Alle Artikel mit dem Schlagwort: Erschöpfung

Respekt, was für eine Leistung!

Lisa und Felix sind 6 und 8 Jahre alt. Ihre Mutter Frau M. (alle Namen geändert) kommt mit ihnen zu uns zur Kontrolle wegen eines fieberhaften Infekts der oberen Luftwege, der die Geschwister seit 2 Tagen plagt. An sich ein Routinetermin. Darauf angesprochen, dass sie etwas müde aussieht, bricht die Mutter fast in Tränen aus. Als sie sich etwas gefasst hat, berichtet sie den Grund. Aus finanziellen Gründen müssen beide Eltern arbeiten. Da die Familie aber über keine Kinderbetreuungsmöglichkeiten verfügen kann und es für die Mutter auch sehr schwer war, überhaupt eine Arbeitsstelle zu finden, arbeitet die Mutter immer nachts. Wenn Sie heimkommt, ist es Zeit, die Kinder zu wecken und das Frühstück vorzubereiten, damit Lisa und Felix dann in die Schule gehen können. Dieser Zustand dauert nun schon über ein Jahr und hat Frau M. an den Rand ihrer Kräfte gebracht. Zufällig berichtete in der gleichen Woche ein Vater praktisch die identische Geschichte aus seiner Familie. Es ist mehr als nur ein Spagat zwischen Familie und Beruf, den diese Menschen bewerkstelligen, die meinen höchsten …

Warnung – keine Schlafmittel zur elterlichen Entlastung

Es ist ein zunehmender und höchstbedenklicher Trend, vor dem sogar jüngst das bayerische Gesundheitsministerium warnte: (Klein-)Kinder, die nicht durchschlafen, bekommen Schlafmittel verabreicht, weil die Eltern mürbe und erschöpft sind („Ich muss mal wieder schlafen, ich bin am Ende!“). Und endlich gibt es eine ruhige Nacht. Endlich Ruhe im Kinderzimmer. Die Eltern sind am nächsten Tag bester Dinge – und weil es so gut funktioniert hat, könnte man das Ganze vielleicht gleich nochmal probieren?!? Au weia! Wir Kinderärzte raten dringendst ab! Wir kennen das Problem gut, von unseren Patienten wie auch aus eigener Erfahrung. Säuglinge und Kleinkinder sind anstrengend – gerade auch nachts. Aber das Risiko schwerer gesundheitlicher Probleme durch Schlafmittel ist sehr hoch, nein: viel zu hoch! Atemstillstände, Abhängigkeit, Leber- und Nierenschäden sind beispielsweise zu nennen. Auch früher – z.B. in der Antike oder im Mittelalter – gab es schon Bemühungen, den Nachtschlaf von Kindern zu verbessern. Es wurde zum Beispiel Alkohol oder Mohn als Schlafmittel eingesetzt. Natürlich sind dies ebenfalls höchst gefährliche Maßnahmen, die nicht angewendet werden dürfen. Im Zentrum dieser Diskussion steht die …

Mama und Papa, gönnt Euch regelmäßig eine Pause!

Kein ruhiger Moment für Mama und Papa? Wie läuft der Alltag einer normalen Familie mit Kindern ab? Die Kinderärzte wissen es! Zum Beispiel so: Auch wenn Papa heute frei hätte, kommt die süsse Klein-Emma schon um 5.30Uhr, Puppe und Bilderbuch in der Hand, um Papa zur ersten Vorlesestunde des Tages zu überreden oder – falls das nicht klappt – wenigstens zum Puppespielen. Weil weder Papa noch Mama von dieser Idee begeistert sind, trollt sich Emma, schmollend in ihr Zimmer und stellt ihre Kindermusik-CD an…, laut, damit Papa und Mama das beste Lied auch ja nicht verpassen. Bis Mama und Papa wieder einschlafen können, vergeht etwas Zeit, doch nun klingelt der Wecker, also raus! Selber ins Bad, Frühstück und Schulbrote herrichten, im Bad zuvor Klein-Emmas Hinterlassenschaften aufputzen, danach das Kind duschen, wie meist unter Protest mittlerer Stufe. Nun ist es höchste Zeit, die Großen zu wecken und von der Notwendigkeit einer gewissen Schulbildung zu überzeugen. Nach einigen Überredungsversuchen schlappt der erste ins Bad, während Klein-Emma die Fische im Aquarium mit Brotbröselchen füttert, die sie gerade aus …