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Blöde Dellwarzen!

Lara, 5 Jahre, hat seit einigen Wochen „komische Pickelchen“ an verschiedenen Körperstellen und besucht darum unsere Sprechstunde. Das Mädchen war bisher bis auf ein paar unkomplizierte grippale Infekte gesund, allerdings hatte Lara schon immer recht trockene Haut. Die Diagnose bei Lara ist schnell gestellt: Das Mädchen hat einige Dellwarzen! Möglicherweise hat Lara sich mit den Dellwarzen im Schwimmbad angesteckt. Ihre Freundin, mit der sie immer am Dienstag gemeinsam Schwimmen geht, hatte nämlich auch einige der lästige Warzen. Dellwarzen sind eine Viruserkrankung. Die kleinen Hauterhabenheiten haben eine zentrale Delle – daher der Name. Wenn die Warzen aufweichen oder gedrückt werden, kann eine weißliche Masse austreten, die virenhaltig ist. Die im Schwimmbad aufgeweichte Haut kann dann schnell angesteckt werden. Die Dellwarzen, die nach einer bis mehreren Wochen dann auftreten, können von selbst verschwinden, das kann aber bis zu einem Jahr oder länger dauern. Leider können sich die Hauterscheinungen ausbreiten, wenn die Kinder sie zum Beispiel aufkratzen. Besonders Kinder mit trockener Haut oder Neurodermitis neigen dazu. Hier bietet die regelmäßige, reichhaltige Hautpflege durch die Stärkung der Hautbarriere einen gewissen Schutz. Dies gilt auch für die weitere Ausbreitung. Es gibt auch Pinsellösungen, die bei wiederholter Anwendung zum Abfallen der Dellwarzen führen können. Und nicht zuletzt können die Warzen auch kürettiert – also vom Arzt abgetragen – werden. Das ist aber eher nur dann anzuraten, wenn die Warzen nicht von alleine weggehen oder auch trotz Pinseln bleiben. Der Arztbesuch ist auf jeden Fall anzuraten, wenn das Gesicht oder der Genital- und Analbereich betroffen ist. Lara hat unter stringenter Hautpflege Ihre Dellwarzen nach 4 Monaten verloren. Ihre Freundin ist auf Anraten ihres Arztes nicht mehr im Schwimmbad gewesen, bis auch bei ihr die Warzen verschwunden waren. Nun plantschen die beiden wieder unbeschwert.

Kategorie: Medizin

von

Dr. Stefan Schwarz

Dr. Stefan Schwarz ging in Augsburg zur Schule. Er machte nach dem Zivildienst eine Ausbildung zum Kinderkrankenpfleger. Das Studium schloss er in München ab. Nach der Ausbildung in verschiedenen, renommierten Kinderkliniken arbeitet er als niedergelassener Kinderarzt. Dr. Schwarz ist Vater von 4 aufgeweckten Kindern und kennt den Alltag, die Freuden und die Sorgen von Familien dadurch sehr gut.

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