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Fall der Woche: Jenny (14) kippt um – 7 Warnsignale

Jenny ist 14. Eines Morgens um kurz nach 6 ist sie noch im Halbschlaf, als sie ins Badezimmer schleicht, um sich für die Schule fertig zu machen. Dann wird ihr schwarz vor Augen und sie kippt um. Sie ist offensichtlich für einen Augenblick bewusstlos und „erwacht“ am Boden des Badezimmers.

Was ist passiert? Sie ist unklar bewusstlos geworden. Man nennt das Synkope.

Darf man das als normal abtun? Oder braucht es eine ärztliche Behandlung? Normal ist es nicht, aber zumindest häufig. 15% aller Kinder und Jugendlichen erleiden wenigstens einmal eine solche Synkope. Mädchen sind häufiger betroffen als Jungs. Einige erleben das auch öfters.

Die häufigste Ursache ist ein Kreislaufkollaps. Medizinisch heißt das dann Reflexsynkope, weil der Kreislauf nicht der Situation entsprechend reagiert.

Ich empfehle trotz der weiten Verbreitung nach einer Synkope zum Arzt zu gehen. Es gibt neben der häufigen Reflexsynkope auch andere, seltenere, aber gefährlichere Ursachen. Herzrhythmusstörungen etwa, oder Krampfanfälle des Gehirns.

Welche Symptome sind absolute Warnsignale (die eine sofortige Behandlung erfordern)?

  1. eine Synkope unter dem Alter von 10 Jahren
  2. eine Synkope bei körperlicher Belastung
  3. eine Synkope im Wasser (Badewanne, Schwimmbad, Meer etc.)
  4. begleitende Brustkorbbeschwerden oder Herzbeschwerden
  5. ein Herztod in der Familie
  6. ein Patient, der bereits eine Herzerkrankung hatte
  7. die Gefährdung durch die Situation (etwa im Straßenverkehr)

Gottseidank sind diese Fälle selten. Meist heilt die Neigung zu Synkope oder Kollaps ja aus.

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von

Dr. med. Gerald Hofner

Dr. Gerald Hofner war wissenschaftlicher Mitarbeiter und Oberarzt der Universitätskinderklinik Erlangen-Nürnberg, bevor er seit 2003 in der von ihm gegründeten Praxis für Kinder und Jugendliche in Neudrossenfeld und Bayreuth tätig wurde. Sein Fokus liegt auf der Schwerpunktversorgung für Kinderkardiologie, Kinderpneumologie und Jugendsportmedizin, sowie auf der Prävention. Ihm ist dabei wichtig, die Erkenntnisse der Wissenschaft verständlich zu den Patienten und ihren Familien zu bringen. Als Vater von zwei Töchtern weiß er um die Probleme von Familie.

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