalls auch Training und Hilfe, wenn sie sich noch nicht sicher sind über ihre Händigkeit. Auch wichtig: Die Kinder benötigen dann auch entsprechende Materialien, zum …