Monate: Mai 2017

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Ein Credo für die klassische Familie

Vorbemerkung: Der Gedanke dieses Textes ist nicht, Alleinerziehende zu Außenseitern zu machen. Oder Frauen wieder wie im vergangenen Jahrtausend an den Herd zu schicken und ihnen Selbstverwirklichung (etwa im Job) zu verwehren. Aber: Die Gesellschaft hat in den letzten Jahrzehnten die Liberalisierung der Familie vorangetrieben – zum Teil unter dem politischen Druck von wenigen feministisch Denkenden, zum großen Teil sicher aber auch unter dem Druck der Wirtschaft, die von Arbeitskräften abhängig ist. An wem ist das ausgegangen? Gar nicht so sehr an den Kindern. Deutschland ist hier viele Schritte vernünftig gegangen mit der Einrichtung von Kitas oder von Erziehungsauszeiten. Obwohl es schon einige Studien gibt, die eine frühe Überforderung der Kinder in der Gesellschaft zeigen, und zwar umso ausgeprägter je weniger Zeit mit den Eltern zur Verfügung steht. Negativen Einfluss hat diese Entwicklung viel mehr auf die Eltern selbst, und hier aufgrund der immer noch vorherrschenden Rollenverteilung vor allem auf die Frauen. Die biologischen Bedürfnisse, sich um das eigene Klein- oder Schulkind zu kümmern, steht im Gegensatz zu den Ansprüchen der Gesellschaft an die Power-Frau …

KrankesKind

Eine Mumps-Endemie und was mir auffiel

In der Stadt, in der wir unserer Arbeit, der Kinderheilkunde nachgehen, ist es vor kurzem zu einer Endemie an Mumps gekommen. Was ist Mumps? Eine Viruserkrankung, die vor allem die Ohrspeicheldrüsen (Stichwort „dicke Backen“), aber auch andere Speicheldrüsen, in  Einzelfällen aber auch die Hoden (Stichwort Unfruchtbarkeit) oder das Gehirn befällt. Die Erkrankung ist durch Impfung weitgehend zu verhindern, und zwar durch zwei Impfungen. Diese werden in der Regel als Kombination mit der Impfung gegen Masern, Röteln und Windpocken im Alter bis zum 2. Geburtstag durchgeführt. Sie können aber prinzipiell in jedem Alter erfolgen. Was ist eine Endemie? Eine regional begrenzte Häufung einer ansteckenden Erkrankung. Ausgangspunkt dieser Endemie war ein Waldorfkindergarten, der traditionell eine höhere Quote an ungeimpften oder nur teilweise geimpften Kindern aufweist. Betroffen waren aber auch andere Einrichtungen und Schulen der Stadt und selbst ein Soldat in einer Gemeinschaftsunterkunft. Das Gesundheitsamt der Stadt hat daraufhin, um dem Gesetz Folge zu leisten und eine weitere Ausbreitung zu vermeiden, Ungeimpfte gänzlich und teilweise Geimpfte bis zum Nachweis der Nachholung der Mumpsimpfung, von Schulen und Kindergartengruppen ausgeschlossen. …

Notarzt

Herztodesfälle beim Sport junger Menschen (und ihre Vorbeugung)

Herztodesfälle (der plötzliche Herztod) bei jungen Menschen sind dramatische Seltenheiten. Umso mehr fallen sie uns in unserer täglichen Routine auf. Umso mehr schüren sie Angst. Sie treten zu einem großen Anteil bei ungewöhnlichen Belastungen auf, häufig deshalb beim Sport. Die Ursachen sind vielfältig. Es können angeborene Fehlbildungen des Herzens (vor allem der Herzkranzgefäße) oder eine angeborene Neigung zu bösartigen Herzrhythmusstörungen sein, aber auch erworbene Herzerkrankungen, wie die „Kardiomyopathie“ (eine Störung der Herzmuskulatur) oder eine Virusinfektion. Die meisten dieser Störungen kann man mit wenig aufwändiger Diagnostik feststellen bzw. ausschließen. In der Regel reichen ein EKG und ein Herzultraschall, in Einzelfällen braucht es weitergehende Diagnostik. Welche Vorbeugung kann ich Ihnen als Kinderkardiologe und Sportmediziner deshalb empfehlen? Bei ambitionierten Sportlern (am besten allerdings bei allen Menschen) sollte die oben erwähnte Diagnostik durchgeführt werden. Dies tue ich regelmäßig zum Beispiel bei jugendlichen Leistungsfußballern im Auftrag des FIFA Medical Centers Regensburg. Außerdem sollten Symptome der eingeschränkten körperlichen Belastbarkeit oder andere Auffälligkeiten von Herz, Brustkorb oder Kreislauf immer Anlass sein, den Arzt zu befragen. Und drittens sollte Sport nach bakteriellen und …

