Familie
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Ein Credo für die klassische Familie

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Vorbemerkung: Der Gedanke dieses Textes ist nicht, Alleinerziehende zu Außenseitern zu machen. Oder Frauen wieder wie im vergangenen Jahrtausend an den Herd zu schicken und ihnen Selbstverwirklichung (etwa im Job) zu verwehren.

Aber: Die Gesellschaft hat in den letzten Jahrzehnten die Liberalisierung der Familie vorangetrieben – zum Teil unter dem politischen Druck von wenigen feministisch Denkenden, zum großen Teil sicher aber auch unter dem Druck der Wirtschaft, die von Arbeitskräften abhängig ist.

An wem ist das ausgegangen? Gar nicht so sehr an den Kindern. Deutschland ist hier viele Schritte vernünftig gegangen mit der Einrichtung von Kitas oder von Erziehungsauszeiten. Obwohl es schon einige Studien gibt, die eine frühe Überforderung der Kinder in der Gesellschaft zeigen, und zwar umso ausgeprägter je weniger Zeit mit den Eltern zur Verfügung steht.

Negativen Einfluss hat diese Entwicklung viel mehr auf die Eltern selbst, und hier aufgrund der immer noch vorherrschenden Rollenverteilung vor allem auf die Frauen. Die biologischen Bedürfnisse, sich um das eigene Klein- oder Schulkind zu kümmern, steht im Gegensatz zu den Ansprüchen der Gesellschaft an die Power-Frau oder den Power-Vater, die alles locker nebeneinander schaffen sollen. Ein erheblicher Stress-Faktor.

Die klassische Familie hat es da natürlich leichter. Also die Familie, bei der sich die Lasten von Arbeit bzw. Geldverdienen und Kindererziehung auf mehrere Schultern verteilt. Und in der idealerweise klar und fair vereinbart wird,  welches Elternteil um der Kinder willen beruflich zurücksteckt. Und wie das gerecht ausgeglichen wird, sollte es zu einer Trennung kommen. Der betreuende Elternteil muss natürlich nicht automatisch die Mutter sein. Vielleicht können sich beide ja sogar abwechseln.

Wer es noch klassischer möchte, hat auch noch Großeltern oder weitere Familienstrukturen oder Freundesnetze zum Entlasten griffbereit.

Die Kinder werden es Ihnen irgendwann danken, wenn Sie sich diese Zeit gegönnt haben. Auch wenn dann vielleicht nicht jeder Urlaub oder das Eigenheim zu finanzieren waren. Und auch für Euch Eltern selbst wäre das Seelen-Wellness in der Rushhour des Lebens.

Und die Alleinerziehenden, die ja häufig auch durch gesellschaftliche Entwicklungen an den Rand der Belastbarkeit gespült wurden? Bei ihnen geht es ja meist gar nicht anders als mit einem guten Netzwerk. Auch ihnen wünsche ich an dieser Stelle so viel Entlastung wie möglich, sei es durch ein gutes Patchwork oder ein anderes geeignetes soziales Netz.

 

Kategorie: Familie

von

Dr. med. Gerald Hofner

Dr. Gerald Hofner war wissenschaftlicher Mitarbeiter und Oberarzt der Universitätskinderklinik Erlangen-Nürnberg, bevor er seit 2003 in der von ihm gegründeten Praxis für Kinder und Jugendliche in Neudrossenfeld und Bayreuth tätig wurde. Sein Fokus liegt auf der Schwerpunktversorgung für Kinderkardiologie, Kinderpneumologie und Jugendsportmedizin, sowie auf der Prävention. Ihm ist dabei wichtig, die Erkenntnisse der Wissenschaft verständlich zu den Patienten und ihren Familien zu bringen. Als Vater von zwei Töchtern weiß er um die Probleme von Familie.

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