Alle Artikel mit dem Schlagwort: Heuschnupfen

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Heuschnupfen bei Kindern über 12 Jahren – eine Riesenschweinerei im Gesundheitswesen

Ich muss mir mal kurz Luft machen! Und das, weil es gerade in der Heuschnupfenzeit wieder aktuell ist. Um was es hier geht, wissen viele Eltern von Kindern über 12 Jahren mit regelmäßiger Medikamenteneinnahme. Und zwar von Medikamenten, die rezeptfrei sind.  Dazu gehören etwa Medikamente für die üblichen akuten Infektionen (Fieber- und Schmerzmittel, Mittel gegen Durchfall, Nasenspray, etc.), aber vor allem auch antiallergische Medikamente zum Einnehmen (z.B. Cetirizin) oder Tropfen für Nase oder Augen bei Heuschnupfen. Diese werden nämlich über 12 Jahren nicht mehr von der Krankenkasse bezahlt. Obwohl Kinder mit Heuschnupfensymptomatik tatsächlich phasenweise ohne Therapie nicht schulfähig sind. Und obwohl sie zumindest bis 16 nicht selbst verdienen können. Um welche Summen geht es? Für einen Heuschnupfen-Allergiker kommen da in der Zeit der Gräserblüte gerne 100€ zusammen. Und weil Heuschnupfen gentisch veranlagt ist, sind viele Familien gleich mit mehreren Mitgliedern betroffen, bei drei Kindern sind das mal locker 300€. Dass nicht jedes 4,50€-Fiebermittel bezahlt werden muss, kann ich akzeptieren. Aber nicht, dass eine ganz klar chronische Erkrankung eines Kindes mit erheblicher Beeinträchtigung des Alltags nicht …

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Zeit für Immuntherapie der Pollenallergien

Was tun bei Heuschnupfen oder Asthma, wenn es mit Pollenallergie verbunden ist? Es gibt natürlich auch antiallergische Medikamente. Aber diese heilen die Allergie und das Asthma nicht. Der einzige Weg, eine Allergie zu heilen, ist die sogenannte spezifische Immuntherapie. Früher bekannt unter „Hyposensibilisierung“. Dies kann man mit gutem Erfolg durchführen bei Pollen-Allergie, vor allem bei Baumpollenallergie (Birke, Hasel, Erle) oder bei Gräserpollenallergie. Auch gegen Hausstaubmilben kann eine solche Immuntherapie durchgeführt werden. Idealer Zeitpunkt für den Beginn der spezifischen Immuntherapie gegen Pollenallergie ist der Herbst nach weitest gehendem Abklingen des Pollenfluges. Was wird gemacht? Dem Körper werden die Pollenbestandteile, die für die Allergie relevant sind, in ansteigender Dosierung gespritzt. Somit hat der Körper die Chance, sich an die Allergene zu gewöhnen. Es gibt auch die Möglichkeit, mit einer Tropflösung unter die Zunge zu tropfen. Die Erfolge sind aber schlechter als die Erfolge bei der Spritzen-Variante – bei Kindern nicht einmal halb so gut. Verhältnismäßig guten Erfolg hat dagegen aber die Allergietablette gegen Gräserpollen. Bei der Entscheidung für oder gegen eine solche Therapie muss allerdings berücksichtigt werden, …

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Was Karotten mit Birkenpollenallergie zu tun haben

Die Pollen sind da. Aktuell fliegen vor allem die frühblühenden Bäume, allen voran die Birke. Die Birkenpollen gehören zu den stärksten Allergenen, die auf den Menschen einwirken. Verwandt sind sie auch mit den Pollen von Erle und Haselstrauch. Neben den typischen Heuschnupfen-Symptomen an Augen und Nase können auch Asthmaanfälle resultieren, also anfallsweise auftretende Atemnot mit Kurzatmigkeit und Pfeifen bei der Atmung. Was bei Birkenpollen auch häufig auftritt, ist das sogenannte Orale Allergiesyndrom. Dabei kommt es zu Kreuzreaktionen mit den Nahrungsmitteln Obst und Gemüse, vor allem mit Kernobst (Apfel), Steinobst (Kirsche) oder Karotte oder Sellerie. Dies kann beim Verzehr zum Jucken im Mund führen, aber auch zu heftigeren allergischen Reaktionen. Wer wissen will, gegen welche Pollen eine Allergie besteht, lässt am besten einen sogenannten Prick-Test an der Haut machen. Was tun? Es gibt antiallergische Medikamente. Aber diese heilen die Allergie nicht. Zu heilen ist die Allergie nur durch eine sogenannte spezifische Immuntherapie. Früher bekannt unter „Hyposensibilisierung“. Allerdings muss bei der Entscheidung für oder gegen die Therapie berücksichtigt werden, dass sich bei etwa der Hälfte der Allergiker …

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Wieviel Dreck brauchen wir? Die Bauernhof-Hypothese

Vor rund 10 Jahren gingen die Ergebnisse mehrerer groß angelegter Studien durch die Presse, die gezeigt haben dass Kinder, die natürlicher mit „Dreck“ aufwachsen, deutlich seltener allergische Erkrankungen entwickeln. Dies könnte durch den geringeren Kontakt mit natürlichen (für den Menschen nicht krankmachenden) Bakterien und Pilze in der sogenannten zivilisierten Umgebung abseits von Landwirtschaft bedingt sein. Man nannte diese Erklärung „Bauernhof-Hypothese“. Was ist nun aus der Bauernhof-Hypothese geworden? Und wieviel Dreck „braucht“ das Kind nun? Die Ergebnisse sind bisher nicht widerlegt. Vielmehr konnten Wissenschaftler untermauern, dass in übertrieben hygienisch aufwachsenden Kindern das Immunsystem unterfordert scheint und dann dafür Allergien auslöst. Der Vorteil von Kontakt mit den natürlichen („gesunden“) Bakterien und Pilzen ist höher wenn bereits die Schwangerschaft in dieser Umgebung stattfindet. Erwachsene scheinen keinen Vorteil mehr vom Bauernhof zu haben. Die Pharmaindustrie versucht gerade, die genauen Faktoren in den genannten „gesunden“ Keimen herauszufinden, um mittels geeigneter Präparate Bauernhof-Umgebung zu simulieren. Eine genetische Neigung zu Allergien wird nicht aufgehoben, möglicherweise aber vermindert. Ob Hunde und Katzen von Vorteil sind, ist unklar. Jedenfalls scheinen sie, wenn ein Kind …