Stress 2

Die Schulaufgabe

Kinder müssen in der Schule zum Teil Enormes leisten, zum Teil wird unserer Meinung nach auch zu viel von Ihnen verlangt. Und das wirkt sich negativ auf die Entwicklung der Kinder aus. Ein aktuelles Beispiel, das mich den Kopf schütteln ließ: Hannes ist in der 4. Klasse. Er ist ein wirklich guter Schüler. Hannes kommt zu uns in die Praxis wegen starker, immer wiederkehrender Bauchschmerzen. Es wird nach der Untersuchung rasch klar, dass wir eher im psychosomatischen Bereich die Ursachen suchen müssen. Letztlich kommt die Schulanforderung ins Spiel. Wir vereinbaren, dem genauer nachzugehen. Hannes zeigt mir beim zweiten Besuch in der Praxis die Liste der Anforderungen der letzten HSU Probe über das Thema Europa und Deutschland, die er schreiben muss. Auf einer halben DIN A 4 Seite steht in sehr vielen Stichpunkten mit kleiner Schrift, was die Schüler in der Probe wissen müssen. Ich bin völlig konsterniert ob des Umfangs und der Detailliertheit des Stoffes! Alle Länder des Euroraumes müssen gewusst werden mit Hauptstädten, Sehenswürdigkeiten, Währungen, Länderkennzeichen – aber auch die Geschichte der EU oder …

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Tipp der Woche – Essen und TV sehen?

Um Kindern, die vermeintlich „schlechte Esser“ sind, das Essen interessanter zu machen, stellen ihnen manche Eltern Videos oder den TV zum Essen an. Durch den Einsatz von Tablet-PCs ist dies  auch am Esstisch leicht möglich. Aber….. Tun Sie das nicht! Wenn Kinder im Gehirn einmal Essen mit Videos oder TV verbunden haben, dann wird dies auch in Zukunft so bleiben. Das bedeutet dann etwa, dass später kaum mehr TV gesehen werden kann, ohne sich etwas zu Essen zu holen. Ein ganz klares Übergewichtsrisiko! Außerdem kommen Sie von der Unsitte nicht mehr so leicht weg. Gemeinsame Mahlzeiten sind ein wichtiger Bestandteil des geregelten Alltags und eine optimale Möglichkeit der Kommunikation – aber eben nur, wenn nicht der TV läuft. Wahrscheinlich sind die Kinder keine krankhaft schlechten Esser, sondern regulieren ihren Appetit nur anders, als die Eltern das (warum auch immer) gerne sehen würden. Vielleicht liegen ja auch die Eltern falsch.

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Heuschnupfen bei Kindern über 12 Jahren – eine Riesenschweinerei im Gesundheitswesen

Ich muss mir mal kurz Luft machen! Und das, weil es gerade in der Heuschnupfenzeit wieder aktuell ist. Um was es hier geht, wissen viele Eltern von Kindern über 12 Jahren mit regelmäßiger Medikamenteneinnahme. Und zwar von Medikamenten, die rezeptfrei sind.  Dazu gehören etwa Medikamente für die üblichen akuten Infektionen (Fieber- und Schmerzmittel, Mittel gegen Durchfall, Nasenspray, etc.), aber vor allem auch antiallergische Medikamente zum Einnehmen (z.B. Cetirizin) oder Tropfen für Nase oder Augen bei Heuschnupfen. Diese werden nämlich über 12 Jahren nicht mehr von der Krankenkasse bezahlt. Obwohl Kinder mit Heuschnupfensymptomatik tatsächlich phasenweise ohne Therapie nicht schulfähig sind. Und obwohl sie zumindest bis 16 nicht selbst verdienen können. Um welche Summen geht es? Für einen Heuschnupfen-Allergiker kommen da in der Zeit der Gräserblüte gerne 100€ zusammen. Und weil Heuschnupfen gentisch veranlagt ist, sind viele Familien gleich mit mehreren Mitgliedern betroffen, bei drei Kindern sind das mal locker 300€. Dass nicht jedes 4,50€-Fiebermittel bezahlt werden muss, kann ich akzeptieren. Aber nicht, dass eine ganz klar chronische Erkrankung eines Kindes mit erheblicher Beeinträchtigung des Alltags nicht …