Alle Artikel mit dem Schlagwort: Überwachung

Das Geschäft mit der Angst

Viele Eltern haben Angst um ihre Kinder – gerade in den ersten Jahren. Atmet das Kleine nachts, hat es vielleicht Atempausen oder droht gar der plötzliche Kindstod? Hier geht es um eine Urangst, die in allen Menschen steckt, der Angst um das eigene Kind. Und diese Angst nutzen nun geschäftstüchtige Firmen aus. Was gibt es da alles für Überwachungsgeräte, die Sicherheit versprechen. Matratzen, die die Atmung überwachen, Socken mit entsprechender Elektronik zur Überwachung von Vitalparametern, usw. Nur stellt sich die Frage, ob die Geräte – außer für den Umsatz der Hersteller – tatsächlich einen Nutzen haben? Nein! Bis heute gibt es nämlich keinen Nachweis, dass solche Geräte einen plötzlichen Kindstod tatsächlich verhindern können. Zudem stressen die vielen Fehlalarme die Eltern in nicht geringem Ausmaß und bieten insgesamt eine nur scheinbare Sicherheit in der modernen zahlengläubigen Welt. Wir Eltern können es drehen und wenden wir wir wollen: es gibt keine vollständige Sicherheit im Leben – auch nicht für Kinder. Natürlich können und sollten wir vermeiden, was schadet, sei es bzgl. des plötzlichen Kindstodes oder bezüglich von …

Big Mummy/Daddy is watching you!

Optimierung des Kinderalltags per App? Überwachung des Kindes per Handy, Armbanduhr oder anderer Geräte? Fiktion oder Realität? Es war ein ganz wichtiger Wunsch, das eigene Handy. Finja, 10 Jahre, bekam es, als sie auf das Gymnasium wechselte und alleine mit dem Bus in die Stadt fahren musste. Bei der Inbetriebnahme und dem Einrichten des Gerätes, was Vater und Tochter gemeinsam machten, kam der Punkt, an dem man einstellen musste, ob eine Überwachungsfunktion aktiviert werden sollte, also beispielsweise der Standort des Kindes für die Eltern immer gemeldet werden sollte. Der Vater stutzte, hatte er diese Frage bei der Inbetriebnahme doch gar nicht erwartet. Finja jedoch war entsetzt und bat sofort darum, diese Funktion nicht zu aktivieren: „Da komme ich mir so kontrolliert vor!“ Es gibt Babysmartwatches und andere elektronische devices, die mit entsprechenden Symbolen nicht nur, wie bei den Erwachsenen, an Alltagstätigkeiten erinnern, sondern die auch eine Überwachung des Kindes zulassen – beispielsweise auch mit der Funktion, dem Kind unbemerkt zuzuhören oder es anzusprechen. Die Hersteller sprechen von Vorbereitung fürs Leben und von Sicherheitsaspekten. Zum Teil …

Ist eine elektronische Überwachung von Kindern gut?

Es gibt es einerseits Ortungsgeräte mit Hilfe-Buttons, mit denen Kinder im Notfall auch die Eltern benachrichtigen können. Andererseits werden aber auch immer mehr Apps angeboten, die einfach auf das Smartphone geladen werden und die Eltern über den Aufenthaltsort informieren. „Oh, dass ist ja toll!“ mag wohl die erste Reaktion vieler Eltern sein, wenn sie erfahren, dass es mittlerweile zahlreiche technische Möglichkeiten gibt, immer über den Aufenthaltsort ihrer Kinder informiert zu sein. Dabei variiert der Grad der Überwachung von der Möglichkeit, sich den Aufenthaltsort des Kindes bei vermeintlichem Bedarf anzeigen zu lassen, bis hin zu einer Art „elektronischen Fußfessel“. Dies bedeutet, dass die Eltern sofort informiert werden, wenn das Kind einen festgelegten Bereich oder z.B. den normalen Schulweg verlässt. Man kann sich auch per Signalton benachrichtigen lassen, wenn das Kind ein zuvor angegebenes Ziel erreicht hat. Auch wenn dies zunächst alles hilfreich erscheinen mag, da Eltern sich sicherlich oftmals Gedanken darüber machen, wo sich ihre Kinder gerade aufhalten, birgt diese Art der Überwachung zahlreiche Risiken für die Entwicklung der Kinder, denn man vermittelt ihnen damit ja, …